Zypern: Auch die Türkei will das Offshore-Erdgas

Zypern will die Offshore-Erdgasfelder zur Finanzierung des Landes nutzen. Doch auch die Türkei erhebt Anspruch auf das Erdgas und auf die möglichen Einnahmen.

Die zypriotischen Bemühungen, die noch nicht genutzten Offshore-Erdgasfelder zur Finanzierung des Landes zu nutzen, haben zu Spannungen mit der Türkei geführt. Diese verlangt die gemeinsame Nutzung und einen Teil der Einnahmen.

„Diese Ressource gehört zwei Ländern. Und die Zukunft dieser Ressource kann nicht nur von Südzypern bestimmt werden“, sagte ein türkischer Beamter zu Reuters. Die Türkei könne wenn nötig gegen derartige Initiativen vorgehen. Es sei ausgeschlossen, dass nur das südliche Zypern die Ressource nutze, so der Beamte.

Die Insel Zypern teilt sich in den zypriotischen Süden und den türkischen Norden. Der Norden wird allerdings nur von der Türkei anerkannt, da die Insel bis 1974 nicht geteilt war. Nach Unruhen auf der Insel schickte die Türkei Truppen nach Zypern, was schließlich zur Gründung der Türkischen Republik Nordzypern im Jahre 1983 führte.

Der türkische Beamte sagte: „Wir werden mit politischen und rechtlichen Mitteln vorgehen“, ohne deutlicher zu werden.

Der zypriotische Finanzminister Michael Sarris war nach Moskau gereist, um dort mit seinem russischen Amtskollegen auch über Investitionen in die Erdgasvorkommen Zyperns zu verhandeln (ohne Ergebnis – hier).

Bisher wurden in zypriotischen Gewässern etwa 200 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Wert von 60 Milliarden Euro entdeckt, berichtet CNBC. Die Vorkommen würden ausreichen, um 40 Prozent des jährlichen Erdgaskonsums in der EU zu decken.

Zypern hofft, dass den Erdgas-Export im Jahr 2018 zu beginnt. Doch es wird befürchtet, dass die Förderung schwierig und teuer wird. Zudem könnte bis dahin die Förderung von Schiefergas die Erdgas-Förderung verdrängt haben.

Kommentare

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  1. Astromeritis Telemachos sagt:

    Die Germanen werden eine psychologische Hürde nehmen müssen, die Minderwertigkeitsgefühle gegenüber Rom und Byzanz überwinden, sonst wird kein Europa zustande kommen und Deutschland läuft Gefahr, wegen der Quadriga oder des Halbstädter Domschatzes in einem peinlichen Plagiatsverfahren seine Doktorwürde zu verlieren!

  2. Jupp Hirsenkoetter sagt:

    Die Loesung mit Nachhaltigkeit: Zypern wird vereinigt aber zunaechst ausserhalb des EU-Einflusses!

    Die Tuerken uebernehmen „Yzpern“ ganz in einem Handstreich, dann wird im naechsten Kapitel sowohl die Tuerkei als auch Russland als Mitgiled der EUdSSR interessant & aufgenommen.
    Der Kremel kennt sich da bestens aus, und altgediente Sovjet -Fuehrer koennen dann mit Hilfe von IM ERIKA und den Noch-Seilschaften aus der DDR massgeblich Einfluss nehmen…. : wir haetten Zugang zur Kornkammer und Rohstoffkammer in Russland, quasi das KANADA von Europa, = die Vorstufe zum Paradies!
    Aussenpolitisch waere dies ein handlungseffiziente Grossmacht, die sich auch im Nahen & Mittleren Osten Gehoer und Einfluss verschaffen und Maerkte erobern koennte.

  3. WiKa sagt:

    Zypern flaggt um, raus aus der Union, rein in die Föderation … Link

    Na dann war und ist ja diese Vorstellung gar nicht so abwegig. Wir machen uns kaum eine Vorstellung davon, welcher Krieg möglicherweise schon längst in den Kulissen um Zypern ausgebrochen ist. Der wird aber nicht mit Waffen entschieden, in diesem Falle wohl direkt mit Geld. Es geht allerdings nur noch darum, wer beim Erpressen die Oberhand behält. Die Verlierer stehen aber schon heute fest, nämlich die Mehrheit der auf Zypern lebenden Menschen. Bei den designierten Gewinnern herrscht derzeit noch ein Patt, entweder EU oder Russland.

