Schuldenkrise: Deutscher Mittelstand stark verunsichert

Die letzten Jahre waren gekennzeichnet von der internationalen Finanzkrise, Auftragsrückgängen und sinkenden Geschäftserwartungen. Die momentane Erholung des Geschäftsklimas verunsichert Mittelständler. Kleine und mittlere Unternehmen machen sich schlank und verordnen sich Sparprogramme.

Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst % Young legt eine Studie vor, nach der nur noch ein gutes Drittel (39%) der Mittelständler die aktuelle Geschäftslage als gut empfindet. Noch vor einem halben Jahr waren es mehr als die Hälfte. Über schlechte Geschäfte klagen 15 Prozent der Unternehmer, vor sechs Monaten waren es nur acht Prozent.

Neue Jobs werden beispielsweise kaum geschaffen. Dabei gilt der Mittelstand als der Motor der deutschen Konjunktur und Garant für ein vielfältiges Stellenangebot. Nur 18 Prozent der Unternehmen wollen jedoch im laufenden Jahr Mitarbeiter einstellen. Das ist der niedrigste Stand seit drei Jahren, berichtet das Online-Magazin der Nürnberger Nachrichten Nordebayern.de. Zwei Drittel (68 %) rechnen damit, ihre Belegschaft halten zu können, 14 Prozent aller Unternehmer planen sogar Stellenstreichungen.

Die Sorgenliste des Mittelstands ist lang: Steigende Energiepreise, die verunsichernde Erinnerung an die Staatsschuldenkrise, steigende Rohstoffpreise und eine schwache Konjunktur sind nur einige Punkte, die den Unternehmen zu schaffen machen. Hinzu kommt, dass durch den starken Euro der Export in Länder, die eine Fremdwährung haben, teurer wird.

Das hat auch Auswirkungen auf das Investitionsvolumen: 18 Prozent gaben an, im laufenden Jahr mehr Geld ausgeben zu wollen. Ein gleich großer Anteil will jedoch den Gürtel enger schnallen. Obwohl die Mehrheit der Unternehmer (56%) mit einem stabilen Geschäftsjahr und ein Viertel (26%) sogar mit Gewinnen rechnet, ist noch kein Expansions-Verhalten im Mittelstand zu beobachten. Aufgrund der unsicheren Entwicklung der Wirtschaft herrscht eine eher abwartende Stimmung in Deutschland.

Kommentare

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  1. Ariovist sagt:

    Wir hatten schon einmal ein Finanzsystem, welches seinen Namen auch verdiente: Es war der MEFO-Wechsel, welcher 1933 von seinem genialen Finanzier Hjalmar Schacht als Zahlungsmittel für die Ausgaben des Reiches entworfen wurde. Der Grund für die Einführung der Wechsel war eine amerikanische Verfügung vom 13.01.1934, die das Verhältnis des US-Dollars zur Reichsmark um 56,9% verschlechterte, sodass es dem Deutschen Reich auf dieser Grundlage nicht mehr möglich war, die für den Deutschen Wiederaufbau nötigen Rohstoffe und Produkte zu fairen Preisen zu kaufen. Aus dieser Devisennot heraus schuf Deutschland die Arbeitswährung, von der die Wechsel ein wichtiger Teil waren. Sie gestatteten einen Vorgriff auf Gelder, die nicht wie unserer heutiges Geld künstlich geschaffenes Notengeld waren, sondern die durch Arbeitsleistungen und real geschaffene Werte gedeckt wurden. So gelang es damals, ein Wirtschaftswunder bei stabilen Löhnen und Preisen zu schaffen. Diese Leistung ist umso höher zu bewerten, als sie unter extremem Devisenmangel und in Konkurrenz zu den großen Handelsmächten England und Amerika stattfand. Fest steht, dass ein Ei 1945 genauso viel kostete wie 1933 ( Der Große Wendig, Band IV, S. 162 ff). Churchill sagte einmal, dieses Finanzsystem sei ein Mitgrund des letzten Krieges gewesen sein. Und da fällt mir glkeich die vom Zaun gebrochene Revolution in Lybien ein, wo doch Gahdaffi das bestehende Finanzsystem, unter dem wir alle auch zu leiden haben, durch ein neues panarabisches Finanzsystem ohne Zinsen ersetzen wollte. Der Kreis schließt sich!

  2. frame sagt:

    Ja was denn nun ?

    Ich hatte doch hier letzte Woche noch über die optimistischen Zukunftsaussichten
    des deutscher Mittelstand gelesen … ???

    • georg sagt:

      ganz genau.. man darf die marktschreierischen überschriften nicht zu ernst nehmen. gruss georg
      p.s.und auch nicht den ganzen zahlen/ index/ umfragenmüll

  3. J.J.Rousseau sagt:

    Durchhalten – die Klein und Mittleren Unternehmen und das Kleinbauertum sind die Zukunft nach dem Bankster und Konzerns Terrorismus. Vernünftige, Menschenbezogene Arbeit – ohne Zocker und Bö(r)sen ist die Zukunft. Auch die Kaufpolitiker der Bankster und Konzerne durch ihre Parteien haben längst ausgedient. An ihre Stelle müssen ehrliche Menschen Treten – direkte Demokratie aller Bürger zu allen Fragen ist die Zukunft. Wie das künftige politische System durch direkt gewählte „Ältestenräte“ aussieht weiss ich nicht – da haben auch Vordenker wie Rousseau zu wenig mitgegeben. Da haben Sie vielleicht Ideen.