Französischer Ökonom sagt Abschwung für Deutschland voraus

Die „katastrophale Bevölkerungsstruktur“ werde das Land vor schwerwiegende Probleme stellen, so der ehemalige Mitterrand-Berater Attali. Außerdem verdanke Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit nicht etwa umfangreichen Reformen, sondern vielmehr der Mehrwertsteuerpolitik und der Nähe zu Billiglohnarbeitern aus Osteuropa.

Angesichts steigender Arbeitslosigkeit und den zunehmenden Schwierigkeiten der französischen Auto- und Stahlindustrie steht Frankreichs Regierung derzeit in der Kritik. Zu hohe Staatsausgaben und geringer Reformwillen werden dem Land vorgeworfen. Dennoch stünde Frankreich nicht am Abgrund, sagte der Ökonom und ehemalige Berater des französischen Präsidenten François Mitterrand, Jaques Attali, in einem Gespräch mit dem österreichischen Standard. „In Europa kommt die falsche Idee auf, Frankreich sei Europas ‚kranker Mann‘. Wenn, dann ist es Deutschland“, so Attali.

Konjunkturell sei Deutschland derzeit „vielleicht“ noch ein Vorbild für Frankreich, erläutert Attali. Und auch die deutsche Konkurrenzfähigkeit sei verglichen mit der Frankreichs „sicher beeindruckend“. Aber diese deutsche Konkurrenzfähigkeit beruhe lediglich auf „zwei künstlichen Faktoren“, der Nähe Deutschlands zu Osteuropa und somit beispielsweise zu Billiglohnarbeitern aus Polen sowie der deutschen Mehrwertsteuerpolitik, erklärte der Ökonom.

Ein noch viel schwerwiegenderes Problem sieht Attali jedoch langfristig in der „katastrophalen Bevölkerungsstruktur“ Deutschlands. „Die Deutschen machen keine Kinder mehr“, so Attali. In 30 Jahren werde Frankreich Deutschland hinsichtlich der Zahl der Einwohner überholt haben. Das führe dazu, dass das Rentensystem nicht mehr finanziert werden könne. „Und ich wünsche mir nicht, dass die Franzosen dann für die Renten der Deutschen aufkommen müssen“, sagte Attali.

Die bisherige Regierungszeit Hollandes betrachtet der ehemalige Mitterrand-Berater positiv. „Auf europäischer Ebene hat er es geschafft, die Tendenz zur Wachstumspolitik umzukehren“, nachdem die Regierungen in Berlin und London nur auf Sparpolitik gesetzt hätten. Innenpolitisch halte sich der französische Präsident zudem „eisern“ Haushaltsdisziplin, versuche die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und Schulreformen durchzuführen. „Ich bleibe optimistisch für Frankreich, weil Europa trotz allem Form annimmt, Frankreich bevölkerungsmäßig stark wächst und seine Exportkraft wieder finden wird“, ergänzt Attali.

Kommentare

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  1. Freki sagt:

    Das Märchen, dass die Konkurrenzfähigkeit eines Landes von der ‚workforce‘ abhänge und erstrangig daran, wie billig die ihre Arbeitskraft verkaufen müsse, ist ein Mantra systematisierten Schwachsinns. Deutschlands Exportstärke hat mit den billigen Osteuropäern herzlich wenig zu tun, obgleich man diese selbstredend als willkommene Lohndrücker einsetzt – aber das wohl nur, um das Mantra sinnfälliger zu modulieren. Es gibt ja auch Propagandisten des Irrealen, die diese Stärke mit den Schröder-‚Reformen‘ kausal zu verbinden suchen – Schreibsöldner der einfacheren Art sind die. Kein Industrieland hat in dem Ausmaß Arbeitskraft durch kapital ersetzt wie Deutschland. Ein Auto, das hier produziert wird, hat einen Lohnkostenanteil im Verkaufspreis von schlappen 8%. Die Kapitalkosten liegen bei geschätzten 40%, dazu Steueranteile von etwa 30%. Wenn man die Autowerker mit verdoppelten Stundenlöhnen beglücken würde, müßte sich – bei gleichem Gewinn – ein Golf um 50 Euro verteuern. Wenn man berücksichtigt, dass so ein Golf überall in der Welt billiger zu haben ist als in dem Land, in dem er produziert wurde, kann man sich einen Reim darauf machen, wie blödsinnig die Sparappelle der offiziellen politischen Ökonomie sind – insbesondere, wenn sie darauf abzielen, sich als eine Erfolgsstrategie für den konkurrenzschwachen Süden anzudienen.
    Die den Südländern über EU zugeschobenen Bonitätszuwächse, die sich in monströse kreditgewährungen der Großbanken transformierten, hat die deutsche Exportindustrie wie einen Tumor anschwellen lassen. Target2-Finanzierung mit Rückgriff auf deutsche Steuerzahler. Wer diese ‚Erfolge‘ ermöglichte und sie auch bezahlen wird, der sollte nicht unbedingt meinen, er sei auch Teilhaber dieser ‚Erfolge‘.

