Mobilität: Einweg-Carsharing ist das Geschäftsmodell der Zukunft

Nutzer von Carsharing angeboten fahren lieber in fremden Fahrzeugen, als das eigene anzubieten. Neue Geschäftsmodelle nutzen das Potenzial des Konzeptes als Einnahmequelle und zur Entlastung der Umwelt.

Obwohl die Idee des Carsharing bereits 60 Jahre alt ist, wurden entsprechende Geschäftsmodelle und Angebote erst in den letzten Jahren von den Autoherstellern entwickelt. Vor allem in Großstädten und Ballungszentren ist Car-Sharing beliebt. Angesichts von immer mehr Fahrzeugen auf den Straßen, schlechten Parkmöglichkeiten und einer hohen Umweltbelastung ist der Bedarf an alternativen Mobilitätskonzepten stetig gewachsen.

So entstanden Angebote wie das Einweg-Carsharing, das Teilen eines Fahrzeuges für den Hin- und Rückweg sowie das Carsharing zwischen privaten Anbietern (P2P). Ergebnisse einer Studie von Frost & Sullivan über Carsharing ergaben, dass sich der Markt für das private, oder P2P-Carsharing in seiner Anfangsphase befindet und sich voraussichtlich parallel zum traditionellen Carsharing entwickeln wird. Das Interesse daran, ein Fremdfahrzeug zu nutzen ist dabei wesentlich höher, als sein eigenes Fahrzeug für andere Mieter zur Verfügung zu stellen.

Mehr als ein Drittel der über 2.000 Befragten Teilnehmer der Studie –  die in Deutschland, Frankreich und Großbritannien durchgeführt wurde – stuften Carsharing als wichtig oder sehr wichtig für ihre Mobilitätsbedürfnisse ein. Die Ergebnisse der Studie wurden zusammengefasst und auf dieser Datengrundlage anschließend das optimale Carsharing-Modell entworfen.

Für Berlin hätte ein solches Carsharing-Modell einen potenziellen Kundenbedarf von etwa 180.000 Mitgliedern. Die Zielgruppe von Carsharing richtet sich an junge Kunden im Alter zwischen 25 und 34 Jahren: Das Modell richtet sich an gut ausgebildete Arbeitnehmer, die kein Auto haben oder nur selten Auto fahren. Studenten haben mit 31 Prozent auch ein großes Interesse an Carsharing.

Synergie-Effekte lassen sich auch durch eine Verknüpfung von Carsharing mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Wenn spezielle Parkplätze an öffentlichen Haltestellen zur Verfügung gestellt würden, steigt die Bereitschaft, an Carsharing-Modellen teilzunehmen. Nach dem Abschluss einer Carsharing-Mitgliedschaft sind etwa 40 Prozent der Teilnehmer dazu bereit, auf ihre Fahrzeuge zu verzichten. Diese Tatsache hat ein großes Entlastungspotenzial für die Verkehrs- und Parksituation in Ballungszentren.

Bei einem Preis von etwa 15,50 Euro pro Stunde würde sich das Konzept des Einweg-Charsharing bereits rechnen: Ein Benziner mit vier Sitzen wird als Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Die Abhol- und Abgabestationen sollten optimaler Weise in ausreichendem Umfang und in unmittelbarer Nähe der Nutzer zur Verfügung gestellt werden.

Jetzt muss das Modell nur noch bekannter gemacht werden: Nur ein Viertel aller Nicht-Mitglieder kennt Carsharing, lediglich 28 Prozent sind an einer Mitgliedschaft interessiert. Nachdem es den Unwissenden jedoch ausführlich vorgestellt wurde, konnte die Akzeptanz von Carsharing noch von 38 Prozent der Befragten gesteigert werden.

Kommentare

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  1. Tazen sagt:

    Ich fand den Artikel sehr ansprechend und informativ, jedoch hätte ich mir erhofft mehrer Informationen über das Zukunftsmodell Carsharing in Deutschland zu erfahren.

    trotzdem herzlichen Danke 🙂

  2. kladtiator sagt:

    Wo findet man diese Studie?

  3. Radnabe sagt:

    Dass es immer noch Menschen gibt, die Carsharing nicht kennen, ist nach all den Jahren verblüffend. Das Problem ist eher, dass viele Menschen merkwürdige Vorstellungen haben:
    – man müsse lange voraus planen
    – es sei unflexibel
    – es sei teuer

    Tatsächlich ist es ideal für jeden, der das Auto nicht für die Fahrt zur Arbeit braucht. Flexibler als ein eigener Pkw, weil ich immer ein Auto der passenden Größe nehmen kann und auch mehrere Familienmitglieder sich nicht abstimmen müssen. Bequem, weil ich überall in Deutschland einfach schnell ins nächste Auto einsteigen kann und nicht um TÜV und Reparaturen kümmern muss.

  4. Franz Honegger sagt:

    Car-Sharing ist ein großer Schwachsinn, zumindest falls es keine Elektrofahrzeuge sind.

    Wenn die Zeiten dereinst einmal wieder normal werden, dann werden sich viele Car-Sharer die Leihgebühr dadurch wieder zurückholen, daß sie sich nach getaner Fahrt etwas Benzin abzapfen.