ThyssenKrupp: Aufsichtsrats-Chef tritt wegen Verlusten zurück

Kartellverstöße und Milliardenverluste hatten in den vergangenen Monaten stark am Image des Unternehmens gekratzt. Nun zieht der Vorstandschef Gerhard Cromme persönliche Konsequenzen daraus.

Der Aufsichtsratschef des angeschlagenen Stahlkonzerns ThyssenKrupp, Gerhard Cromme, zieht Konsequenzen aus der schlechten Lage des Unternehmens. Er tritt sowohl als Aufsichtsratschef als auch als sellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Krupp-Stiftung zurück.

Ende des Monats will der 70-Jährige sein Amt niederlegen. 2011 war er an die Spitze des Kontrollgremiums gerückt. Zwar hatte Cromme im Januar Fehler eingeräumt, die Absicht, zurückzutreten zeigte er jedoch damals nicht.

Das Unternehmen ist gezwungen etwa 500 Millionen Euro einzusparen und mindestens 2.000 Stellen zu streichen. Durch Abschreibungen auf die Werke in Brasilien und den USA hatte ThyssenKrupp 2012 einen Jahresfehlbetrag von 5 Milliarden Euro hinnehmen müssen (mehr hier). Aber auch der europäische Markt bietet für den deutschen Stahlkonzern derzeit keine Ausweichmöglichkeit. Im Februar sank die Produktion der deutschen Stahlindustrie um vier Prozent (mehr hier).

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  1. squarepusher sagt:

    Der Thyssen-Krupp-Konzern ist immer wieder durch zweifelhafte Investitionen in die Schlagzeilen geraten. Verdient hat man mit der Aktie fast nichts. Im Gegenteil. Prestigekäufe und Grossmannssucht und Arroganz im Management haben dem Konzern schwer geschadet. Er ist reif für eine Übernahmez.B. durch Arcelor. Erbitterte Schlachten um Prestigeobjekte hat man geschlagen, obschon jeder wusste, dass das nicht gut gehen wird. Thyssen-Krupp ist kein Kandiat für langfristige Investitionen. Dafür müsste der Konzern total umgebaut und verschlankt werden, und den angeschlossenen Unternehmen mehr Freiheit eingeräumt werden. D344992nn die funktionieren besser und dürfen nun gerade stehen für die Fehlinvestitionen. Nur mit einem starken neuen partner kann T.-K. wieder gedeihen. Die Marktsituation ist aber alles andere als positiv. Möglicherweise gibt es Marktlücken, das muss das Management wissen.