  2. Biggi sagt:

    So ganz unrecht hat er ja nicht.
    Es ist aber nicht unbedingt die Geburtenrate, sondern die EU und der Euro werden uns zum Fallen bringen.
    Die EZB Politik schmilzt zunehmend die kleinen Vermögen des Mittelstands weg. Somit auch deren Altersvorsorge. Bedingt durch die Agenda 2010 werden zunehmend Rentner/innen da sein, welche staatliche Unterstützung brauchen werden. Bedingt durch die Billiglohnpolitik werden auch nicht mehr genügend Steuern rein kommen, um dies abzufedern. Versandhändler wie z.B. Amazon….vernichten immer mehr Arbeitsplätze im Einzelhandel………Der Rest, welche als Steuerzahler bleiben werden, ist nicht mehr in der Lage, das Problem mit seinen Steuerzahlungen aus Erwerbsarbeit zu stemmen. Darüber hinaus haben wir immer mehr finanzielle Belastungen durch Brüssel. Deren Verordnungen und Gesetze verteuern die Produktion, Dienstleistung und somit auch die Produkte. Die Verpflichtungen aus der Gemeinschaftswährung Euro werden weiter wachsen.
    Und wem haben wir den Euro zu verdanken? Den Franzosen. Selbst Helmut Kohl hat damals erkannt, dass es noch viel zu früh für eine gemeinsame Währung ist. Er wurde aber von den Franzosen erpresst. Deutsche Einheit nur mit Euro. Jetzt hängen wir da drin und Europa wird regiert von Goldman Sachs und er amerikanischen Finanzwelt. Das Ergebnis jahrelanger falscher Politik lässt sich auch nicht mit einer höheren Geburtenrate lösen.

  3. KKönigKalleWirsch sagt:

    Wir Deutschen, haben ohnehin unsere Moral verloren. Nachbarn, spionieren Hartz4- Empfängern hinterher, und denunzieren diese, wenn sie der Meinung sind, das diese irgedwo arbeiten würden. Der Hartz4- Empfänger, wird darüber nicht vorher und auch nicht nachher unterrichtet. Er hat, somit, auch keine juristischen Möglichkeiten sich gegen den Rufmord zu wehren.

    Es ist auch n i c h t das erste mal, das eine Frau, wie durch einen dummen Zufall, ein Stellenangebot, aus einem Bordell, auf den Tisch geknallt bekommt.

    Aus dem Sozialrechtsexperten

    „Unmoralisches Angebot: Arbeitsagentur bietet 19-Jähriger Stelle im Bordell an
    Unmoralisches Angebot: Die Augsburger Agentur für Arbeit hat einer 19-Jährigen eine Stelle als Servicekraft angeboten – in einem Bordell.

    Voraussetzung für den Job sei ein „ansprechendes Auftreten“, heißt es in einem Brief an die junge Frau.

    Die Augsburger Agentur für Arbeit hat einer 19-Jährigen eine Stelle als Servicekraft in einem Bordell vorgeschlagen. Die Frau sollte in dem Bordell Gästen an der Theke Getränke ausschenken.

    Voraussetzung sei ein „ansprechendes Auftreten“, heißt es in einem Brief des Arbeitsamtes, der der Augsburger Allgemeinen vorliegt.

