IBM will deutsche Unternehmen in die Cloud führen

Auf Endgeräten sieht man nur noch selten das Logo von IBM. Auf der CeBit, der internationalen High-Tech-Messe in Hannover, ist das Unternehmen jedoch nicht zu übersehen. IBM investiert in Mobility und stellt seine neue Strategie für den Mittelstand vor.

Die digitale Revolution erreicht den Mittelstand. Weltweit gibt es 15 Milliarden mobile Endgeräte, Smartphones oder Tablets, die die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden, das Einkaufsverhalten und die Marketing-Strategien grundlegend verändern. Das Geschäftsmodell dessen Weiterentwicklung im Kontext dieser digitalen Revolution steht im Zentrum der Mittelstands-Strategie von IBM.

Die vier Kernbereiche Mobility, Big Data Analytics, Social Business und Cloud-Computing werden den ökonomischen und sozialen Wandel prägen. Im Bereich Mobility werde es bereits 2016 dreimal mehr Smartphones und Endgeräte im Markt geben als PCs, sagte Martina Fiddrich, IBM-Geschäftsbereichsleiterin für den Mittelstand. Noch „vor zwei Jahren hatten wir eine gleiche Anzahl von Smartphones, Tablets und PCs. Das heißt die Zunahme ist massiv“, sagte Fiddrich den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Bereits jetzt gibt es weltweit mehr als 15 Milliarden dieser mobilen Endgeräte.

Die Digitalisierung führe zu einer „absoluten Transparenz und Vergleichbarkeit“ der Provider und der Preise für den Endkunden. Das Geschäftsmodell des Mittelstands wird durch Mobility direkt beeinflusst. Diese Veränderungen würden bis tief in die Prozessebene greifen.

An ein Ende der massiven Datenexplosion ist ebenfalls nicht zu denken. Die richtige Verwendung der firmeneigenen und öffentlichen Daten durch Big Data Analytics ist eine große Herausforderung für den deutschen Mittelstand, der sich fast jede Branche stellen muss. Mittlerweile seien sogar Bäckereien dazu in der Lage, ihr Angebot mittels Datenanalyse neu auszurichten, so dass an den richtigen Tagen das richtige Sortiment zur Auswahl bereit liegt.

Die Auswertung riesiger Datenmengen hat auch das Social Business erreicht. Bereits 2015 werde jeder zweite mittelständische Betrieb soziale Medien für die eigenen Zwecke einsetzen und so mit Kunden und Partnern kommunizieren. Diese Tatsache generiere nochmals Daten, die wiederum Grundlage für Analytics bieten können.

Das größte Potenzial für den Mittelstand hält jedoch Cloud-Computing bereit. IBM hat viele Partner, mit denen maßgeschneiderte Lösungen für mittelständische Unternehmen bereit gehalten werden. Die Bandbreite des Angebots reicht von analytischen Lösungen bis hin zu Prozess-Lösungen und Customer-Relationship-Management-Steuerungen (CRM).

Der Vorteil der Cloud besteht in dem Zugang zu Lösungen, die von den Unternehmen nur schwer eigenständig erbracht werden können: IT-Infrastruktur ist kostspielig und ihre Wartung verlangt ein hohes Niveau an Skills. Mittelständler „wollen sich einerseits auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und andererseits dank intelligenter IT brachliegende geschäftspotenziale effizienter nutzen“, sagte Steffen David, Geschäftsführer der Firma Internet Provider Berlin (I/P/B) den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Die Firma I/P/B ist für IBM der Ansprechpartner vor dem Kunden. Als sogenannter Managed-Service-Provider (MSP) setzt die I/P/B die Angebote für die Kunden von IBM um. Bereits 50 City Cloud Anbieter gibt es in ganz Deutschland. IBM versucht, mit seinen Cloud-Angeboten das gesamte Spektrum für seine Mittelstandskunden abzudecken: Angefangen von der physikalischen IT-Infrastruktur (Infrastructure as a Service= IaaS), über die Bereitstellung von Plattformen für Software-Entwickler (PaaS), bis hin zu maßgeschneiderten Software für Unternehmen (SaaS). Ein eigener Vorstoß von IBM ist das Eingreifen in die Prozess-Ebene der Unternehmen, beispielsweise durch die Bereitstellung bestimmter Tools für die Bereiche der Personal- oder Ressourcenplanung (BPaaS).

IBM will dabei das Thema Sicherheit nicht aus den Augen verlieren: Die unterschiedliche Cloud-Architektur der MSPs setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Die Architekturen der Business-Partner von IBM werden wenn nötig mit Produkten von IBM aufgefüllt, so dass Lücken geschlossen werden können. Die Service-Provider haben „nachweislich Zugriff auf die gesamte IBM-Kompetenz“, versichert David.

Durch gezielte Workshops und die City Cloud-Partner vor Ort sollen die vier Kernbereiche des digitalen Wandels näher an den Mittelstand herangeführt werden. „Das ist eine Arbeit, die jetzt noch gemacht werden muss“, so David weiter.

Der Markt ist heiß umkämpft: „Wenn man nicht gleich mit einer Cloud-Idee bei einem Kunden landen kann, aber trotzdem ein IT-Bedarf besteht,  landet erst einmal ein physikalischer Server im Rechenzentrum.“ Im Nachhinein werde dem Kunden dann ein Migrationsangebot in die Cloud gemacht. Dieses Szenario werde mit mehreren Bestandskunden durchgespielt, so dass die firmeneigene IT des Mittelstands sich nach und nach in die Cloud verlagert.

Kommentare

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  1. Alfons sagt:

    Die Cloud ist nichts anderes als der ultimative Zugriff der US-Spionagedienste auf unternehmensinterne Daten; diese werden dann freizügig an die eigene Wirtschaft (incl. Auswertung) weitergegeben zur Wettbewerbssteigerung.
    Ein Unternehmen, welches so blöde ist, seine Daten in eine Cloud zu packen, kann diese auch gleich im Internet jedem zugänglich machen.

  2. FDominicus sagt:

    Eine Cloud ist auch nur hochfliegender Nebel, und genauso undurchsichtig. Wer IBM einer amerikanischen Firma, seine Daten anvertraut kann sein sonstiges Sicherheitskonzept gleich vergessen. Die USA werden schon geeignete „Gesetze“ beschließen alle diese Daten durchsuchen zu können/dürfen/müssen.