Deutschlands schwache Wirtschaft verstärkt Rezession in Europa

Das deutsche BIP ist im vierten Quartal so deutlich eingebrochen, wie seit 2009 nicht mehr. Ein Rückgang in dieser Höhe war nicht erwartet worden. Von einer verbesserten Unternehmens-Stimmung ist in der Realwirtschaft noch nichts zu spüren.

Die deutsche Wirtschaft ist im vierten Quartal 2012 stärker geschrumpft als erwartet: kalenderbereinigt wurden nur noch 662,73 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im Quartal zuvor waren es noch 664,92 Milliarden Euro. Das Statistische Bundesamt (Destatis) gab ein preis-, saison- und kalenderbereinigtes Minus von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal an. Das ist der stärkste Rückgang seit dem zweiten Quartal 2009. In den ersten drei Quartalen 2012 war das deutsche BIP noch um 0,5, 0,3 und 0,2 Prozent gewachsen.

Im vierten Quartal konnten zwar die Konsumausgaben leicht zulegen. Doch die Erwartungen des Einzelhandels für das Weihnachtsgeschäft fielen insgesamt ernüchternd aus. Auch in Bauten und in Ausrüstungen wurde weniger investiert als noch im Zeitraum von Juli bis Oktober vergangenen Jahres. Die Aufträge in der Industrie nehmen bereits seit Monaten kontinuierlich ab. Vor allem die Automobilindustrie ist davon hart in Mitleidenschaft gezogen. Viele Werke sind nicht voll ausgelastet.

Ausschlaggebend für den BIP-Rückgang war vor allem der schwache deutsche Außenhandel. Infolge der Schuldenkrise der Euro-Länder ist die Nachfrage nach deutschen Produkten im gemeinsamen Währungsraum rapide zurückgegangen.

 

Insgesamt ergibt sich für das gesamte Jahr 2012 nur noch ein Wachstum von 0,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ergibt sich ein Plus von 0,1 Prozent – der schwächste Anstieg seit Ende 2009. Aktuelle Umfragewerte des Geschäftsklimas haben ergeben, dass sich eine leicht positive Stimmung bei den Unternehmenserwartungen entwickelt hat. Wie die aktuellen Zahlen von Destatis zeigen, hat sich diese Stimmung in der Realwirtschaft jedoch noch nicht manifestiert.

Kommentare

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  1. Jürgen Lieberth sagt:

    Ich kann mich noch sehr gut an das Interview erinnern daß Sigmund Gottlieb mit Altkanzler Helmut Schmidt im BR Fernsehen vor einigen Jahren führte.
    Und Schmidt sagte damals: die Weltwirtschaftskrise wird schlimmer und länger andauern, als die in den Zwanziger Jahren.
    Möge er sich vielleicht nicht geirrt haben, dann gnade uns Gott !?
    Obwohl ich von Haus aus Optimist bin, sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels. Von Aufbruchstimmung weit und breit keine Spur, das einzige was bleibt: ist die Hoffnung das es irgendwann wieder bergauf geht !?
    Mit Zweckoptimismus kommt man nicht zwangsläufig weiter und jeder muß schauen wo er letztendlich bleibt.

  2. rundertischdgf sagt:

    Das kriegen wir locker in den Griff, wenn die Freihandelszone mit den USA verwirklicht ist. Das erklärte sogar Seehofer auf dem Aschermittwoch seiner Partei vor begeisterten Anhängern.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/02/15/seehofer-und-die-freihandelszone-mit-den-usa/