    Es ist schon traurig mit anzusehen mit welcher Leidenschaft dort die normalen Menschen zu Spielbällen nicht nur dieser Polit-Kasper werden, sondern am Ende wohl auch noch rein wirtschaftsstrategischer Klein- und Großkriege. Wer nun meint, so sähe ein geeignetes Europa aus, der hat nachhaltig die Rechnung ohne die Menschen gemacht. Das wird sich noch schwer rächen, wie ich meine.

  4. Uta sagt:

    Hoffentlich führt die Gier nicht dazu dass sie in sehr sehr tiefen Gewässern versehentlich Öl statt Gas anbohren.
    Das wäre unvergleichbare Katastrophe, wenn das schwarze Gift das eh schon belastete kleine Mittelmeer – man will an manchen Orten ja kaum noch baden gehen – in eine tote Brühe verwandeln würde. Die Lebensgrundlage der zahlreichen Mittelmeerländer würde zerstört. Im Vergleich dazu ist ein Banken- und Währungscrash nur ein überwindbares kleines Übel.

    Mir wäre es lieber unser emsige, erfinderische Mittelstand würde Methoden zur Nutzbarmachung dezentraler Energien vorantreiben.

  5. Einweckglas sagt:

    Die Türkei hat da gar nichts bzgl. irgend welcher Gasvorkommen zu melden . Das einzige, was die zu melden haben, ist der Abzug aus dem nördlcihen Teil Zyperns!

    • torsten sagt:

      Die Türkei hat den Norden Zyperns erobert mit militärischen Mittel= Unrecht. Die Türken sollen abziehen! Denen gehört dort gar nichts! Auch kein Gas!

  6. die Steigerung von Teufel ist EU sagt:

    Die Zyprioten werden sich mit dem Teufel vereinen aber hauptsache sind sie raus aus EU.

  7. Ariovist sagt:

    Ja, das war zu erwarten, dass jetzt die Türkei hineingezogen wird, welche immer schon die Ressourcen im Auge hatte und deshalb gab es dort auch nie einen wirklichen Frieden. U.a. auch auf diese Ressourcen spekulieren die bekannten omnipotenten Aasgeier, welche sich längst auch an die riesigen griechischen Öl- und Gasfelder herangemacht haben. Das dürfte auch der Grund sein, warum die EU die kleine Insel und das arme Volk so unter Druck setzt, damit das Tafelsilber „übernommen“ werden kann.
    Auf jeden Fall: Es wird sehr interessant!

  8. Dr.NorbertLeineweber sagt:

    Die Chinesen haben schon den Hafen von Piräus übernommen, als die Kreditrate der Griechen ausblieb. Und die Inanspruchnahme der Rohstoffquellen ist in der Tat eine geniale Idee, die nicht abgewürgt werden darf. Es handelt sich um eine marktwirtschaftliche Lösung. Alle überschuldeten Unternehmen müssen assets verkaufen. Aktuell haben wir eine richtige Verkaufswelle um die Bilanzen aufzupolieren (RWE, Thyssen und viele mehr). Der Staat verkauft die Lizenzen und fertig. Dazu ein paar Goldreserven, die offensichtlich vorhanden sind und fertig ist das Tauschgeschäft. Man fragt sich nur weshalb erst jetzt die Verwertung der Gasreserven auf die Agenda kommt. Schließlich hatte Zypern den Hilfsantrag bereits vor einem dreiviertel Jahr gestellt. Und der IWF verlangt, um die Schuldendienstfähigkeit zu garantieren, einen Eigenanteil. In dieser Zeit hätten Handlungsoptionen generiert werden müssen.
    So und wir setzen noch eines d`rauf: Warum hat die europäische Gaswirtschaft nicht ein Konsortium gebildet und die Förderrechte gekauft? Man hätte die marktwirtschaftliche Ordnung nicht mit Füßen getreten wie bei einer Enteignung der Kleinsparer. Und man hätte nicht einmal die Russen gebraucht.
    Nachzulesen ist dieser Vorschlag auf der eurokritischen Seite http://www.fortunanetz.de.

    Und da stellt sich abschließend schon die Frage, weshalb sich Dr. Merkel nicht um den Aggregatszustand des Gases gekümmert hat. Sicher wird Günther Jauch das live aus dem Gasometer diskutieren, am besten mit Dr. Merkel zusammen. : „Frau Bundeskanzlerin, ursprünglich war ja tatsächlich Gas in dieser Lokation und keine heiße Luft …“