Billighandel: Aldi und Lidl boomen

In den vergangenen Monaten gewannen die deutschen Discounter deutlich an Marktanteile. Ihre Umsätze mit Lebensmitteln stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent. Der Boom der Discounter zeigt: Krisen-Bewußtsein und Inflation sind in Deutschland angekommen.

Der Wohlstand in Deutschland besteht über weite Strecken offenbar nur auf dem Papier: Die Lebensmittel-Discounter melden deutliche Umsatz-Zuwächse. Schon in den vergangenen Jahren haben die Deutschen unabhängig von ihren Einkommen beim Einkaufen die billigen Supermärkte gewählt.

Die Umsätze der Discounter wie Aldi und Lidl waren über vier Jahre allerdings annähernd konstant geblieben. Doch in den vergangenen Monaten gewannen sie Marktanteile hinzu. Dies berichtet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). „Die Discounter könnten sich zum Comeback des Jahres entwickeln“, zitiert die WirtschaftsWoche den GfK-Handelsexperten Wolfgang Adlwarth.

Seit August letzten Jahres verzeichnen die Discounter starke Zuwächse bei den Lebensmittelumsätzen. Im Januar beobachtet die GfK sogar ein Plus von knapp acht Prozent. „Vor allem Aldi, nach wie vor das Schwergewicht in der Vertriebsschiene, treibt das Wachstum“, so der GfK-Bericht. Für 2013 erwarten die GfK-Experten einen Umsatzanstieg von 1,5 Prozent im gesamten Lebensmittel-Einzelhandel.

Das Statistische Bundesamt hatte für Januar einen Anstieg der Einzelhandelsumsätze mit Lebensmitteln um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr festgestellt. Der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln in Deutschland stieg hingegen nur um 2,3 Prozent an. Bei Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf ging der Umsatz sogar um 0,5 Prozent zurück.

Die Entwicklung dürfte auch auf die gestiegenen Lebensmittel-Preise zurückzuführen sein. Damit bestätigt sich die Vermutung, dass jenseits der offiziellen Warenkörbe in Deutschland längst deutlich stärkere inflationäre Tendenzen herrschen. Ein solches Phänomen ist der typische Vorbote einer fundamentalen Krise: In den Supermärkten stiegen die Preise rapide, während bei den Assets in der Vermögens-Verwaltung eher deflationäre Trends zu beobachten sind.

Kommentare

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  1. Günter Buhle sagt:

    An Hand der rückläufigen Gesamtumsatzzahlen läßt sich erkennen, „daß es Deutschland noch sue so gut ging wie heute.“ Wer hat das (erfunden)von sich gegeben? Der Aldi Kunde?

  2. Günter Buhle sagt:

    An den rückläufigen Umsatzzahlen des Gesamthandels lässt sich ja erkennen, daß es „Deutschland noch nie so gut ging wie jetzt“. Wer hat das doch gleich von sich gegeben? Bestimmt ein Aldi Kunde.

  3. Berliner sagt:

    Je schlechter es den Deutschen geht, desto besser geht es Aldi und Co.

  4. Reginald Moster sagt:

    Bei den Assets gibt es keine deflationären Tendenzen. Der DAX bläst sich auf und der Immoblilienmarkt auch. Ansonsten wäre es schon interessant, die echte Inflation bei Lebensmitteln zu erfahren. Gerade bei Aldi dürften Preiserhöhungen den Umsatz beflügelt haben. Günstig wird ausgelistet.

  5. Nostradamus sagt:

    … billige Produkte der Teufels – Kreis

    Wenn man den Menschen einen Hungerlohn bezahlt……..

    … kann halt nicht jeder im Feinkostladen einkaufen, da er die entsprechenden Mittel gar nicht hat.
    Und das ist mit der Kleidung genau so.

    2,9 Millionen Arbeitslose, 4,5 Millionen Hartz IV Empfänger – 1 MILLION offne Stellen-Angebote !

    Für die restliche 7 Millionen die nun da überigbleiben – für diese Menschen wird es KEINE ARBEIT geben – denn es sind ja nur 1 Million offene Stellen überhaupt vorhanden. Die 1 Euro Jobber und die ALTEN die nicht mehr in der STATISTIK angeführt werden gar noch nicht mal erwähnt.

    Es fehlen die Unternehmen die nach China geschickt wurden wegen Wachstum alleine von BaWü 300 Unternehmen – WO? sind diese Arbeitsplätze geblieben – fortgeweht hat sie das Wachstum – diese Mitarbeiter sind nun gezwungen

    …diese billige Variante zu benutzen, damit sie wenigstens das Überleben haben, darum schließt sich hier nun der Teufels – Kreis.
    Es werden immer mehr Menschen werden die sich nur diese billige Variante leisten können, und diese billige Variante wird halt nicht bei uns erzeugt. Wenn ich schon den landwirt höre, Kartoffeln anbauen lohnt sich nicht – ja Pfui Deifel was ist mit unserem Land geschehen ?

    • westfale_08 sagt:

      Hallo Nostradamus,

      ich will Ihre Ausführungen zu den manipulierten Arbeitslosenzahlen-Statistiken nicht weiter kommentieren, weil ich weiß, daß man nur einer Statistik glauben kann, „die man selbst verfälscht hat“. 🙂

      Bei Statistiken sollte man immer den Auftraggeber und dessen Absicht/Vorgabe kennen. Gegen entsprechendes Honorar läßt sich mit Statistiken und Gutachten alles erklären und „beweisen“. Ob das nun die Inflation, die Arbeitslosenzahlen, das Klima, die Kriminalitätsrate, die Energiewende oder was auch immer betrifft.

