Deutschland: Exporte der Pharmaindustrie sind ein Milliarden-Geschäft

Die Gesundheitsbranche ist der am schnellsten wachsende und gewinnträchtigste Wirtschaftszweig in Deutschland. Der Jahresumsatz der Branche macht zehn Prozent des BIP aus. Auch durch den Export von Produkten und Technologie werden Milliarden umgesetzt.

Die deutsche Gesundheitswirtschaft ist ein Export-Schlager. International sind die Produkte aus dem deutschen Gesundheitsbereich sehr gefragt. In den Kompetenzfeldern der Diabetes und der Schlaganfallversorgung besteht im Nahen Osten und in Indien ein hoher Bedarf an Medikamenten und an Expertise, die vor allem in Deutschland gesucht werden.

Das Wirtschaftsministerium in Rheinland-Pfalz konnte bereits eine Vielzahl an Kontakten und Kooperationen in diese Region herstellen, die im Rahmen des Vereins Initiative Gesundheitswirtschaft (IGW) in wirtschaftliche Beziehungen umgewandelt werden sollen. „Die Stärke der deutschen Gesundheitswirtschaft besteht in der Verbindung innovativer Produkte, der ganzheitlichen Organisation von Angeboten und der Qualifikation“, sagte Stephan von Bandemer vom Gelsenkirchener Institut Arbeit und Technik (IAT) dem Ärzteblatt.

Bandemer ist wissenschaftlicher Berater der IGW. Der Vorteil des deutschen Gesundheitssektors besteht in dem Angebot von universellen Lösungsstrategien: „Für solche Systemlösungen besteht international eine hohe Nachfrage, da weltweit circa 15 Millionen Schlaganfälle und allein in Indien 100 Millionen Diabetiker versorgt werden müssen.“

Der Export der deutschen medizintechnischen und pharmazeu­tischen Industrie habe ein Umsatzvolumen in Höhe von rund 50 Milliarden Euro pro Jahr, so Bandemer weiter. In Deutschland beträgt der Umsatz das Sechsfache (etwa 300 Milliarden Euro). Das entspricht einem Zehntel des deutschen BIP.  Die Gesundheitswirtschaft in Deutschland ist eine Branche mit 5,5 Millionen Beschäftigten.

Die Standortvorteile dieses Wirtschaftszweiges müssten jedoch noch besser genutzt werden, so Bandemer. Die IGW will mehr Wettbewerb, denn das Geschäft mit der Gesundheit ist die größte und wachstumsträchtigste Branche in Deutschland. Mangelnde Qualität und Unwirtschaftlichkeit müssten verhindert werden.

Die IGW besteht aus einem Zusammenschluss der Akteure  im Gesundheitssystem. Diese umfassen die Bereiche der Gesundheitsdienstleister, der ambulant tätigen Ärzte und Krankenhäuser, Apotheken, Rehabilitationseinrichtungen, Pflegedienste und  -heime, Pharmaunternehmen, Medizingeräteproduzenten, Krankenversicherer, Forschungseinrichtungen, Serviceanbieter und IT.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    GESUNGHEITSWIRTSCHAFT ? SONDERN KRANKENWIRTSCHAFT !
    Die Chirurgie hat große Fortschritte erzielt. Die Medizin ist rückständig bis hilflos !
    Heilungen sind meist nicht möglich. Diabetes: Tägliche Insulinspritzen. Wenn sie mit dem Auto zum Mechniker fahren und erklären im Hinterrad fehlt Luft und ersagt:“ Da haben sie eine Luftpumpe, einmal täglich aufpumpen“. Sie wären nicht zufrieden, aber die Pharmaindustrie! Ebenso bei Bluthochdruck und Anderem. Ebenso die nutzlosen Impfungen, wir zappeln hilflos im Netz der Pharmaindustrie !

    • BeunruhigterDeutscherBürger sagt:

      Seht es mal realistisch:
      Das Pharmaunternehmen verdient am Kranken, nicht am Gesunden!!!

      Wenn Krankheit X, die bisher mit einem Medikament gelindert (aber nicht geheilt) wird, welches 60% Umsatz bringt, dann wird dieses Pharmaunternehmen alles tun, ein anderes Medikament, welches die Krankheit X zu 100% heilen kann, zu boykottieren.
      Da wird dann erst gar nicht geforscht oder potentielle Wirkstoffe verschwinden in der Schublade…..

      Das ist dasselbe Spielchen, wie in der Energiewirtschaft mit der „Freien Energie“.

