Energiewende: Preis für Heizöl auf Rekordhöhe

Die Preise für Rohöl haben sich in den letzten zehn Jahren verfünffacht. Mehr als 12 Millionen Haushalte sind von der Preisfalle betroffen: 2012 wird nicht als Jahr der Energiewende, sondern als das teuerste Heizöljahr in die Geschichte eingehen.

In der politischen Debatte um die Explosion der Strompreise (mehr hier) und die Finanzierung der Energiewende (hier)  wird die Preisentwicklung bei den fossilen Rohstoffen in den Hintergrund gedrängt. Wie eine Studie der Grünen belegt, sind die weitaus größeren Preisrisiken bei den Energieträgern für Heizungen und Kraftstoffe zu erwarten.

Fossile Rohstoffe werden immer knapper. Die Preise für Rohöl sind innerhalb der letzten zehn Jahre auf das Fünffache angestiegen. Für zwölf Millionen Haushalte wurde 2012 daher zum teuersten Heizkostenjahr überhaupt. Die Verbraucherpreise zwischen 85 und 95 Euro für 100 Liter wurden zur Norm. Vor zehn Jahren lag der Preis im Schnitt noch bei 35 Euro (siehe oben).

Fast die Hälfte aller Wohnhäuser in Deutschland wurde vor 1978 gebaut und ist damit ohne jegliche Rücksicht auf Wärmeschutzverordnungen konstruiert worden. In ihnen wohnen überwiegend ältere Menschen, die auch tagsüber zu Hause sind und daher einen höheren Heizbedarf haben. Auch einkommensschwächere Mieter werden überproportional stark von hohen Heizkosten belastet.

Eine echte Chance, etwas gegen die Preistreiberei der Heizkosten zu unternehmen, haben die Mieter aufgrund der geringen Anzahl der Energieanbieter nicht. Außerdem hat auch die Entwicklung der Strompreise gezeigt, dass ein liberalisierter Energiemarkt keinesfalls zwangsläufig zu geringeren Preisen führen muss.

Desweiteren ist mit einem weiteren Anstieg der Preise zu rechnen. Die Bundesregierung habe nach Ansicht der Grünen die Preisentwicklung unterschätzt und sich kurzfristig auf weitere Importe fossiler Brennstoffe konzentriert.

Anstatt jedoch eine raschere Gebäudesanierungspolitik voranzutreiben und den Ausbau erneuerbarer Energien weiter zu verfolgen, will die Regierung noch vor den Bundestagswahlen die Gasreserven Deutschlands anzapfen, um die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren. Vor allem die Abbaumethode Fracking steht aufgrund ihres Gefahrenpotenzial in der Kritik (mehr hier).

Die Studie prognostiziert einen Anstieg des Heizölpreises auf 131 Cent pro Liter im Jahr 2020. Bis 2030 soll sich der Preis im Vergleich zum Jahr 2012 dann erneut verdoppelt haben (184 Cent/Liter). Die Grünen fordern daher neue Anreize und Vorschriften für die Schrittweise Ersetzung von Ölheizungen durch nachhaltigere Lösungen. Anfangen könne man bei älteren Brennanlagen: jeder vierte Brennofen in Deutschland ist älter als 25 Jahre.

Kommentare

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  1. Margrit Steer sagt:

    Es fehlt ja auch das Öl aus dem Iran.

    Vielleicht buddeln wir eines Tages usnre Kohle im Ruhrgebiet mal wider mit den Händen aus, holzen die Parks ab und stellen uns wieder kleine Kohleofen in die Wohnungen

  2. Ulli Schaller sagt:

    Die Oelheizung wurde bei mir vor einigen Jahren auf Gas umgestellt und Gas wird nun auch nicht mehr benötigt, da ich kürzlich einen kleinen Wald gekauft habe und nun mit Holz heize. Zudem habe ich meinen ca. 1000 qm großen Garten mit Obstbäumen auf Selbstversorgung ausgerichtet. (Gemüse, Obst, Hühner, Eier – alles BIO “)

    Zeigt dem „System“ – wo es nur geht – die Rote Karte und wenn die Steuerbelastungen wegen der „Rettungen“ weiter steigen werde ich meinen Lebensstandard auf ein Minimum zurückschrauben. Jedenfalls werden dann Herr Draghi und Konsorten. von meinem erarbeiteten Geld niemals auch nur einen Steuer-Cent sehen.