      Nein, ich möchte eine mögliche Erklärung für das zunehmende Interesse der Kunden an den Discountern – insbesondere Aldi und Lidl – geben:

      In den frühen Jahren haben diese Discounter in der Tat durch eine knallharte Preispolitik die preisbedachten (ärmeren) Kunden in ihre Filialen gelockt.
      Sie wurden dafür von den besser betuchten Käufern deswegen als „Billigheimer“ geschmäht und wegen der dort anzutreffenden Käuferschicht bewußt gemieden.
      Wie bei der Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel hat man dort doch nur Personengruppen gefunden, deren Bezeichnung meist mit „A“ (z.B. Arbeiter, Angestellte, Arbeitslose, Ausländer, Asylanten, Arme …..) angetroffen, mit denen man möglichst wenig Kontakt haben wollte.

      Auch die Geschäftsräume waren meist sehr nüchtern und sachlich (Aldi in der Gründungszeit sogar spartanisch) eingerichtet.

      Mit den Jahren haben auch die Discounter ihre Verkaufsflächen vergrößert und auch ihr Angebot (Kühltheken, Frischfleisch, Bio-/Obst, Luxus-, Wellnes- und Gesundheits-artikel) erweitert.

      Vielleicht schauen Sie mal in die aktuellen Prospekte von Aldi und Lidl!

      Die Angebotspalette an qualitativ hochwertigen Nahrungs- und Genuß-mitteln spricht inzwischen auch die Leute an, die früher niemals ihren Fuß über die Schwelle einer Aldi-Filiale gesetzt hätten. (kenne ich aus meinem eigenen Bekanntenkreis !)

      Das Ambiente der Läden kann man sicher nicht mit so mancher „Edeka- oder Rewe-Verkaufslandschaft“ vergleichen, aber ehrlich gesagt, wenn ich z.B. ein knuspriges, ofenwarmes Weltmeisterbrot bei Lidl kaufen gehe, möchte ich für den Kaufpreis „nicht gleich die ganze Bäckerei“ kaufen müssen.

      Ich glaube, daß ein Großteil des neuerlichen Erfolges von Aldi und Lidl auf dem geschilderten verbesserten marketing (Erkenntnis mancher Wohlstandsbürger: das sind ja gar keine „Billigheimer“ mehr, die haben ja echt gute Sachen!) beruht und nur zum kleineren Teil durch die zunehmende Not der sozial Schwachen bedingt ist.

      Viele,die es nicht „so dicke haben“, sind schon immer zu Aldi und Lidl gegangen.

      Zugegeben, die Anzahl dieser Menschen wächst, aber die Kaufkraft des einzelnen Käufers nimmt ab, so daß der Umsatz der Discounter mit diesem Personenkreis mehr oder weniger konstant bleiben dürfte.

      Ich vermute eher, daß die Verkaufsmanager von Aldi und Lidl diese Tatsache auch erkannt haben und deshalb ihre Angebote zunehmend in Zielrichtung „auf die, die es etwas dicker haben“ ausgerichten.

  6. Ullrich Strakow sagt:

    Die Strategie ist genial.Monopolisierung ermöglicht Firmen wie Monsantos und Chemiekonzernen die oft nicht nachhaltig produzierten Nahrungsmittel mit Aspartam alias E951 zu ,,veredeln“ und die mit Nano Partikeln verseuchten Ketchups und Gen manipulierte Produkte flächendeckend einzusetzen.Selbst wer glaubt mit Backmischungen seine eigenen Brötchen zu backen,wird automatisch kontaminiert mit umstrittenen Zusatzstoffen.Unterhalten Sie sich mal mit medizinischen Personal über die Antibiotika Resistenz bei Patienten hervorgerufen durch mit Antibiotika vollgepumpte Schlachttiere wie Geflügel,Rinder,Schweine bis zu Farmlachsen.Ich beobachte mit Erschrecken, das viele ehemals glasklare Steinbrüche durch Phosphat,Gülle und ,,Unkrautvernichtungschemie“über Regen und Grundwasser von landwirtschaftlichen Nutzflächen in meiner Gegend um Bischofswerda extrem viel zum Teil giftige Algenmengen produziert.Die Gegenden wo Menschen als Selbstversorger leben und Wochenmärkte vorkommen mit regionalen ökologisch, einwandfreien Produkten , haben eine wesentlich geringere Krebsrate.In Deutschland stirbt jeder 4. Mensch an Krebs.Der Bayer Konzern verdient in den Ländern wo Bananen geerntet werden ,doppelt. Einmal an den krankmachenden Pestiziden und dann an den Medikamenten die von den bedauernswerten Farmarbeitern genommen werden müssen. Guten Appetit und vie Spaß beim Einkauf!

    • Freki sagt:

      Sie haben vollkommen recht. Das Geschäftsmodell ist inzwischen ‚Krankheitsbewirtschaftung‘. Die gleiche Industrie, die für flächendeckende Krankheitsdispositionen sorgt, hält auch die begleitenden Therapiemittel bereit. Die Politik spielt voll mit: McDonalds macht nun in Deutschlands Schulen ‚Ernährungsberatung‘ mit Unterstützung von Frau Aigner. Die Adipositas-Berater stehen auch Gewehr bei Fuß. Ernährung, Krankheit, Therapie aus ‚einer Hand‘.