    Die 19-Jährige sagte der Zeitung:

    „Ich war total entsetzt. Meine Mutter hat sogar geschrien, als sie den Brief gesehen hat.“

    Das Angebot sei ein Versehen gewesen, erklärte Geschäftsführer Roland Fürst. Bei einer Stelle im Rotlichtmilieu hätte die Frau eigentlich vor dem Schreiben gefragt werden müssen, ob sie Interesse hat.

    „Hier ist uns ein Fehler unterlaufen. Die zuständige Vermittlerin hat das Gespräch nicht geführt und den Brief am Freitag verschickt.“

    Der Vorfall sei unangenehm, sagte Fürst. „Es entsteht der Eindruck, dass wir hier ungefiltert Vermittlungsvorschläge raushauen.

    “ Die Agentur werde künftig noch genauer hinschauen, ob eine Stelle zum Bewerber passe. „Gerade bei einer Stelle im Rotlichtmilieu muss es passen.“

    Wir erinnern uns: Sozialgericht Darmstadt, Urteil vom 26.09.2012 – S 17 AS 416/10 , berufung anhängig beim LSG Hessen unter dem Az. L 9 AS 852/12

    Ein erwerbsfähiger Leistungsempfänger hat keinen Anspruch auf Leistungen zur Eingliederung von Selbständigen für die Gründung eines Erotik-Live-TV-Magazins im Internet, mit dem Erotik- und Pornografiedarstellungen angeboten werden“.

    http://sozialrechtsexperte.blogspot.de/2013/02/unmoralisches-angebot-arbeitsagentur.html?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed:+Sozialrechtsexperte+(sozialrechtsexperte)

  4. Uta sagt:

    Wenn für die Kunkurrenzfähigkeit der Wirtschaft eines Landes, die Geburtenrate der entscheidende Faktor wäre, wären afrikanische Länder wohl längst Weltspitze.

    „Der Ökonom und ehemalige Berater Mitterrands, Jaques Attali, will in 30 Jahren nicht die Renten der Deutschen zahlen“
    – In 30 Jahren, also mit 100 J., werden Sie höchstwahrscheinlich für gar nichts mehr zahlen.

    • Hans von Atzigen sagt:

      Absolut und einwandfrei richtig erkannt.Haetten dies dummen Schwadronierer recht dann wäre zum Beispiel das irre übervölkerte Ägypten mit seinen 80 Millionen Menschen,zusammengepfercht auf engstem Raum das reichste Land der Welt. Unübersehbarer Fakt ist das genaue Gegenteil.
      Das Land steht am Tor zur Hölle.Absolut und total Absurd mit welch Irren Thesen operiert wird.Diese obstrusen Thesen können auch durch die Ervolge anderer ebenfalls übervölkerter Länder nicht gestützt werden.Gewiss da sind sehr beeindrukende Ervolge vorhanden.Der Haken an diesen Beispielen,die hängen am aktuell noch einigermassen funktionierenden Weltabsatzmarkt.Doch dieser Weltabsatzmarkt steht vor dem Zusammenbruch.Volge auch diese Volkswirtschaften stehen zeitlich verzögert ebenfalls am Tor zur Hölle.Irrsinn absolutter Irrsinn.

  5. winter sagt:

    Typisch französisch: Selbstüberschätzung als Staatsangehörigkeitsdoktrin, ganz besonders ausgeprägt bei französischen (National denkenden) – Sozialisten, die von Wirtschaft nichts verstehen.

    Frankreich ist gut in Produkten von gestern wie Parfüm und Champagner… und wo bitt schön soll das Wirtschaftswachstum herkommen?
    Frankreich hat doch kaum Produkte, die international zählen und auffallen.
    Bevölkerungsüberschuss mündet nicht zwangsläufig in Wirtschaftswachstum, siehe das gesamte 19. Jahrhundert und die massive europäische Auswanderung in die USA, Kanada, Australien, Neuseeland usw…

    Besser wäre für Atali: er würde seinen Landsleuten empfehlen, sie sollten Deutsch lernen, da brauchen die nicht so weit zu wandern..

  6. Margrit Steer sagt:

    Roman Herzog sagte mal „Es muß ein Ruck durch Detuschland gehen“
    Nein, in erster Linie muß mal ein Ruck durch die Politik gehen.
    Seit der Wende haben wir den strammen Sozialismus.
    Die alten SED-Kader sind die neuen Kader
    Wie ging es denn damals?
    In Strömen kamen die Ossis in unsre Parteien, ganz nach dem Motto „gestern war ich noch strammes SED-Mitglied, heute bin ich, weil die Mauer gefallen ist, ein lupenreiner Demokrat“

    „Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf“ so sagte schon Erich.

