Industrie: Elektromotoren müssen kräftiger werden

Effiziente Elektromotoren sollen weniger wirkungsvolle Motoren in der Industrie und anderen Bereichen verdrängen. Das will die EU-Kommission bis zum Jahr 2020 erreichen. Experten prognostizieren dem Markt für Elektromotoren daher ein großes Wachstum.

Damit auch die Herstellung der komplexen Bauteile  für Elektromotoren effizienter wird, stehen die eingesetzten Fertigungssysteme im Blickpunkt. Durch die EU-Elektromotoren-Richtlinie soll die Energieeffizienz vieler elektrischer Antriebssysteme in den nächsten Jahren um bis zu 30 Prozent gesteigert werden. Für die Hersteller von Elektromotoren eröffnet sich dadurch ein riesiger Markt. Allerdings steigen mit der Konstruktion moderner Motoren zugleich auch die Anforderungen an die Bauteile.

„Wir kennen diese Herausforderungen bei der Herstellung von zentralen Komponenten für den Elektromotor“, erklärt Dr. Guido Hegener, Geschäftsführer der EMAG Salach Maschinenfabrik GmbH. „Gerade die anspruchsvolle Wellenbearbeitung steht im Blickpunkt. Von der Werkzeugmaschine hängt dabei viel ab: „In der Serienfertigung muss sie für niedrige Bauteilkosten sorgen und gleichzeitig flexible Fertigungsprozesse sicherstellen.“

Die EMAG Gruppe hat eine Innovation in der Fertigung von Elektromotorenwellen entwickelt: Die automatisierte Vertikaldrehmaschine VT 2-4 soll für Leistungssprünge bei der Herstellung von Wellen für Elektromotoren sorgen. Mit dieser Drehmaschine können Maschinenteile von bis zu vier Metern Länge und 63 Millimetern Dicke  bearbeitet werden. Die Maschine macht bis zu 6.000 Umdrehungen pro Minute. Der Drehprozess selbst ist damit extrem kurz.

Die Maschine ist vertikal aufgebaut und beansprucht daher wenig Raum. Durch den senkrechten Aufbau ist auch der freie Spänefall gewährleistet, wodurch herumliegende Metallspäne im Maschinenraum vermieden werden. Vor allem bei höheren Stückzahlen soll die Anlage ihre Stärke zeigen: Über Werkstückgreifer werden die Rohteile in die Maschine transportiert und nach der Bearbeitung wieder entnommen. Je nach Werkstück dauert diese Wechselzeit nur sechs bis acht Sekunden. Diese kurzen Nebenzeiten summieren sich zu einem großen Zeitgewinn. Damit soll auch der Energieverbrauch der Maschinen verringert werden.

Kommentare

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  1. Wutbürger sagt:

    Hier liegt übrigens auch etwas „Lobbyistengestank“ in der Luft. Als ob jemand per erschlichener Verordnung sein nicht besonders gut laufendes Geschäft ankurbeln wollte.

  2. Sissy sagt:

    Macht sich eigentlich jemand darüber Gedanken, woher der Strom für all die schönen Elektromotoren kommen soll? Wenn auch noch alle Autos elektrisch fahren und die Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke abgeschaltet sind, dann wird die Fläche Deutschlands nicht ausreichen für all die benötigten Windrädchen. Von den Stromleitungen mal ganz abgesehen. Auch die zentrale Zwangsabschaltung von Kühlgeräten, Waschmaschinen usw. in den Privathäusern wird nur einen minimalen Bruchteil der Unterversorgung ausmachen. Es ist ohnehin eine Schnapsidee unfähiger Politiker.

  3. Wutbürger sagt:

    Als ob die Industrie hier den Senf der Geisteswissenschaftler aus Brüssel bräuchte. Das weiss man in der Branche schon seit über 100 Jahren, dass Elektromotoren noch lange nicht perfekt sind. Wäre auch schlimm, dann hätten die Ingenieure ja nichts mehr zu tun. Es wird schon immer genau so viel optimiert, wie die Kosten es zulassen. Also wieder nur überflüssige Binsenweisheiten aus Brüssel. Fehlt von diesen Glühbirnenverbannern nur noch ein VERRRRBOT von Elektromotoren mit einem Wirkungsgrad unter 99%.

