Stahl-Krise: Deutsche Unternehmen nicht ausgelastet

Im Februar ist die Produktion in der Stahlindustrie im Vergleich zum Vorjahr um fast vier Prozent zurückgegangen. 2012 sank die Auslastung in Deutschland auf den tiefsten Stand seit 1996. Die neuen Daten zeigen jedoch, dass die Stahlbranche weiterhin ums Überleben kämpft.

Überkapazitäten, steigende Rohstoffpreise und ein zu großer internationaler Wettbewerb haben die deutsche Stahlindustrie schwer getroffen. Nach einem leichten Plus von 6,5 Prozent in der Produktion im Januar, fiel die Rohstahlerzeugung im Februar um vier Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Daten würden zeigen, so der Branchenverband, dass der Hoffnungsschimmer von Januar nicht anhält und sich die Stahlkonjunktur „weiterhin in einem schwierigen Umfeld befinde“. Nur 3,45 Millionen Tonnen wurden im Februar erzeugt, so die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Freitag.

Die deutsche Stahlindustrie leidet auch darunter, dass „durch die Tiefe der Rezession in Europa Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage entstanden“ sind, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, bereits Mitte Februar. Im gesamten Jahr 2012 ging die Rohstahlproduktion um vier Prozent auf 42,7 Millionen Tonnen zurück. Die Kapazitätsauslastung stellte sich zwar mit effektiv 84 Prozent im internationalen Vergleich noch als „relativ gut dar“, so Kerkhoff. Aber sie fiel damit „auf den tiefsten Stand seit 1996, das Krisenjahr 2009 ausgenommen“. 2012 ging die Nachfrage auf dem europäischen Stahlmarkt um 10 Prozent zurück.

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