Eurozone: Unternehmen erwarten keinerlei Besserung

Unbeeindruckt von den negativen harten Fakten zur wirtschaftlichen Entwicklung, blicken die deutschen ZEW-Experten sehr optimistisch in die Zukunft. Doch nun offenbart der Einkaufsmanager-Index, dass auch die Manager der Eurozone kaum noch Hoffnung verspüren.

Der Glaube an eine wirtschaftliche Erholung in der Eurozone ist am Donnerstag durch den Finanzdienstleister Markit erschüttert worden. Vor allem die Daten für Frankreich, Europas zweitgrößte Wirtschaft, sind sehr schwach. Der Einkaufsmanager-Index des Landes sieht im Februar mit 42,3 Punkten so schlecht aus wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Ein Wert unter 50 signalisiert einen Rückgang der Geschäfte.

„Die weit verbreitete Schwäche in Produktion und Dienstleistung lässt wenig Raum für Optimismus“, sagt Jack Kennedy, der Autor der Markit-Umfrage. Neubestellungen, Auftragsbestände, Beschäftigung und Erzeugerpreise – alle Indikatoren zeigten nach unten. Die Teilnehmer der Umfrage hätten von einem generellen Mangel an Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung berichtet, sagt Kennedy.

Die deutschen Daten sehen vergleichsweise gut aus, doch ist der Einkaufsmanager-Index im Februar mit 52,7 Punkten hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Für die Eurozone als ganze liegt der Index bei 47,3 Punkten. Der Einkaufsmanager-Index wird von der EZB regelmäßig als ein Indikator für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone herangezogen.

Die Liquiditätspolitik der EZB über ihr LTRO-Programm und die Ankündigung, Staatsanleihen zu kaufen, haben die Finanzmärkte beruhigt. Doch anders als die Stimmung auf den Finanzmärkten, sind die harten Fakten schon seit Monaten sehr schlecht, inzwischen auch in Deutschland (mehr hier). Dass nun in der Eurozone auch die Stimmung unter den Managern eingeknickt ist, könnte die EZB dazu veranlassen, die Leitzinssätze noch weiter abzusenken.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat bereits am Dienstag die Ergebnisse seiner monatlichen Expertenumfrage veröffentlicht. Deren Konjunkturerwartungen für Deutschland sind noch viel optimistischer. „Die Finanzmarktexperten haken das schwache vierte Quartal 2012 ab. Nach ihrer Auffassung bläst der Gegenwind aufgrund der Eurokrise der deutschen Wirtschaft weniger stark ins Gesicht als noch vor wenigen Monaten“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Dieser Index des ZEW beruht freilich lediglich auf den Erwartungen und Stimmungen von „Finanzmarktexperten“, und diese können irren. Dies zeigte sich etwa im Jahre 2009, als der ZEW-Index deutlich positive Erwartungen bezüglich der deutschen Wirtschaft zum Ausdruck brachte. Doch im Jahr 2010 ging das deutsche BIP dann dennoch leicht zurück.

Kommentare

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  1. Cecylia sagt:

    Im Grunde: es wird uns ein fremder Hut aufgesetzt auf einen Kopf, den wir noch garnicht haben.

  2. Fritz sagt:

    Deutscher Mittelstand ist mit diesen Katastrophen-Nachrichten schlecht bedient.
    Egal wie positiv eine Nachricht ist, sie wird hier als schlecht dargestellt.

    Wer diese Zeitung länger liest, ist der Meinung, dass der weltweite Kollaps unweigerlich morgen stattfinden muss.

    Nun – wem dient dieser Pessimismus? Klarer Fall! Den Arbeitgebern!
    Nur wer Angst vor der Zukunft hat, dankt seinem götlichen Ausbeuter, dass er noch leben darf.

    In den letzten 50 Jahren musste ich feststellen, dass wir in den besten von allen bisherigen Zeiten leben und das dieser Zustand des Wachstums für mindestens 1000 weitere Jahre andauern wird.

    Inflation? Völliger Quatsch bei dem heutigen Wettbewerb! Das sich vermehrende Virtualgeld findet nie den Weg in den realen Geldkreislauf. Wir haben dank Chinesen schon lange eine Deflation.
    Pleiten? Entlassungen? Wunderbar! Endlich kommt die Bewegung in die Märkte.
    Je ärmer ein Land ist, desto mehr Banken hat es. Schaue dir mal die Ukraine an (17% vom BIP bildet der Finanzsektor) und vergleiche sie mit der Schweiz.
    Abschaffung des Sozialstaates? Das ist fern jeder Realität. Welcher Politiker möchte schon durch pöbelnde Massen aufgehängt werden?
    Bedrohung aus Afrika oder von Nahost? Ja, die Juden sind mächtig, aber nicht mächtig genug.

    Wovor soll man also Angst haben? Nur vom Strassenverkehr und seiner eigenen Frau!

    Also mehr Lohn jetzt, sonst mache ich es mir lieber unter der Brücke bequem.

  3. consuela rodrigez sagt:

    Unbedingt anhören!
    Diese Predigt wurde am 7. Oktober 1979 in Hattersheim aufgenommen.
    Doch sie ist aktueller als je zuvor ……

    Pfarrer Hans Milch über die Zukunft Deuschland und Europas 1
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=EF4Yc979wCc

    Im Betrugsskandal um die Jewish Claims Conference (JCC) erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen 17 Mitarbeiter der JCC wegen Verschwörung zum Betrug, zu Geldwäsche und Urkundenfälschung. Mit rund 5600 Entschädigungsanträgen sollen sie mehr als 42 Millionen Dollar (etwa 30 Millionen Euro) erschwindelt haben. Ihnen drohen nun 20 Jahre Haft. Hiermit scheint sich zu bestätigen, dass die JCC eine der unzähligen, weltweiten Organisationen ist, deren Erfüllung nicht in der Linderung von Leid liegt, sondern darin, so viel Geld als möglich für sich selbst zu scheffeln. Die JCC wurde 1951 gegründet, um Geld zu verteilen, welches Deutschland an Holocaustüberlebende zahlt. Bis Ende 2009 hat Deutschland laut dem Bundesfinanzministerium 66 Milliarden Euro an ,,Leistungen der öffentlichen Hand auf dem Gebiet der Wiedergutmachung“ erbracht! Hinzu kommen noch weitere ,,nicht bezifferbare“ Milliarden für Sozialversicherungen. Und wer entschädigt nun Deutschland für diesen gewaltigen Missbrauchsbetrug an seinem hart erarbeiteten Geld?
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=5ZmWiCUoA9k