Zyperns Parlament verschiebt Abstimmung

Der Präsident des zypriotischen Parlaments kündigte an, dass die Abstimmung des Parlaments verschoben wurde. Die Abgeordneten sollen mehr Zeit für Beratungen benötigen.

Viereinhalb Stunden nach Beginn der Beratungen im zypriotischen Parlament wurde die endgültige Abstimmung nun verschoben. Wie der Präsident des Parlaments, Giannakis Omirou, mitteilte, solle die Debatte am Freitagmorgen um 9 Uhr fortgesetzt werden. Die Abgeordneten benötigen „mehr Zeit für Beratungen“, so Omirou.

Die Eurogruppe hatte zuvor bereits mit Nachdruck das zypriotische Parlament aufgefordert, so schnell wie möglich eine Entscheidung zu treffen und den Alternativvorschlag zur Prüfung vorzulegen (hier). Bereits am Donnerstagabend wurde bekannt, dass die Laiki Bank zerschlagen und ein Solidaritätsfonds eingerichtet werden soll (mehr hier). Der Fonds will sich über die Ausgabe von langfristigen Anleihen, die mit den Gold- und Gasvorkommen des Landes abgesichert werden, finanzieren (hier). Etwa 500 Millionen Euro sollen von der orthodoxen Kirche des Landes kommen.

Unterdessen versuchen viel Zyrioten weiter, Geld abzuheben. Der Ansturm wird in den kommenden Tagen zunehmen, da beispielsweise die Laiki Bank bereits angekündigt hat, nur mehr Abhebungen in Höhe von 260 Euro pro Person und Tag zu ermöglichen.

Kommentare

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  1. Sandra sagt:

    Selber Schuld wer sein Geld auf der Bank hat und diesen auch noch vertraut. Der hat nichts anderes als einen gehörigen Tritt in den H…. verdient. Wie verblödet ist der Mensch doch. Unglaublich.

  2. effe sagt:

    Würde Zypern die Lösung B zu früh präsendieren,
    könnte es gezwungen sein einn Lösung C auszuarbeiten,
    falls die Eu diese ablehnt.

    Falls man diese im letzten Moment präsendiert
    und die Eu diese ablehnt
    kann man einfavh sagen –

    Sorry, das können wir anbieten.
    Für eine Alternative fehlt uns die Zeit …

    Vogel, friß oder stirb

    Eigentlich einfach und logisch, oder?

  3. HBS sagt:

    Der beste Schritt meiner Meinung wäre, Zypern geht freiwillig aus dem EURO raus.

    Die derzeitzigen Vermögen auf Euro-Basis werden eingefroren !!!

    Die nationale Währung (ich weiß, sehr rechtsradikal) wird zwar abwerten, aber das kann man durch die Drucker-Presse ausgleichen.

    In Italien, Griechenland usw hat das vor dem EURO auch wunderbar geklappt und die Bürger dort sind nicht nackt und verarmt rumgelaufen – im Gegenteil.

    Diese Länder wie auch Zypern waren auch vor dem EURO ein beliebtes Urlaubsland, trotz Inflation oder schwacher Währung, warum sollen jetzt die Urlauber einen Bogen um diese Insel machen ???

    Sollte das Preis/Leistungsverhältnis passen, kommen mit den Urlaubern automatisch Devisen ins Land, wovon man die „eingefrorenen Euro-Guthaben“ schrittweise wieder auszahlen kann.

    Desweiteren sollte Zypern die EZB + Griechenland verklagen, haben doch ihre Banken beim „verordneten Schuldenschnitt“ Griechenlands fast 4 Milliarden Euro verloren !!!

    Der Schuldenschnitt erfolgte auf griechische Staatsanleihen und normalerweise gibt es nichts sicheres als Staatsanleihen !!!

    Griechenland war NICHT pleite, denn ein Staat hat immer Vermögen, und wenn er seine Bürger heranziehen muss, wie von Zypern verlangt.

