Handys müssen billiger werden

Die deutschen Handynutzer zahlen durchschnittlich 80 Prozent höhere Preise pro Minute als Bürger in anderen europäischen Ländern. Die Bundesnetzagentur soll dies unterbinden, kommt aber ihren Verpflichtungen nicht nach. Kein Wunder, schließlich ist der Bund am Mobilfunk-Riesen Deutsche Telekom beteiligt.

Im November hatte die Bundesnetzagentur Pläne veröffentlicht, wonach die Netzbetreibern Telekom, E-Plus, Vodafone und O2 ab 1. Dezember 2012 nur mehr ein einheitliches Entgelt von 1,85 Cent pro Minute berechnen dürften – in diesem Dezember sollte dann dieses Entgelt auf 1,79 Cent sinken. Das ist zwar im Vergleich zu den bisherigen möglichen Entgelten von bis zu 3,39 Cent pro Minute, die die Mobilfunkanbieter berechnen konnten, deutlich weniger. Der EU-Kommission geht der Plan jedoch nicht weit genug. Noch immer seien die Entgelte für Handynutzer in Deutschland 80 Prozent höher als in etlichen anderen Mitgliedsländern, heißt es in einer Erklärung der Kommission. Die Anrufzustellungsentgelte sollten eigentlich bei etwa 1,0 Cent pro Minute liegen.

Anrufzustellungsentgelte sind die Gelder, die sich die Netzbetreiber gegenseitig berechnen, wenn ein Kunde von einem Netz mit jemandem aus einem anderen Netz telefoniert. Und durch diese hohen Kosten „würden den deutschen Verbrauchern ungerechtfertigt hohe Preise für ihre Handygespräche berechnet“, so die Kommission. Denn „diese Kosten schlagen sich letztlich in den Preisen nieder, die Verbraucher und Unternehmen zahlen müssen.“

Doch nicht nur die deutschen Verbraucher seien davon betroffen. Der Kommission zufolge „ besteht auch die Gefahr, dass die Verbraucher in Ländern wie Portugal, Italien, Spanien und Griechenland am Ende die deutschen Mobilfunkbetreiber quersubventionieren“. Nun soll sich die Bundesnetzagentur in den kommenden drei Monaten zusammen mit der Kommission und dem Gremium europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) beraten.

Der deutsche Mobilfunkmarkt ist noch immer hinsichtlich der Netzbetreiber ein Markt mit wenig Wettbewerb und vor allem großen Playern. Besonders die Rolle der Deutschen Telekom ist bezüglich der Handykosten nicht unerheblich. An ihrem Beispiel zeigt sich letztlich, dass gerade eine Regulierungsinstanz nicht wirklich funktioniert, wenn der Staat selbst in Geschäfte in diesem Bereich involviert ist. Immerhin schaden Forderungen der Bundesnetzagentur nach deutlich größeren Preissenkungen bei den Netzbetreibern dem Staat selbst. Schließlich hält die Bundesrepublik Deutschland noch immer 15 Prozent des Telekom-Konzerns und die staatliche Förderbank KfW weitere 17 Prozent. Vom Gewinn der Telekom profitiert somit auch der Bund.

Kommentare

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  1. Tommy Rasmussen sagt:

    „Handys müssen billiger werden“

    SICHERE Handys müssen billiger werden:

    04. März 2013 – Merkel bekommt Super-Sicher-Handy für 2.500 Euro – Bisher brauchte man ein Gerät fürs sichere Telefonieren und ein zweites für sichere E-Mails. Mit ihrem neuen Handy hat Merkel dann auch erstmals Zugang zu Twitter und Facebook. 10.000 dieser Handys sollen an Geheimnisträger in Regierung, Ministerien und Behörden für 25 Millionen Euro geliefert werden.
    http://www.bz-berlin.de/aktuell/deutschland/angela-merkel-bekommt-super-sicher-handy-article1648338.html

  2. Besserwissen sagt:

    Hallo liebe DMN,

    ich bin regelmäßiger Leser dieses Portals, weil die Information interessant sind.

    Aber bei diesem Artikel muß ich ein wenig klugscheißen:

    – Die Überschrift passt nicht zum Inhalt des Textes: „Handys müssen billiger werden“ so die Überschrift. Im Text geht es dann nicht um die Geräte, sondern in die Kosten für das Telefonieren.

    – „Die deutschen Handynutzer zahlen durchschnittlich 80 Prozent höhere Preise pro Minute als Bürger in anderen europäischen Ländern.“ Vielleicht sind die Anrufzustellungsentgelte in Deutschland höher als in anderen Ländern. Aber das ist nur ein kleiner Teil der Kosten. Bei Endverbraucherpreisen von 9 – 15 Cent pro Minute würde eine Senkung der Anrufzustellungsentgelte von 1,79 auf 1,00 Cent, nicht die Enverbraucherpreise um 80% senken. Somit zahlen die deutschen Kunden nicht 80% zu viel. Mit der Überschrift hat es aber auch nicht viel zu tun.

  3. Walter sagt:

    Vielleicht kommt ja mal einer unserer vielen Politiker auf die Idee die Mobilfunk Dienstleister zu zügeln.
    Die deutsche Telekom hatte viel zu lange das Telefon Monopol und hat dass zu lasten der Verbraucher kräftig ausgenutzt. Wenn ihr jetzt die Kunden davon laufen sollte sie wissen warum. Der Markt arbeitet ein bisschen zu langsam, wenn die Politik regelnd eingreifen würde, wird es den Bundesbürger entlasten und die allgemeine Kaufkraft stärken. So sollte der Statt auch mit Energieversorgern verfahren.Abzocke war in Deutschland immer besonders stark.
    Ein vernünftiger Wettbewerb besonnener und verantwortlicher Politiker würde sich im gewissen Sinne auch auf die Marktwirtschaft übertragen.