Nordsee: Anzeichen für Erholung der Fischbestände

Seit gut zehn Jahren orientieren sich die Fangquoten für die Nordsee-Fischerei stärker an ökologischen Kriterien. Eine Studie belegt nun, dass ausgedünnte Bestände sich erholt haben.

Biologen des Thünen-Instituts für Seefischerei in Hamburg haben erstmals Hinweise auf eine Erholung der Fischbestände in der Nordsee entdeckt. Zuvor galten bestimmte Fischarten jahrzehntelang durch Überfischung in ihrem ökologischen Zustand bedroht. Grund für die Erholung der Bestände könnte das seit einem Jahrzehnt restriktivere Fischereimanagement sein. Die Studie der Hamburger Forscher bescheinigt immerhin 27 der 43 bewerteten Fischarten einen guten ökologischen Zustand.

Die Wissenschaftler führten erstmals verschiedene Einzelbewertungen von Beständen zu einer großen Gesamtstudie zusammen. Die verwendeten Daten stammen unter anderem vom Internationalen Rat für Meeresforschung, dem 20 Mitgliedsstaaten angehören und der heute 110 Fischarten wissenschaftlich überwacht. Verlässliche Aufzeichnungen für die Nordsee gibt es erst seit 1984. Drei Bewertungskriterien waren für die Studie über die in der Nordsee heimischen Fischbestände maßgeblich: die Nutzungsraten durch den Fischfang, die Bestandsgrößen und die Größenstrukturen innerhalb der Bestände.

Trotz der ersten Anzeichen für eine Erholung bestimmter Fischbestände bleiben die Wissenschaftler skeptisch. „Die Auswirkungen der Fischerei sind immer noch zu hoch, um der großen Mehrheit der Bestände einen guten Zustand zu bescheinigen“, sagte Nikolaus Probst, Hauptautor der Studie, den Deutschen Mittelstands Nachrichten. 16 Bestände verfehlten zumindest in einem der drei Kriterien eine positive Bewertung. Betroffen sind vor allem die meisten Hai- und Rochenarten. Auch wichtige kommerzielle Bestände der Nordsee wie Kabeljau, Flunder und Seezunge sind laut Probst entweder überfischt, zu klein oder weisen eine schlechte Größenstruktur auf.

In einem guten ökologischen Zustand sind zum Beispiel Hering und Scholle, so Probst. Für die Wissenschaftler steht dies in engem Zusammenhang mit strengeren Fischereiregelungen. „Seit gut zehn Jahren orientieren sich die zulässigen Fangquoten stärker an den wissenschaftlichen Empfehlungen“, sagt Probst. Neben der intensiven Fischerei beeinflussen auch Wassertemperatur und Planktonentwicklung die Entwicklung wirtschaftlich wichtiger Fischarten.

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