Frankreich attackiert Zypern: „Parlament ist zu emotional“

Zypern brüskiert die EU: Zu einer Telefon-Konferenz mit ihren Rettern wählten sich die Zyprioten einfach nicht ein. Frankreich beschimpfte Zypern darauf heftig. Die Konferenz verlieft auch ohne Zypern heißblütig.

Erneut berief die Eurogruppe einen Krisen-Call zu Zypern ein. Am Mittwochabend sprachen Eurogruppe, stellvertretende Finanzminister bzw. Beamte sowie Vertreter der EU-Kommission und der EZB über das Land. Die Teilnehmer an dem Krisen-Call sollen alarmiert über die Situation in Zypern gewesen sein, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, der die Aufzeichnungen zu der Telefonkonferenz vorliegen. Man habe eingesehen, dass die EU „in einem Schlamassel“ stecke, weil sie nicht wisse wie sie beispielsweise durch Kapitalkontrollen das Land schützen sollen. Erste Panikreaktionen in Zypern gab es bereits nach dem Ultimatum der EZB (hier).

Die Emotionen unter den Teilnehmern des Calls sollen „sehr hochgekocht“ gewesen sein, so dass es äußerst schwierig war, überhaupt zu vernünftigen Lösungen zu kommen. Auch habe es offene Gespräche über einen möglichen Austritts Zyperns aus der Eurozone gegeben (67 Prozent der Zyprer sind dafür – hier).

Zypern selbst hat nicht an dem Krisen-Call teilgenommen. Ein weiteres beunruhigendes Zeichen, wie einige Beamte anmerkten. Kritik kam diesbezüglich vor allem von Frankreich. Das zyprische „Parlament ist offensichtlich zu emotional und wird über rein gar nichts entscheiden“, sagte der französische Vertreter. Wenn Zypern „sich noch nicht einmal in der Lage sieht, an diesem Gespräch teilzunehmen, ist das ein großes Problem für uns. „So etwas haben wir noch nie gesehen“.

Kommentare

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  1. Nestor sagt:

    Offenbar setzt sich in der EU die Fraktion durch, die einen Bankrott Zyperns in Kauf nimmt.
    http://NestorMachno.blogsport.de/2013/02/17/der-eiertanz-um-zypern/
    Sollte es dazu kommen, wären die Folgen nicht absehbar. Damit wäre der Euro von neuem in Frage gestellt.

  2. syssifus sagt:

    Die vielzitierte „südländische Mentalität“,immer nur fordern und das Unschuldslamm spielen.Was da hochkochte,war die Dummheit,denn 90% vom Ersparten ( eventuell mehr) ,sind wesentlich besser,als garnichts.Noch schlimmer,dürfte die Rückkehr (Abwertung) zur alten Währung werden,obwohl dies der einzige Weg in die Zukunft ist.
    Jedoch glaube ich noch nicht an einen regelrechten Rauswurf aus dem Euro,dank dem alternativlosen Geschwätz, unserer Qualitätspolitiker/innen.

  3. Ingrid Kohlmorgen sagt:

    Ich hoffe auf die Alternative führ Deutschland -AFD natürlich .
    Ich habe Bernd Lucke gesehen bei Anne Will -man lässt ihn nicht zu wort kommen ,
    unterbricht ihn mitten im satz – genau wie hier .Zensur pur.

  4. Ingrid Kohlmorgen sagt:

    Wir , in den Niederlanden , verabscheuen Jeroen Dijsselbloem .Ich hoffe sehr das Zypern genug Rückgrad hat und sich nicht erpressen lässt . IWF ist wohl nicht gerade ein musterbeispiel von Ethiek – angesichts der tatsache das christine largarde gerade eine Razzia in ihrem Haus hatte wegen Steuerfahndung und selbst 0 steuern zahlt .
    Unser minister President , Mark Rutte , der schleppenträger von Merkel und Dijsselbloem sind die auswüchse eines ausser kontrolle geratenen Titanen club –
    wer nicht mitmacht soll büssen .Ich hoffe auf die ADF -auch im interesse der Niederländer.