  7. Kai sagt:

    Macht doch nix.
    Dann sind wir dran mit Stütze abholen.
    (Fragt sich nur von wem?)

  8. uweK sagt:

    …..eigentlich wollten wir doch alle ein einiges Europa.
    jetzt zahlen wir Deutsche außer unseren eigenen Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern, deren Anzahl nicht wirklich bekannt gegeben wird, noch die Spätfolgen der Ära Griechenlands, demnächst die Spanier und werden hoffentlich dann bald durchs kollabierende System davon entbunden.
    Bevölkerungspolitisch wird´s sowohl für die restlichen Deutschen und genauso die wenigen Franzosen schwer, wenn sich bei unserem liebsten Nachbarn die Maghrebiner und hier die Türken um den Kadaver Europa streiten. Mahlzeit!

    • Margrit Steer sagt:

      Deutschland wird dann eine türkische Kolonie. Das ist doch auch längst von den antideutschen Grünen so gewollt und angedacht.

      So lange der dumme deutsche Michl nicht merkt, wie er verarscht wird, können die in Berlin ja auch machen was sie wollen
      Aber wehe, wehe, der letzte Deutsche wird wach, dann wird es so gehen:#

      „Noch sitzt Ihr da oben, Ihr feigen Gestalten.
      Vom Feinde bezahlt, doch dem Volke zum Spott!
      Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
      dann richtet das Volk, dann gnade Euch Gott!“

      Theodor Körner(1791-1813)

  9. skeptiker sagt:

    viel schwätzen, nichts tun!
    Wer hat die schwarzgelbe Bande gewählt und damit das merkel an die Macht gebracht? Wer hat die gewählt, obwohl jedem bekannt wurde, dass der rolli und seine kumpanen Schwarzgelder bunkern und sich persöhnlich bereichern? Es sind Verbrecher, bewiesene und verurteilte. Denkt Ihr, die machen es nicht weiter? Wie jetzt der Spinner aus SP? Und seine komplitzen?
    Wer sagt kein Wort, dass die Medienintandanten durch unser Geld finanziert!!!! 300 o. 500K Euros kassieren, dafür dazu, dass noch uns belügen?
    Wer – Imigranten?
    Wer trotz der ganzen Scheisse immer noch das merkel lobt und höchstwahrscheinlich es wieder wählt? Im besten Fall seine Kumpanen von der grünen und der roten Laterne? Die reiben sich schon die Hände!
    Ihr wählt Verbrecher trotz besseren Wissens. Ihr wählt Lügner und Betrüger. Sowas kann man 1X machen, solange man nichts weiss, aber nicht immer wieder!!!!
    Also hört auf zu jammern!

    • Swen sagt:

      Leider gibt es keine sinnvolle Alternative. Bei rot/grün kannste den Griechen, Italienern, Spaniern, Franzosen… direkte eine Kontovollmacht für dein Konto geben (Eurobonds). Im andere Leute Geld ausgeben waren die rot/grünen schon immer Weltmeister….

      • geistige Insolvenz sagt:

        Genau das ist ja das verheerende Denken! Es gäbe keine Alternative ….
        zu Honecker hat es auch eine Alternative gegeben … Kohl und das System BRD waren leider nur die Falschen! 🙂

      • Margrit Steer sagt:

        Doch es gäbe Alternativen.
        Aber die bekommen keine Presse- oder Medienauftritte.
        Und so weiß die Mehrheit des Volkes nichts
        Denn die sind nicht links und sozialistisch, sondern konservativ-bürgerlich und das ist bei uns nun mal nicht erlaubt.
        Deswegen werden dies Gruppierungen totgeschwiegen

  10. ios sagt:

    von Osteuropa profitiert am meisten Grossbritannien.Billigarbieter aus Polen kamen kaum nach Deutschland da erst seit 2 Jahren der deutsche Markt offen ist.Ausserdem,die fehlende Geburtenrate machen wir durch hohe Einwanderung Qualifizierter Jobsuchender aus Europa weg