      Nur der Profit zählt!

      Wer auf anderes hofft, ist ein Traumtänzer.

  2. Toni-Ketzer sagt:

    Stellen Sie sich als ein „Günstling der Brussel-EG“ oder einer deren Unternehmung vor. Die Situation, wo die Kundschaft gesetzlich gezwungen wird nur bei ihnen zu kaufen. Dieser Umstand entstand nicht nur durch Krankenkassenpflicht. Es gilt auch Haftpflichtversicherungen zu nennen. Die Begehrlichkeit läßt sich über Strom, Wasser, Kabelnetze, Straßen, Lebensmittel, Emissionsrechte bis hin zur Fischfangflotte ausbauen.

    Ist Europa nicht eine tolle Idee?

  3. Genius sagt:

    Jeder der sich wenn einmal Krank der Natur bedient wird gesunden. Wer glaubt die Natur mit Hilfe von auf Erdölbasis in den Laboren der Pharmazie zusammen-gepanschter „Medizin“ überlisten zu können betrügt sich selbst u. seine Mitmenschen. Diese „Medizinindustrie“ ist ein Auswuchs wachstumsorientierter Scharlatanerie oder besser der Quacksalberei. Medikamentengaben von Ärzten die sehr oft in Nierenversagen, Leukämie u. ähnliche Krankheiten enden sind kein Segen, sondern ein Fluch. Die Gesundheitsbranche in Deutschland ist zu einem katastrophalen Moloch verkommen ohne jegliche Ethik, Verstand und Vernunft nur nach unendlichem Wachstum lechzend. Nun soll also Indien u. rund 100 Mio. Diabetiker dort den deutschen Gesundheitsturbo beschleunigen. Arme Inder……

  4. Mrs. Omelly sagt:

    Zzzz…das bedeutet im Eigentlichen, dass wir eine durch und durch kranke Gesellschaft sind !
    Gerade zu grotest ist, nach meiner Ansicht, der Umstand das die Gewinne der Pharma Industrie mit ins BIP eingerechnet werden. Absoluter Irrsinn !

    Dann könnte doch auch ein Taxi oder Busunternehmer die jährlichen Reparatur,- und instandhaltungskosten seiner Fahrzeuge als Gewinn im Unternehmen verbuchen. Ist exakt genau das gleiche !

    Geht es eigentlich um eine gesunde Gesellschaft oder eher um Gewinnmaximierung, weiß es jemand ?

  5. Die Honigbiene sagt:

    Die Angst vor dem Tod muss ja wohl grenzenlos sein und doch ereilt er uns alle – früher oder später. Weder die Wissenschaft noch Pharmakonzerne oder Ärzte haben die Fäden über den Tod in Hand, sondern nur Gott alleine. Und dazu sage ich aus ganzem Herzen Gott sei dafür Dank.

    Die Angst in die Zahnräder unseres Gesundheitskarussels zu geraten, dazu unnütze Vorsorgeuntersuchungen, vergiftet durch Nebenwirkungen schrecklicher Medikamente, als Versuchskaninchen in die Klauen profilierungssüchtiger Medizinmänner zu geraten oder letzlich noch lebendig ausgeschlachtet zu werden ist größer als in Frieden zu sterben.

    Pharmaindustrie und Wissenschaft kennen keinen Gott, sonst gäbe es keine Tierversuche, Organentnahmen bei lebendigem Leibe, Medikamente die mehr Fluch als Segen sind. Denn schon Jesus heilte und sagte „sündigt fortan nicht mehr“. Aber die zehn Gebote als Grundlage mit für die Gesundheit einzubeziehen ist aus Sicht der Wissenschaft Humbug – denn das hieße ja kein Geld einnehmen. Schuld ist der Mensch selbst auch, denn einfache Lebensweise im Einklag mit Gottes Geboten hieße zu verzichten und freiwillig auf etwas verzichten in der heutigen Zeit?

    Wenn der Mensch jedoch erst mal krank geworden ist, muss er auf manches verzichten ob er will oder nicht. –

  6. poncho sagt:

    Der Tod ist ein Meister aus der BRD!

  7. Gerdi sagt:

    Und wer finanziert diese Exportgewinne? Der deutsche Steuerzahler, der die für die Schulden der Kunden der Exportwirtschaft geradestehen muss! Also bedeuten steigende Gewinne nur höhere Belastung des Steuerzahlers. Weiss unsere Politik, was sie da tut und sagt?