Eurozone: Ökonomen erwarten weniger Wachstum

Am Donnerstag werden die Daten zur Wirtschaft der Eurozone erwartet. Ökonomen rechnen damit, dass das BIP der Währungsunion im letzten Quartal des vergangenen Jahres so stark geschrumpft ist wie seit 2009 nicht mehr. Die politische Entwicklung droht die Krise weiter anzufachen.

Am Donnerstag wird die Eurostat die Daten zur Entwicklung der Wirtschaft in der Eurozone veröffentlichen. Das BIP der Eurozone sei im vierten Quartal 2012 um 0,4 Prozent geschrumpft – lautet die durchschnittliche Prognose von 45 Ökonomen, die Bloomberg befragte. Für das erste Quartal 2013 erwarten die Experten ebenfalls kein Wachstum. Ein Minus von 0,4 Prozent wäre der stärkste Rückgang in der Eurozone seit dem ersten Quartal 2009. Seit dem vierten Quartal 2011  ist die Wirtschaft der Eurozone  nicht mehr gewachsen.

Mindestens 11 der 17 Euro-Staaten befinden sich in der Rezession, die Arbeitslosigkeit ist auf einem Rekord-Hoch (mehr hier). Hinzu kommt die politische Instabilität in Südeuropa. Einerseits könnte der Korruptions-Skandal um den spanischen Premier Mariano Rajoy die Schulden-Krise wieder anfachen. Andererseits droht ein möglicher Wahlsieg Silvio Berlusconis bei den italienischen Parlamentswahlen die Lage auf dem Anleihenmarkt wieder verschärfen.

Für Deutschland wird ein Rückgang um 0,5 Prozent im vierten Quartal 2012 und ein Plus von 0,1 Prozent im laufenden Quartal erwartet, so die Bloomberg-Umfrage. Ende 2012 waren die deutschen Exporte eingebrochen (mehr hier). Für Frankreich, nach Deutschland die zweitgrößte Wirtschaft der Eurozone, wird sowohl für das vierte Quartal 2012 als auch für die nahe Zukunft eine Rezession prognostiziert

. Die Arbeitslosigkeit ist in Frankreich so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Kommentare

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  1. khaproperty sagt:

    Diese Erkenntnis braucht keinen Ökonomen, nur ein wenig Verständnis und Beobachtung dessen, was in den vergangenen Jahren geschah:

    Durch den (falschen) keynesianischen Ansatz des staatlich zur Verfügung gestellten Geldes und der Zinssenkung sorgten alle Industrie- und die meisten anderen Staaten dafür, daß erstens ein Strohfeuer über ein paar Jahre entflammte, das nun erlöscht – was abzusehen war – und zweitens sodann den Staaten weder Geld noch Zins zur Vefügung steht, um ihre Konjunktur noch beeinflussen zu können.
    Also geht sie den Bach hinunter, wie sie es vor vier Jahren bereits sollte und wollte.

    So geht staatliches Handeln nunmehr – in Euroland etwa – über die EZB (und damit direkt zu Lasten der haftenden Steuerzahler) und sorgt somit für deren direkte und voranschreitende Verarmung.

    Hätten wir alle diese famosen Politiker nicht bereits, müßte man sie erfinden – sofern man die Welt zugrunde richten wollte.

  2. hugin sagt:

    WACHSTUMS-LÜGEN
    Die „Wirtschafts-Propheten“ sagen ein Wachstum voraus, welches dann immer nach unten korrigiert werden muss. Allein die Vorhersage auf Zehntel-Prozent ist an sich schon unseriös. Auch ein Rückgang der Wirtschaft ist nach diesen Herrschaften ein Wachstum.—- Nämlich ein „Minus-Wachstum“—- ! Wofür bekommen diese „Experten“ eigentlich das Geld ?

  3. ast sagt:

    Die Krise in Europa ist überwunden, so hiess es im Januar aus Politik und EZB -Kanälen. Doch bereits damals gab es wenig realwirtschaftlliche Anhaltspunkte für diese These. Wer sich bei Anlagen entsprechend dieser Aussagen positioniert hat, der wird wohl nun zum Opfer dieser publikumswirksam verbreiteten Lügen. Ja, es war eine Lüge, denn fast sämtlichen Industriedaten aus Europa verwiesen auf oftmals zweistelligen Rückgang zum Vorjahr hin.

  4. Eddi sagt:

    Aber nicht das dass alles mit den Euro zusammen hängt. Der bringt doch den Völkern Europas Wohlstand und Frieden so Frau Merkel !

  5. Spignjev sagt:

    Geben ist seliger als genommen werden.