Kreditklemme durch Basel III: Europäischer Mittelstand gefährdet

Aktuelle Zahlen belegen, dass die europäischen Banken immer noch ein viel zu hohes Risiko fahren. Ihre Bilanzen sind noch bei weitem nicht krisenfest. Wegen Basel III müssen sie nun ihre Eigenkapitalquoten stärken, weshalb sie weniger Kredite vergeben.

Die europäischen Banken müssen noch einige Verbesserungen in ihren Bilanzen vornehmen, um den neuen Basel III Regeln zu entsprechen. Bisher war davon ausgegangen worden, dass die Banken, um ihre Rücklagen zu verbessern, in den kommenden sieben Jahren noch etwa 2,4 Billionen Euro generieren müssen – hauptsächlich durch die Veräußerung von Vermögenswerten. Das entspricht mehr als sieben Prozent der Bank-Aktiva, so die FT.

Doch die neuesten Daten von PricewaterhouseCoopers (PwC) zeigen, dass zu diesen benötigten 2,4 Billionen Euro noch eine weiter Billion hinzukommen wird, um die Basel-Anforderungen zu erfüllen. Dies stellt nicht nur die europäischen Banken vor weitere, große Herausforderungen, sondern gefährdet vor allem die Unternehmen in Europa.

Die Situation hinsichtlich der Kreditvergabe an europäische Unternehmen droht, sich dadurch noch weiter zu verschärfen. Schließlich fokussierten sich die Banken bereits 2012 hauptsächlich auf die Reduzierung der Kreditvergabe, um ihre Eigenkapitalquote zu stärken. Während große Unternehmen in der Lage sind, sich auch Geld an den Kapitalmärkten durch Ausgabe von Unternehmensanleihen zu verschaffen, ist dies für die vielen kleinen und mittleren Unternehmen in Europa kaum möglich. Diese werden extrem darunter leiden.

Im Dezember fiel der EZB zufolge die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen um weitere 2,2 Prozent und sank somit auf den niedrigsten Wert seit drei Monaten. Ganz zu schweigen davon, dass die Kreditvergabe seit mehr als acht Monaten kontinuierlich abnimmt – trotz der massiven Geldschwemme der EZB.

Eine weitere Folge dieser nun doch größer ausfallenden Liquiditätsnot bei den europäischen Banken ist die Tatsache, dass die Zahl der Investoren, die auf Schnäppchen-Jagd in Europa sind, weiter zunehmen wird. Das massive Abstoßen der Vermögensanteile der Banken wird den Preis dieser nachhaltig senken und großes Interesse wecken. PwC geht davon aus, dass beispielsweise die Banken Vermögensanteile im Wert von 200 Milliarden Euro aus ihrem Kreditportfolio abstoßen werden – zu Preisen, die unter dem Realwert der Anteile liegen.

Kommentare

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  1. Eure Murksel sagt:

    Schäuble sagt die Wahrheit: Wenn man jemandem (hier Bank) sein Geld anvertraut, ist man Gläubiger gegenüber der Bank.
    Er lügt nicht. Also holt eurer Geld von der Bank und tauscht es in Silber und Gold und macht eure eigne Bank.
    Auf der Bank ist nur noch das not Geld für Überweisungen.

    Also Leute: Lesen, verstehen und handeln!

  2. Hülsensack sagt:

    Lese gerade das Buch: Die Unersättlichen
    Was der ehemalige Banker von Goldmann Sachs dort verdeutlicht, kommt genau mit diesen Berichten hier zusammen. Es wird nur geschaukelt, geschummelt, betrogen und gelogen, damit Geld in die Kassen der Jongleure fließt. Und dies wird betrieben, auf Teufel komm raus oder bis zum Untergang. Da ist keine reale Grundlage, wie es erforderlich ist in der realen Wirtschaft. Und die Gier nach immer mehr treibt sie vorwärts zu immer treisteren „Geschäften“, auch wenn die Kunden dabei Genickbruch erleiden. Das ist Berufsrisiko. Der absolute Crash ist wohl nötig, um das laufende Spiel abzubrechen und ein Neues anzupfeifen, und auch dieses dann wieder bis zum Untergang am Laufen zu halten.
    Die Gier nach Geld regiert diese Welt!