Microsoft: Mittelstand sucht Flexibilität in der Krise

Mit dem neuen Office 365 will Microsoft den Anschluss an die Konkurrenz halten. Der Software-Riese vereinfacht sein Lizenzsystem, um für den Mittelstand attraktiver zu werden. Unternehmen bräuchten Flexibilität, „um zu überleben“.

Der amerikanische Software-Riese stellt seine Cloud-Lösung Office 365 auf der CeBit in Hannover vor. Dabei handelt es sich um ein Mietsystem aller gängigen Büro-Applikationen von Microsoft. „Also ganz simpel gesagt: Ich kann genau das, was es schon immer gab jetzt auch mieten, dann heißt es 365“, sagte Steffen Ritter, Poduktmanager bei Microsoft, den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Für Ritter sind Cloud-Anwendungen die Zukunft: „Es ist schon so, dass der deutsche Mittelstand den Weg in die Cloud geht.“ Nahezu die Hälfte aller Mittelständler sei schon in der Cloud. Das sei „keine Mode oder Trendgeschichte“, sondern interessant, da Unternehmen Flexibilität sicherstellen müssten „um zu überleben“. Software müsse nicht mehr gekauft werden, sondern könne gemietet und dieses Mietverhältnis könne beendet werden, „falls es nicht gut geht.  Diese Flexibilität kommt jetzt besonders gut an“, ergänzt Ritter. Gerade wenn Unternehmen „Angst haben, ist das Thema Cloud spannend“.

Das heiße aber nicht, dass jetzt irgendwas unbedingt anders gemacht werden müsse, man könne einfach Chancen nutzen, um Geld zu sparen. „Das Outsourcing von Technologie und Infrastruktur komm sehr gut an.“  Beim Mietmodell 365 habe der Kunde immer Anspruch auf die neueste Office-Variante. Wenn ein Unternehmen fünf Mitarbeiter einstellt, könnten einfach fünf Lizenzen dazu gebucht werden. So werden Anschaffungskosten in laufende Kosten umgewandelt, und das ist für Unternehmen „sehr spannend“, sagte Ritter.

Der Mittelstand habe „oft das Problem, dass er eigentlich nicht genug Geld und IT-Ressourcen hat, um eine Enterprise-IT aufzubauen.“ Er hätte aber schon ganz gerne „ähnliche Vorteile“: Der Mittelständler brauche aktuelle, synchrone Termine und Kontakte auf allen Geräten. Er müsse schauen, dass die IT läuft, könne sich aber kein IT-Fachpersonal leisten. „Das ist ein Thema, was wir angehen wollen.“

Der Mittelstand habe auch nicht die nötigen Ressourcen, um Daten sicher, redundant und rechtlich einwandfrei zu verwalten. „Das ist enorm aufwendig.“ Microsoft biete Datenschutz nach deutschem Recht, unter Berücksichtigung der EU-Gesetzgebung. „Microsoft hat 30 Jahre Erfahrung im IT-Bereich und 15 Jahre Erfahrung im Cloud-Computing.“ Microsoft hatte bereits „mit Hotmail vor vielen Jahren einen Service, der eigentlich ein Cloud-Service ist“.

In den vergangenen Jahren hat Microsoft sein Office-Produkt fast jährlich aktualisiert. Seit 2007 gibt es eine neue Menü-Struktur, die in den Office-Paketen 2010 und 2013 noch einmal leicht abgewandelt wurde. Viele neue Features bietet Office nicht: „Wir dürfen die Kunden nicht mit ständig neuen Paradigmen überfordern, man muss arbeiten können“, sagte Ritter.

Allerdings wurde die Anwendung von Makros für damit unerfahrene Nutzer vereinfacht. Außerdem könne Excel mittlerweile auf Basis der Daten unterschiedliche Diagramm-Arten zur Visualisierung vorschlagen. Die Office-Versionen würden in Zukunft öfter als nur alle paar Jahre auf den neuesten Stand gebracht. „Der Gedanke der Versionsnummer wird so ein bisschen in den Hintergrund rutschen.“

Für Ritter ist die Cloud nicht mehr nur ein Buzzwort für die Titelseiten: Man könne von überall produktiv sein. Dieser Vorteil betreffe jeden, ob  privat oder beruflich –  „und das bleibt“.

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