Leuchtkraft von Silizium-Kristallen wird für LEDs nutzbar

Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie haben eine neue Beleuchtungs-Technologie erforscht. Silizium-LEDs sind ungiftig und billig in der Herstellung. Sie könnten daher herkömmliche LEDs bald vom Markt verdrängen.

Silizium galt lange als ungeeignet für Leuchtdioden. Wie Wissenschaftler nun herausfanden, verhält sich das im Nanobereich jedoch anders: Mikroskopisch kleine Siliziumkristalle haben erhebliches Potenzial als Lichtemitter. Durch ein neuartiges Herstellungsverfahren können hocheffiziente Leuchtdioden produziert werden.

Die Forschergruppe um Professor Uli Lemmer und Professorin Annie K. Powell vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie Professor Geoffrey A. Ozin von der Universität Toronto hat Silizium für das gesamte Farbspektrum des Lichts nutzbar gemacht. Bisher war Silizium nur für den roten sichtbaren Bereich des Lichtspektrums sowie für den Infrarotbereich  nutzbar.

Je nachdem, wie die Siliziumpartikel aufgetrennt werden, können die unterschiedlichen Farben des Lichts erzeugt werden. „Darüber hinaus zeigen unsere Leuchtdioden eine erstaunliche Langzeitstabilität, die bisher nicht erreicht wurde“, berichtet Florian Maier-Flaig, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lichttechnischen Institut (LTI) des KIT. Die empfindlichen Dünnschichtbauteile werden geschont, Kurzschlüsse durch übergroße Partikel können vermieden werden.

Erstaunlich ist, dass das erzeugte Licht sehr homogen auf die beleuchteten Flächen einfällt. Das garantiert, dass die Silizium-Dioden (SiLEDs) nicht nur kostengünstig hergestellt und verkauft werden können, sondern auch eine effektive Leuchtkraft besitzen.

Ein weiterer Vorteil der Leuchten besteht darin, dass sie ohne Schwermetalle auskommen. Andere Forschergruppen verwenden Cadmiumselenid, Cadmiumsulfid  oder Bleisulfid – allesamt toxische Stoffe. Silizium hingegen ist ungiftig und reichlich verfügbar. Eine Massenvermarktung der SiLEDs ist daher nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Perspektive sinnvoll.

Kommentare

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  1. Pedant sagt:

    Wenn ich kurz klugscheißen darf:
    Der Begriff „Langzeitstabilität“ wird im Artikel fälschlicherweise mit „langer Haltbarkeit“ gleichgesetzt.
    Ausgehend von der letzten Veröffentlichung des genannten Wissenschaftlers am KIT:

    http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0301010412002777

    wird dort von „Photolumineszenzlebensdauer“ gesprochen. Diese Lebensdauer ist lediglich die Zeit, nach der angeregte Elektronen-Lochpaare rekombinieren und hat absolut

    –> rein gar nichts <—

    mit einer Haltbarkeit im Sinne von einer langen Gebrauchslebensdauer zu tun. Im Gegenteil: Nanopartikel, wie sie auch hier verwendet werden, sind in der Regel instabil bzgl. Zeit und Temperatur.
    Es ist also noch ein langer Weg, auch wenn die Technik etwas Hoffnung macht.

    Grüße, ein Pedant

  2. Freisinn sagt:

    Es tut sehr wohl, mal auch was positives zu lesen! Von dem vielen Banken & Rettungspaket-Quaqua bin ich schon ganz trübsinnig

  3. J.J.Rousseau sagt:

    Das können die Globalisten der Bankster, Konzerne und ihre gekauften Politiker doch nicht zulassen – dass da etwas günstig hergestellt wird, wenig Strom braucht und auf Rohstoffen basieren, die reichlich vorhanden sind. Wie können die da Gewinne machen? Denn zum Wohle der Menschheit haben sie noch nie etwas getan – also, wie Teslas Erfindungen VERSCHWINDEN lassen.