    Ich wüsste aber nicht, das Griechenland an die Konten der Bürger herangegangen ist, so das eine Klage vor einem Gericht sogar Aussicht auf Erfolg haben könnte.

    Da Zypern wie jedes EURO-Land ebenfalls in den ESM bzw. in diesen anderen Fonds prozentual eingezahlt hat, kann es sein, das sie auch aus dieser Richtung Gelder „wieder“ zurückerhalten, die man verrechnen kann.

    In der Not ist sich jeder der nächste, aber man sollte auch daran denken bei der ganzen Zypern-Kritik, das gesamte EURO-System ist krank. So hat sich Zypern an ALLEN Rettungspaketen für Irland, Portugal Spanien usw. beteiligen müssen, das waren auch Gelder, die dem Staat-Zypern jetzt fehlen.

  4. BernhardundBianca sagt:

    Herrlich wie ein kleines Land den Rest der EU Retter „erpressen“ kann. Die Tatik ist doch einfach: Auf den Konten der zypriotischen Banken liegen ca. 70 Mrd Euro. Die Zwangsabgabe von „Sparern“ ist vom Tisch und kann auch nicht mehr (auch Dank der Medien) eingefordert werden – das wusste sicher auch das abstimmende Paralament in Zypern – > der erste schwarze Peter liegt nun wieder bei den „EU-Rettern“, die ja nun die Dummen sind. Lässt man die zypriotischen Banken pleite gehen, greift die Einlagensicherung bis 100000 Euro -> der Staat Zypern tritt ein (dabei geht es sicher nicht um 70 Mrd Euro, sondern eher um 10-20 Mrd Euro). Da der Staat Zypern aber auch pleite ist, wird die Nummer nichts-> Hilfe aus der EU muss her, schließlich kann man die zypriotischen Bürger nicht ohne Geld da stehen lassen – > der Buhmann liegt wieder bei den EU Rettern und der EZB. Alles was von der EU, EZB gedroht und palavert wird, ist Makulatur um den Rest der EU Bürger milde zu stimmen. Ich würde als zypriotisches Paralament die Abstimmung über Plan B hinauszögern bis Sonntag/Montag – dann liegt der Buhmann wieder bei den EU Rettern und EZB; die müssen dann kurzfristig entscheiden. Und wie oben beschrieben kann die EZB die zypriotsichen Banken nicht hängen lassen und hat sich somit selbst lächerlich gemacht. Das Geld fliesst so oder so nach Zypern – selbst wenn von Zypern als „Sicherheit und Eigenleistung“ ein zypriotischen Halloumi-Käse hinterlegt wird.

    • neuer sagt:

      Völliger Quatsch. – Es wird ganz anders kommen, als viele noch vor Stunden gedacht haben. Besonders die, die „immer schon alles“ wussten, werden sich wundern. Aber es nicht zugeben, sondern die Fakten ein wenig drehen und ein wenig wenden, damit sie in ihr Raster passen.

  5. UdSSR/EUdSSR sagt:

    Warum wird Zyperns Parlament noch mal abstimmen? Die Politiker haben schon gegen das Rettungspaket abgestimt.
    Und warum wird die Abstimmung verschoben? Braucht Putin mehr Zeit um seine Oligarchen zu retten?

    • neuer sagt:

      Dass Russland Zypern nicht helfen wird, deutet auf genau das Gegenteil hin: Putin ist nicht bereit, für das Geld der Oligarchen -ob nun schwarz oder weiß- einzustehen.

      Ich amüsiere mich über diejenigen, die immer, egal, was passiert oder auch das Gegenteil davon, den Schluss ziehen, dass in jedem Fall im Hintergrund eine Verschwörung der mächtigen Politiker, Bänkster (die herrliche Wortschöpfung eines abgewiesenen Kreditkunden), oder auch grünen Männchen läuft. Zuviel amerikanische Romane gelesen.