SAP setzt auf Innovationen: „Das Geld ist bei den Firmen vorhanden“

Um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, versucht der viertgrößte Software-Hersteller der Welt, schneller in den wachsenden Märkten voranzukommen. Auch in der Krise besteht Investitionspotenzial, das genutzt werden müsse.

Der größte europäische Software-Hersteller setzt auf Schnelligkeit und stellt seine Produkte auf die In-Memory-Technologie Hana um. Diese Innovation nutzt den schnelleren Arbeitsspeicher des Computers und erreicht so eine bessere Performance. Robert Vetter, verantwortlich für globale Partnerlösungen und -programme bei SAP, sieht in der Staats- und Bankenkrise keine negativen Auswirkungen für das Geschäftsjahr von SAP: „Vielleicht ist ein Manko vorhanden bei den Staaten. Das heißt noch lange nicht, dass die Firmen kein Geld haben.“

Die Firmen seien durchaus dazu bereit, ihr Geld auszugeben, wenn sie einen Mehrwert davon hätten, so Vetter: „Man muss nur schauen, dass man in den Märkten drin ist, die auch wachsen. Das muss jeder machen, sonst ist man out of business.“ Bis 2015 will SAP zusammen mit seinen Partnern den Umsatz mit Softwarelizenzen von 34 auf 40 Prozent steigern.

Bei SAP gäbe es fünf definierte Wachstumsmärkte, auf die sich der Konzern konzentrieren will: Mobility, Cloud-Computing, Big Data, Analytics und das Applikationsgeschäft. Vetter schätzt den Bereich Mobility derzeit am wichtigsten ein: Die Datenflut nehme immer mehr zu. Die mobile Auswertung dieser riesigen Datenmengen (Analytics) werde immer wichtiger. Mobile-Analytics „geht nur, wenn es schnell funktioniert. Wer wartet schon mit seinem Smartphone eine halbe Minute für eine Analyse – in zwei Sekunden muss das da sein.“ Darin liege die Herausforderung in der Entwicklung neuer Software.

Im Bereich Cloud-Computing hat SAP durch Firmenkäufe Milliarden investiert. Die Nutzung von Cloud- und IT-Angeboten sei nicht branchenabhängig, sondern generationenabhängig.  „Gewisse Unternehmen sind bereit und andere halt nicht.“Der Wandel können nicht forciert werden. Man müsse ein breites Angebot haben mit Lösungen und Angeboten, „die spezifisch sind, aber dem Kunden die Auswahl überlassen.“

Auf der CeBit in Hannover setzt SAP mit dem größten Stand auf massive Präsenz: „Wir sind ja auch der größte im Software-Bereich“, sagte Vetter. Die Märkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz hätten hervorragend abgeschlossen. „Die großen Wachstumsmärkte sind ganz klar Brasilien, Russland, China, Indien und der Nahe Osten. Vor allem in Brasilien gäbe es einen „Power Shift: Brasilien ist ein „Power House“, das war vor fünf, sechs Jahren noch nicht so.“

Der Vorteil von SAP sei, dass der Konzern global gut aufgestellt sei. Schlagzeilen machte zuletzt Aufsichtsratsmitglied und Mitbegründer Hasso Plattner, der einer Initiative von Warren Buffet und Bill Gates beitrat und die Hälfte seines Vermögens im Wert von schätzungsweise sieben Milliarden Euro für gute Zwecke spenden will.

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