Günstige und ökologische Verankerung für Windkraftanlagen

Planktonorganismen dienen als Vorbild für die Gründungsstruktur moderner Offshore-Parks. Windenergieanlagen sollen damit günstiger und umweltverträglicher gebaut werden.

Die Bundesregierung will, dass bis zum Jahr 2020 die Gesamtleistung deutscher Windkraftanlagen auf 10 Gigawatt gesteigert wird. Derzeit liegt diese lediglich bei 200 Megawatt. Für den Bau weiterer Offshore-Windparks braucht man allerdings bessere und günstigere Technik.

Christine Döbert von der Technischen Hochschule Mittelhessen will daher mit dem Forschungsprojekt „Intelligente Gründungsstruktur für Offshore-Windenergieanlagen“ kostengünstige und ökologisch verträgliche Alternativen zu herkömmlichen Techniken entwickeln. Für die Formgebung der Struktur, auf der die Anlagen stehen sollen, nimmt sie sich Planktonorganismen zum Vorbild. Diese besitzen druck- und zugfeste mineralische Skelette in unterschiedlichen geometrischen Formen, was bei minimalem Materialaufwand ein Maximum an Stabilität sichert.

Mit der neuen Technik sollen in Zukunft Windkraftanlagen leichter zu transportieren und zu errichten sein, da ein wesentlicher Teil der Kosten auf den Transport und die Installation der Anlagen entfällt.

Bis jetzt werden küstennahe Windenergieanlagen, die in einer Wassertiefe von bis zu 20 Metern installiert werden, meist mit sogenannten Monopiles errichtet. Das sind Stahlröhren, die in den Meeresboden gerammt werden und die Aufbauten tragen. Doch der damit verbundene Lärm während der Bauphase stört und schädigt den maritimen Naturraum.

Zudem sind die Stahlröhren bei größeren Wassertiefen aus technischen und wirtschaftlichen Gründen ungeeignet. Doch da in Deutschland die küstennahen Gebiete zu einem großen Teil unter Naturschutz stehen, sollen Windparks in Zukunft überwiegend in 20 bis 60 Meter tiefen Gewässern gebaut werden.

Döbert konzentriert sich deshalb in ihrem Projekt auf die Entwicklung neuer Gründungsstrukturen, die in tiefen Gewässern sowohl wirtschaftlich als auch umweltverträglich sind. Die Konstruktion muss möglichst einfach zu transportieren sein. Und am Bestimmungsort soll die Anlage der Belastung durch Wind, Seegang und Betrieb standhalten.

Dem Informationsdienst Wissenschaft sagte Döbert: „Die Gründungsstruktur wird weitaus umweltverträglicher herstellbar sein als gängige Varianten.“ Die Wissenschaftlerin erwartet mit der neuen Gründungsstruktur einen deutlichen Kostenvorteil gegenüber gängigen Konzepten. Zudem werde der Baulärm durch die Verankerung über mehrere Rammpfähle mit geringem Durchmesser deutlich reduziert.

Kommentare

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  1. asdgas sagt:
  2. Knüppel aus dem Sack sagt:

    Oh Gott laß Hirn regnen, besonders auf Frau Döbert.

    Nachts scheint keine Sonne und nichts ist unstetiger als der Wind. Über den Transport redet man gleich gar nicht, denn Strom läßt sich nicht speichern.

    Aber der Baulärm wird deutlich reduziert. Ja gehts noch?? Schon mal neben einer Windmühle in die Natur gehorcht? Da rythmische Schipp, Schipp, Schipp…… wird auf Dauer unerträglich und da Wasser den Schall 100mal besser „leitet“ wirds wohl bald überhaupt nichts mehr zu fischen geben. Aber wozu auch – man hat ja dann „grünen Windstrom“.

    Und wie ist das eigentlich mit der Korrosion? Nichts ist aggressiver als Meerwasser und Wind. Wir die „Gründungsstruktur“ mit „umweltfreundlichem“ Edelstahl hergestellt. Es gibt ja schließlich den dummen Strommichel, der bezahlt das schon, auch wenns bissel teurer wird.