BER-Chef Mehdorn: „Jetzt müsst ihr mich auch aushalten“

Als Air-Berlin-Chef verklagte Mehdorn die Flughafengesellschaft wegen der geplatzten Flughafen-Eröffnung auf Schadenersatz. Nun ist er ihr Chef.

Ex-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn wird neuer Aufsichtsratschef des Berliner Großflughafens BER, der vom Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg gebaut wird. Dies bestätigte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer am Freitagvormittag. Er sagte, Mehdorn besitze „hervorragende Managementfähigkeiten sowie ein Höchstmaß an wirtschaftlicher und technischer Kompetenz“. Mehdorn erhält einen Dreijahresvertrag. Die Arbeit beginnt am Montag.

Mehdorn sagt zwar, er könne nicht zaubern, doch er bringt klare Vorstellungen in seinen neuen Job mit. „Ich bin bekannt dafür, dass ich geradeaus gehe und die Gesellschafter haben mich geholt, jetzt müssen sie mich auch aushalten“, sagte er auf einer Pressekonferenz am Freitag.

Noch im vergangenen Jahr ging Mehdorn in seiner Funktion als Air-Berlin-Chef juristisch gegen die Flughafengesellschaft vor. Er verklagte sie wegen der geplatzten Flughafen-Eröffnung auf Schadenersatz. „Mein Mandat bei Air Berlin werde ich niederlegen, um in keinen Konflikt zu geraten“, sagte Mehdorn.

Als BER-Chef wird Mehdorn mehr als eine halbe Million Euro verdienen, aber deutlich weniger als eine Million Euro, schreibt Bild. Sein Vorgänger Rainer Schwarz verdiente rund 550.000 Euro pro Jahr. Er wurde Mitte Januar entlassen.

Klaus Wowereit, regierender Bürgermeister von Berlin, hat auch schon beim Bau des Berliner Hauptbahnhofs mit Mehdorn zusammengearbeitet, der damals Bahnchef war. Während der Pressekonferenz sagte Wowereit, er freue sich, dass das Dach des Berliner Hauptbahnhofs fertig sei. Er spielt darauf an, dass damals auch der Hauptbahnhof nicht pünktlich fertiggestellt wurde. Doch Mehdorn sagt: „Ich musste mich entscheiden, entweder Bahnhof oder Dach.“

Kommentare

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  1. Puls sagt:

    Aus alter Gewohnheit: Der Flughafen wird jetzt unter der Erde gebaut – wie Stuttgart 21.

    Es ist ein fataler Fehler anzunehmen, dieser mehrfach gescheiterte „Macher“ könne die Probleme lösen!

  2. S.Reveis sagt:

    Und das ist er wieder! Der politische „Gönner“ aus alten Tagen, Klaus Wowereit. Nicht müde werdend, auf die Verdienste von Bahnchef-Mehdorn hinzuweisen, die natürlich auf das BER-Engagement zu übertragen sind. Schon vergessen, wie rücksichtslos Mehdorn die Privatisierung der Bahn auf den Rücken der Eisenbahner und Fahrgäste betrieben hat, um den Börsengang attraktiv zu machen. 120 Beschäftige verloren ihren Arbeitsplatz, Arbeitszeiten wurden ausgedehnt, die Löhne bis zu 30 % gekürzt, Mitarbeiter bespitzelt usw.usw. Ergebnis: Abgewählt!

    Nun sollte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Bahn bis Ende 2013 die Geschäfte von AIR-Berlin führen. Das von ihm gestartete „Sparprogramm Shape & Size“ ist gescheitert. Aber dann reicht man erst einmal eine Klage gegen BER ein.

    Klappt nicht! Dann wechseln wir die Seiten, was Politiker und ihre Vasallen können, daß kann Mehdorn auch, aber nicht ohne entsprechende Abfindung. Wetten, daß…..

    Habe schon mit meinem Brooker gesprochen, wie hoch die Quote für Mehdorns vorzeitigen Abgang bei BER sein könnte. Ich setze……

  3. syssifus sagt:

    Herr Mehdorn dürfte fachlich schon etwas mehr drauf haben,als der Berliner