Schwellenländer wollen ein Ende der Euro-Rettung

Beim Internationalen Währungsfonds ist ein offener Machtkampf ausgebrochen. Die Schwellenländer wollen mehr Macht, um zu verhindern, dass die globalen Finanzströme zur Euro-Rettung verwendet werden.

Die Spannungen unter den 188 IWF-Mitgliedern nehmen zu. Bis Januar 2014 sollen die Quoten bei der Stimmvergabe und somit auch die Zusammensetzung des Direktoriums neu überarbeitet werden. Doch von einer Einigung ist man im IWF weit entfernt. Wie der IWF am Donnerstag nach einer Vorstandssitzung mitteilte, verläuft die Debatte derzeit im Sand. Das Problem: Die Schwellenländer wollen nicht länger mit ihren Milliarden den Europäern bei der Überwindung der Schuldenkrise helfen. Bei den bisherigen Rettungspaketen für Griechenland, Irland und Portugal flossen immense Gelder des IWF. Finanzmittel, die zu auch von den Schwellenländern zur Verfügung gestellt werden. Doch dafür wollen sie nun auch mehr Einfluss im IWF.

Die Schwellenländer beklagen, dass die derzeitigen Quoten bei den Stimmrechten im IWF nicht mehr der aktuellen Situation entsprechen und eine Übermacht der Europäer stützen. Auch die Ernennung Christine Lagardes zur Nachfolgerin von Dominique Strauss-Kahn als IWF-Chefin wird weiter argwöhnisch betrachtet. Dies soll nun geändert werden, da die Schwellenländer einen immer größeren Anteil an der Weltwirtschaft haben. Die Tatsache, dass die neuerliche Vorstandssitzung des IWF zu keinen neuen Ergebnissen geführt hat, „spiegelt den grundsätzlichen Widerstand der überrepräsentierten Mitglieder wider, tatsächlich etwas zu ändern“, sagte Paulo Nogueira Batista, Geschäftsführender Direktor für Brasilien und zehn weitere Länder des IWF, der FT. Vor allem aus Europa komme dieser Widerstand.

Derzeit verfügen die EU-Mitglieder über etwa ein Drittel der gesamten Stimmrechte des Fonds-Vorstands – ihr Anteil an der globalen Wirtschaft ist jedoch viel kleiner, so die FT. Die geplante neue Stimmrechtsverteilung wird der Deutschen Bundesbank zufolge vor allem Vorteile für Brasilien und China mit sich bringen. Der „Stimmrechtsanteil von China  mehr als verdoppeln, und sich derjenige von Brasilien um mehr als die Hälfte vergrößern“, erklärte die Bundesbank.

Kommentare

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  1. Joerg Hahn sagt:

    Wenn die Schwellenlaender eines Tages der Vormachtstellung des Dollars den Garaus machen,dann werden die Karten neu gemischt,aber dann gnade uns Gott auch,es bleibt uns eigentlich nur die Wahl zwischen Pest Und Cholera….mit der Einfuehrung des Euro haben Kohl und Mitterand Europa verkauft,das sagten mir als jungem Menschen meine angelsaechsischen Freunde…,damals verstand ich sie nicht,heute weiss ich um die Bedeutung…schade um Deutschland und Europa,was fuer ein wunderbare Kontinent…Danke insgesamt an die Mittelstandsnachrichten,ein Medium mit Rueckrat,in bezug auf so manchen Artikel frage ich mich,wie lange laesst man sie gewaehren?

  2. ios sagt:

    komisch,auf internationalen parkett fordert china demokratische regeln für sich

  3. Brasil sagt:

    Was soll das gelabre ueber “Schwellenlaender”?
    Wo soll denn die “Schwelle” sein, bei diesen Laendern?
    Die Schwelle wird doch nur von der Niedergehenden Industrielaendern und ihrer, den Finanzoligarchen hoerigen Politmarionetten aufgebaut um ihr redlich dummes Volk einzulullen und ihm den Anschein zu geben sie seien die Elite!
    Diese Schwellenlaender habe die bisherigen Industrielaender lange schon ueberholt, aber schlaft ruhig weiter und jubelt euren Politverbrechern nur kraeftig zu!

  4. UweK sagt:

    klar, haben die Schwellenländer recht!…die Europäer bebrüten ihr totes Ei …….oder wer kennt den noch:
    der Berg kreiste…und gebar eine Maus…!
    real gesehen ist aber aus dem Berg ein Gebirge geworden, das den Kreißsaal nie mehr verlassen wird, weil es ständig immer kleinere Mäuse gebirt………..die Plage überrollt uns bald!
    siehe EU-Apparat in Brüssel, Selbstbedienungsladen ohne wirkliche Ergebnisse,
    da hilft nur tonnenweise Mäusegift!

  5. Apannung unter IWF Mitgliedern sagt:

    ist doch klar, wenn Dutschland schon 40 MIlliarden einzahlt beim IWF , dann soll doch das Geld anderswo verwendet werdenals ausgerechnet im reichen Euiropa.

    Denn sonst geben sich ja die Europäer das Geld selbst zurück.

    Die anderen haben dann nichts davon – gucken nur ins leere – wie unsozial.

  6. Magellan sagt:

    Es waere erstaunlich, wenn der IWF etwas zulaesst, wogegen sich die EU seit Jahren wehrt. Heutige Demokratie ist nur ein Feigenblatt der fanatischen Weltverbesserer.

  7. Jana Bogowski sagt:

    Na da habe die Schwellenländer doch recht!!!