    • westfale_08 sagt:

      Hallo,
      Ihrem Kommentar ist nicht viel hinzuzufügen. Allerdings möchte ich mir erlauben, eine Korrektur anzubringen:

      bitte ersetzen Sie den Begriff „Geisteswissenschaftker aus Brüssel“ durch
      „kleingeistige und geistig minderbemittelte Bürokraten“.

      Diese abgehalfterte Riege von Politikern, die sonst niemand mehr haben wollte und man deshalb nach Brüssel geschickt hat in die Nähe von Geisteswissenschaftlern zu rücken grenzt schon an Beleidigung der Geisteswissenschaften.

      Interessant wäre mal die Lebensläufe und Polit-Karrieren unserer – um mit unserem Herrn St. zu sprechen – „Clowns in Brüssel“ zu hinterleuchten.

      Diese EU-Bürokraten braucht niemand in Europa, also weg damit!!!
      Wir wollen ein freies EUropa der Vaterländer, keine absolutistische EUROKRATIE

      • Wutbürger sagt:

        Ja, einverstanden, ich wollte vor allem auf dem Umstand hinweisen, dass völlig fachfremde (vor allem Juristen) sich in eine knallharte Naturwissenschaft (hier vor allem Physik, Chemie, Mathematik) einmischen wollen. Also gerade in die Materie, die sie in der Schule einst nicht schnell genug abwählen konnten. Und gerade die Juristerei sehe ich nicht mal als Wissenschaft (jedes Gericht verzapft was anderes), sondern eher als „unterqualifizierte Pfötchenheber machen Vorgaben für Robenträger“.

  4. Dagmar sagt:

    Die EU will, die EU fordert, die EU verlangt, die EU beschließt… reicht es jetzt nicht mal langsam mit dieser Fremdsteuerung von außen?

  5. westfale_08 sagt:

    geht’s noch?

    zum Thema:
    größere Elektromotoren, wie sie in der Industrie eingesetzt werden, haben einen Wirkungsgrad von bis zu 98%, d.h. bis zu 98% der an den Motorklemmen zugeführten elektrischen Energie stehen an der Welle als mechanische Energie zur Verfügung.

    Nur 2 % der zugeführten Energie werden im wesentlichen durch Lagerreibung, Luftverwirbelung, Ohmschen Verlusten in den Motorwicklungen und Eisenummagnetisierung in Wärmeenergie (= allgemein als Verluste bezeichnet) umgewandelt.

    Sicher ist es m.E. möglich, diese 2 % noch um 30% zu reduzieren, aber der Aufwand dafür wird sehr hoch sein. Schließlich haben die Elektroingenieure, die die Motoren in der Vergangenheit entwickelt haben, immer schon den Ehrgeiz gehabt, mit wirtschaftlich vertretbaren Aufwand höchst effizient arbeitende Motoren zu bauen.

    (ganz nebenbei:)
    Der Beitrag oben behandelt übrigens die Effizienzsteigerung bei der Herstellung von Wellen für Motoren und geht m.E. am Thema vorbei.

    Was mich aber insbesondere stört,
    ist warum sich jetzt auch noch die EU-Kommission mit diesem Thema beschäftigt, das eigentlich in den internationalen Normungs-Gremien (wie z.B. VDE, CENELEC usw.) bestens aufgehoben ist.

    Ich glaube es ist wirklich langsam an der Zeit, dieser inkompetenten, vom Regulierungswahn besessenen, nur noch um seine Existenzberechtigung kämpfenden, von Lobbyisten erfolgreich korrumpierten Mannschaft, genannt „EU-Kommision“ das Handwerk zu legen, bzw. sie vielleicht besser gleich zum Teufel zu jagen.

    Meine ganze Hoffnung, daß wir dieser Vergewaltigung der Bürger durch diese Schmarotzer-Diktatur vielleicht doch noch entgehen können, lege ich in die in Gründung befindliche neue Protestpartei „Alternative für Deutschland“.

    Allen Lesern, die meinen Kommentar lesen und die sich auch wehren wollen gegen diese immermehr überbordende nutzlose Gängelei, möchte ich ans Herz legen, sich, solange es noch Zeit ist, mit dieser neuen Protestbewegung zu beschäftigen und sie bei Zustimmung mit den Zielen nach besten Kräften (z.B. durch Verbreitung der Information über diese Partei) zu unterstützen.