Manager-Gehälter: EU will Aktionäre entscheiden lassen

Die EU will dem Beispiel der Schweiz folgen. Nach dem erfolgreichen Referendum über Managergehälter in dem Alpen-Staat, versucht EU-Kommissar Barnier für alle Staaten an die Gehälter an de Aktienkurse der Unternehmen zu koppeln. Bei den Bankern will die EU London entgegenkommen.

EU-Binnenmarktkommissar Barnier will die Aktionäre in die Pflicht bei der Bestimmung der Höhe der Manager-Gehälter nehmen. „Bei allen an der Börse notierten Unternehmen in der Europäischen Union müssen die Aktionäre dann über die Höhe der Gehälter entscheiden, inklusive goldener Handschläge“, sagte Barnier der FAZ. Barnier will den Aktionären dadurch mehr Macht zurückgeben.

Damit folgt die EU dem Beispiel der Schweiz, die ebenfalls eine Neuregelung der Manager-Gehälter gesetzlich umsetzen muss. Nachdem bei einem Volksentscheid im Alpenstaat vergangene Woche mehr als zwei Drittel aller Stimmen für eine Begrenzung der Gehälter für Top-Manager abgegeben worden waren, hat das Beispiel weite Kreise gezogen.

Grund für die Abstimmung war die Rekordabfindung für den zurückgetretenen Novartis-Chef Daniel Vasella, der eine Zahlung von etwa 60 Millionen Euro erhalten sollte. Die Vergütungen mancher Spitzenmanager ließen sich mit einer gerechten Einkommensverteilung nicht vereinbaren, sagte Michel Barnier.

Großbritannien stellt sich bei der Begrenzung der Banker-Boni bislang noch quer. London fürchtet den Verlust von Spitzenkräften an andere Finanzstandorte und will die Bemühungen Brüssels torpedieren. „Wir werden sehen, ob im Sinne der Briten noch das eine oder andere nachzubessern ist“, sagte Barnier. Ob der Schweizer Volkswille auf die suprastaatliche Ebene übertragen werden kann, ist angesichts des britischen Widerstands fraglich.

Kommentare

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  1. popper sagt:

    Die Schweizer Initiative ist ein Papiertiger und ganz im Sinne der neoliberalen Ideologie. Erstens deckelt sie nicht die Gehälter. sondern lässt allein die Eigentümer darüber entscheiden ob sie mit dem Gehalt einverstanden sind. Die Mitarbeiter- seite hat gar nichts mitzureden. Von Begrenzung ist überhaupt nicht die Rede. Einzig Sonderzahlungen sollen untersagt sein (Boni, Abfindungen).

  2. Midrak sagt:

    Und am ende verdienen sie mehr als vorher.

  3. Pedro sagt:

    Die Rekordabfindung für Daniel Vasella war nicht der Grund für die Volksabstimmung, denn die Initiative dazu wurde bereits vor ungefähr fünf Jahren durch den mittelständischen Unternehmer Thomas Minder lanciert. Die hohe Abfindung hat bloß noch das Fass zum Überlaufen gebracht und vermutlich für die hohe Anzahl Jastimmen gesorgt.

  4. FDominicus sagt:

    Unglaublich die Eigentümer sollen bei der Bezahlung Ihrer Angestellten mitreden. Was für ein „Holzweg“.

  5. Luh sagt:

    Man sollte die Managergehälter am Durchschnittslohn der Angestellten orientierten. Meinetwegen das sovielfache vom Durchschnittsarbeiterlohn mit Bonuszahlungen in dem Jahr für Angestellten (Arbeiter) eingerechnet. Die geplante Regelung verleitet doch schon wieder den Börsenkurs einfach nur mal kurzfristig hochzutreiben und langfristige wichtige Unternehmensentscheidungen haben wieder einmal das Nachsehen. Das kann nicht im Interesse der Gesellschaft sein. Desweiteren einfach mal die Besteuerungsschlupflöcher bei Unternehmen schließen, das bringt auch schon eine Menge.