  3. Stefan Wehmeier sagt:

    Die allgemeine Wirtschaftskrise

    „Die Werte schaffende Arbeit, diese einzige Quelle des Wohlstands, wird durch den Geldstreik lahm gelegt. Fleiß, Erfindungsgeist, Sparsamkeit, Wohlstand graben sich im Konjunkturzyklus selbst ihr Grab, führen zwangsläufig zu Arbeitslosigkeit, Armut und Not. Es liegt eine tiefe Tragik in diesem Zusammenhang. Je fleißiger, erfindungsreicher und sparsamer die Arbeitenden sind, umso früher sinkt der Sachkapitalzins unter die Rentabilitätsgrenze, umso früher müssen Geldstreik und Wirtschaftskrise eintreten.
    …Es ist das Unglück der Arbeitenden, dass ihnen im Kapitalismus dauernd ein Teil ihres Arbeitsertrages vorenthalten wird und in die Taschen der Zinsbezieher fließt. Aber es ist der Gipfelpunkt der Tragödie, dass sie nur deshalb in die Not fast dauernder Unterbeschäftigung gestoßen werden, weil die Zinsbezieher das ihnen zufließende arbeitslose Einkommen, soweit nicht zum Verbrauch bestimmt, nur dann investieren, wenn neuer Zins winkt.

    Erst wenn die Arbeitslosigkeit lang genug gedauert hat, um das Sachkapital durch das Wachstum der Bevölkerung, natürlichen Verschleiß usw. so zu verknappen, dass die erwartete (nicht tatsächliche) Rendite den Geldzinsfuß übersteigt, oder wenn durch Kriegsrüstungen usw. das Rentabilitätsprinzip wieder hergestellt ist, lässt sich das Geld auf neue Investitionen ein und gibt den Weg frei für einen neuen Aufschwung. Der Zyklus wiederholt sich. Er bedeutet dauernde Massenarmut.“

    Otto Valentin (aus „Die Lösung der Sozialen Frage“, 1952)

    Von allen bisherigen, durch eine seit jeher fehlerhafte Geld- und Bodenordnung ausgelösten allgemeinen Wirtschaftskrisen unterscheidet sich die gegenwärtige „Finanz- und Schulden-krise“ dadurch, dass der Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – nur solange der Vater aller Dinge sein konnte, wie es noch keine Atomwaffen gab.

    Damit stehen wir am Ende des zivilisatorischen Mittelalters vor der größten anzunehmenden Katastrophe der Weltkulturgeschichte, der globalen Liquiditätsfalle (Armageddon), die auch ohne Atomkrieg unsere ganze „moderne Zivilisation“ auslöschen kann – und zwar umso schneller, je länger der finale Zusammenbruch des Geldkreislaufs zuvor von der „hohen Politik“ durch rigorose Ausbeutung der „3. Welt“ (Die Zinszahlungen der Entwicklungsländer an die Industrienationen übersteigen die gesamte Entwicklungshilfe um das Dreißigfache!), Erhöhung der Staatsverschuldungen und Geldmengenausweitungen hinausgezögert wurde!

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/die-allgemeine-wirtschaftskrise.html

  4. BernhardundBianca sagt:

    Wen wundert es wirklich? Spanien geht es schlecht, Italien geht es schlecht, Griechenland sowieso, Portugal und Irland ebenso; Zypern hat ne Krise, Frankreich ist auf dem absteigenden Ast (siehe auch Bericht in der Wirtschaftswoche) usw. und so fort. Wer täglich ein paar Nachrichten sieht und liest der weiß: Banken/Finanzdienstleister reduzieren Personal, große Instrustrieunternehmen planen Stellenabbau (Z. B. Bosch), Deutsche Autohersteller fahren auf „Schmalhans“ und geben riesige Rabatte damit sie die Autos noch loswerden etc pp. Die Rohstoffe werden immer teurer; Strom, Versicherungen und sonstige Nebenkosten auch. ÄHHH, wo soll da der überwältigende Konsum herkommen? Und von wem??
    Regierung und z. T. vom Staat (also Steuergelder) beauftragte bezahlte Analysten sollen dem „dummen“ Volk vermitteln dass es aufwärts geht. Nur leider geht es nicht aufwärts – das weiß sicher schon jedes Kindergartenkind.

