Subventionen bringen Deutscher Bahn Rekordgewinn ein

Die Deutsche Bahn verkündete am Mittwoch einen Rekordgewinn von 2,7 Milliarden Euro für das Jahr 2012. Die Hauptgewinn-Bringer der DB sind die Steuerzahler und die Konkurrenten. Das Beispiel zeigt, wie abhängig der Staatsbetrieb von den Subventionen des Bundes ist.

Die Bahn hat einnen Rekordgewinn gemeldet. Tatsächlich kommt der Profit der Deutschen Bahn aber nicht daher, dass sie kundefreundlicher und damit wettbewerbsfähiger geworden ist. Er kommt daher, dass das Staatsunternehmen in doppelter Hinsicht von seinem Monopol profitiert: Weil der Bahn das Schienennetz gehört, zahlen die Konkurrenten, also die privaten Bahnbetreiber. Weil der Erhalt des Schienen-Netzes jedoch teuer ist, zahlt der Staat – also der Steuerzahler.

Im vergangenen Jahr gab es erstmals eine Verlagerung der Gewinn-Bringer: Bisher war in Deutschland der Regionalverkehr der profitabelste Teil der Deutschen Bahn. Im vergangenen Jahr rettete erstmals das Schienen-Netz die Bilanz der Bahn. Allein mit Schienengebühren von den privaten Bahn-Unternehmen konnte die Bahn ein Drittel ihres Rekordgewinns von 2,7 Milliarden Euro einfahren.

Zusätzlich wird das Schienennetz jedoch auch vom Bund mit jährlich 2,5 Milliarden Euro subventioniert. Die Deutsche Bahn kann also die Einnahmen aus den Schienengebühren – immerhin 900 Millionen Euro – vollständig als Gewinn verbuchen und muss sie derzeit nicht wieder in das Schienennetz investieren.

Damit praktiziert die Bahn genau jenes Modell, welches die Öffentlichkeit im Finanz-Sektor anprangert: Die Profite bleiben im Unternehmen, die Verluste werden dem Steuerzahler aufgeladen.

Beispielhaft exekutiert die Bahn diese Strategie auch am Projekt Stuttgart 21: Das Unternehmen will die Steuerzahler sogar verklagen, wenn sie nicht die Mehrkosten übernimmt (hier). Diese Mehrkosten bestehen aus Rechenfehlern der Bahn und aus externen Faktoren wie Kosten durch die Schlichtung. Unabhängig von den Milliarden, die die Bürger aufzubringen haben, wird die Bahn bei Stuttgart 21 dennoch niemals einen Gewinn machen. Auch dort wird geschehen, was zur Routine der Bahn gehört: Der Staat muss die laufenden Verluste abdecken (hier).

Einziger Beitrag der Bahn zum Desaster um Stuttgart 21 wird sein,  dass die Bahn die Ticketpreise erhöht. Wie schon beim Schienennetz wird dann wieder also der Steuerzahler doppelt zur Kasse gebeten.

Der Güterverkehr konnte nur wenig Gewinn abwerfen, die Erlöse blieben hinter den Erwartungen zurück, was mit der schwächelnden Industrie erklärt werden kann. Zahlreiche Güterwaggons wurden verschrottet, die Sparte wird derzeit einem Sanierungsplan unterworfen.

Die EU-Kommission will daher das subventionierte Netz vom Konzern der Bahn trennen. Sie befürchtet eine Benachteiligung der Konkurrenz durch die Erhebung der Gebühren und die Zuteilung der Trassen durch die Deutsche Bahn. Die Bahn kämpft gegen die Privatisierung – weil sie damit ihre einfachste Haupt-Erlösquelle verlieren würde: Die staatlichen Subventionen (für die Erhaltung des Netzes) und die Gebühren der Konkurrenten (für die Bilanz).

Kommentare

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  1. senser sagt:

    Der Artikel zeigt die vollkommene Ahnungslosigkeit des Autors. Der Staat zahlt nämlich keine Subventionen, sondern kommt seinem gesetzlichen Auftrag nach, für die Infrastruktur zu sorgen. So wie auch beim Autoverkehr: Hier zahlt der Steuerzahler auch die Autobahnen und Straßen.
    Nach der Logik des Autors würden die Autohersteller auch „subventioniert“, weil sie für die Infrastruktur nicht selbst aufkommen.
    Zu den Einnahmen der Bahn gehören übrigens nicht nur die Gebühren der Konkurrenten, sondern auch die Fahrgastpreise, Transportgebühren im Güterverkehr, etc.
    Man sollte sich ein wenig mit der Materie beschäftigen und nicht so einen Unsinn schreiben.

    • Provinzler sagt:

      Man kann tatsächlich die Meinung vertreten, dass es sinnvoll ist, dass die Trassen auf Kosten des Staates gewartet werden. Man muss sich dann aber die Frage stellen, weshalb es unbedingt die DB sein muss, welche diese Arbeiten ausführt – und hierbei unverschämte Margen einplant. Wie es sein kann, dass der Staat die Trassen baut und instandhält – die Bahnunternehmen aber Trassengebühren an die Bahn zahlen sollen. Mit den Einnahmen des marktwirtschaftlichen Bereichs der Bahn wäre diese wohl schon längst pleite – und das wäre gut so.

  2. poncho sagt:

    Merkelsche Planwirtschaft in Reinstform.

    Wer hat es bezahlt? Der Steuerbewohner des Bankenregimes in D-Land, wer wird mit höheren Ticketpreisen „belohnt“? Der Steuerbewohner der Bananenrepublik.

  3. Frank Muschalle sagt:

    Ergänzung: Zumindest auf der ICE-Strecke Berlin Hannover fährt Ulrich Homburgs Ressort Personenverkehr mit gezielt überfüllten, schlecht gewarteten ICEs Profite ein. Die Bahn verkauft in Hannover und Berlin hunderte von Monatskarten und Bahncards100 und investiert nichts in die Kapazitäten.

  4. Nostradamus sagt:

    In unserem Grundgesetz steht niedergeschrieben:

    Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

    Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

    Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist

    defakto in einer VOLKSABSTIMMUNG !!!

    Ich lese nichts von irgendwelchen etablierten Parteien, dass nur diese dieses Recht hätten ! Bisher kann man dieses ja verfolgen, dass nur diese etablierten Parteien dieses Recht haben zu entscheiden über unsere Köpfe hinweg ohne uns auch nur ein einziges Mal zu befragen !

    Schon Bismarck sagte: nicht für die PARTEI, sondern für das VOLK !

    Ich unterstütze die AfD endlich ist es soweit, ich bin der Hoffnung dass wir eines Tages eine VOLKABSTIMMUNG und das Rentenmodell der Schweiz übernehemen. Die Schweizer leben schon seit 150 jahren danach – sie waren noch nie in einem Weltkrieg beteiligt und haben ihren Franken noch. Und die Rentner verhungern nicht!

    Die Schweizer stimmen über Gehälter ab und plötzlich wird dies von der EU übernommen und auch propagiert.

    So wahnsinnig falsch kann also eine VOLKSABSTIMMUNG nach SCHWEIZER MODELL gar nicht sein.