  5. Bea Fiedler sagt:

    Die Umsätze im Inland sind auf niedrigsten Niveau, jetzt spart Merkel mit ihrer Austeritätspolitik den europäischen Markt kaputt und hofft mit einer europäisch-amerikanischen Freihandelszone den auch am Boden liegenden amerikanischen Markt zu erobern. Toll !!! Umsätze lassen sich nur erhöhen, wenn die Nachfrage steigt, sprich, die Menschen Geld in der Tasche haben. Zu meiner Zeit hat man sowas in der 5./6. Klasse gelernt, aber da war Merkel ja noch IM Erika…

  6. wolfbier sagt:

    Wer sich die Absatzzahlen z.B. der Autohersteller angeschaut hat, die Massenentlassungen Tausender zur Kenntnis genommen hat, der konnte doch nicht wirklich von einem Aufschwung ausgehen.
    Aber nein, die Desinformations-Industrie wie IFO, GFK etc. gaukelt uns heile Welt vor.
    Und lassen sich dann die schlechten Zahlen beim besten Willen nicht länger türken, kommt dann gleich die nächste Nebelkerze: „Aber selbstverständlich wird dieses Jahr alles viel besser laufen!“
    Einen Dreck wird dieses Jahr tun. Es geht weiter bergab.
    Dank den Enteignungs- und Rettungsschirm-Parteien „CDUCSUROTGRÜNGELB“ und ihrer Sch…-EU.

    • Klaus aus RE sagt:

      Mein Freund Sergej ( Russe ) hat mich gefragt, wann es hier
      wieder besser wird, weil Medien usw. immer behaupten das die
      Talsohle durchschritten sei und wir wieder mit einem Aufschwung
      rechnen können. Habe ihm gesagt, wo die Rote Armee vor Berlin
      stand, haben unsere auch noch an den Endsieg geglaubt. Das hat
      er dann geschnallt.

  7. Spignjev sagt:

    gefälsc… angenehme Statistiken… bereinigt…Dcheutschland wird schleichend Entindustrialisiert…und schafft sich ab…Bildungsniveau sinkt…nur noch Billigjobs und Dienstleistung…wie vergehen in der EUdSSR!!!

  8. dothrephes23 sagt:

    Eben, wer keine Kohle mehr hat, der kann auch nichts kaufen.
    Wer soll die teuren deutschen Produkte leisten, wenn die Masse der Europäer kaum Geld mehr hat?
    Alles ist Merkels Schuld!

    • Diabolus sagt:

      so ein Unsinn!
      Merkel ist ganz sicher nicht Schuld an dem ganzen „Eurodesaster“….
      Kohl, Schröder etc natürlich auch nicht – die haben das alles zwar mit vorangetrieben, perfektioniert….aber wirklich Schuld sind alle die das zulassen! Warum nur schiebt jeder die Schuld auf andere!? Ihr alle habt es zugelassen, dass seit 1956!!! Mächte in Deutschland an der Macht sind, denen die Legitimation fehlt, die Gesetze „verabschieden“ welche ungültig sind, die eine Justiz erschaffen haben, die nur den Reichen dient, etc….
      Wir alle sind SCHULD, denn wir haben das zugelassen und wir unterstützen es auch Heute noch…
      Die Ignoranz der meisten Deutschen ist sehr beängstigend.

      • ET der Außerirdische sagt:

        Hallo Diabolus, perfekt analysiert, 100 % Zustimmung!
        Wir alle zusammen haben die Welt erschaffen, in der wir heute leben!!!
        Jeder einzelne von uns ist mitverantwortlich für den Zustand den wir aktuell haben!!!
        Jetzt ist es unsere Aufgabe die neue Welt so zu erschaffen, wie wir sie
        uns wünschen…

  9. N.D. sagt:

    Die Investitionen in Forschung und Entwicklung sind deutlich gestiegen.Das ist positiv.Die geplante Steuern-und Abgabenerhöhung aus Niedersachsen sind für die BRD und das Ausland und das Konsumvehalten in der BRD sehr negativ.