Riskante Währung: Russland will Euro abstoßen

Der EU-Rettungsplan für Zypern sei absurd und grotesk gewesen und die Krise scheint den Niedergang Europas zu verstärken, sagte Medwedew. Russische Finanzkreise zweifeln bereits an der Sicherheit der russischen Gelder in der EU. Medwedew erwägt eine Reduzierung der Euro-Währungsreserven.

Der Besuch Barrosos und der EU-Kommission in Moskau verläuft alles andere als geplant. Statt wie vorgesehen, die bilateralen Beziehungen zu stärken, muss sich Barroso als Vertreter der EU harsche Kritik von der russischen Regierung gefallen lassen. Auf einer Konferenz in Moskau nutzte der russische Ministerpräsident Medwedew die Gelegenheit, während Barroso neben ihm stand, den ersten Entwurf des europäischen Rettungspaketes für Zypern zu schelten. Dieses sei, „um es milde auszudrücken, überraschend…absurd…grotesk“, zitiert ihn der EUObserver. Die aktuelle Situation „ist unberechenbar und widersprüchlich“.

Außerdem beschwerte sich Medwedew darüber, dass Russland nicht früh genug über die EU-Pläne für Zypern informiert worden sei (im Gegensatz zu den zypriotischen Regierungsbeamten, die früh genug ihr Kapital ins Ausland schafften). Im Anschluss daran zitierte der russische Ministerpräsident einen Euroskeptiker mit den Worten: „Die Euro-Krise bestärkt den Gedanken, dass sich Europa im 21. Jahrhundert im Niedergang befindet“. Das europäische Projekt habe sich als zu umständlich erwiesen.

Kurz zuvor erklärte Medwedew bereits der russischen Nachrichtenagentur Interfax, dass er darüber nachdenke, Russlands in Euro gezeichnete Währungsreserven zu reduzieren. Damit stützt er die Äußerung des ehemaligen, stellvertretenden Finanzministers Russlands, Leonid Grigorjew. Dieser sagte auf einer anderen Pressekonferenz, dass das russische Geld nicht mehr überall in Europa sicher sei. „Die Zypern-Situation hat neue Unsicherheit im Bankensektor geschaffen“, so Grigorjew. „Die Menschen haben begonnen, zu denken, dass das gleiche auch anderswo passieren könnte.“

Barroso hingegen verteidigte die EU. Man hätte Russland nicht im Vorhinein informieren können, „weil die europäischen Regierungen nicht informiert wurden – um wirklich offen und ehrlich bei diesem Thema zu sein“, sagte der EU-Kommissionspräsident. Es habe vor dem entsprechenden Treffen der Eurogruppe keine Vorentscheidung gegeben. Außerdem, so Barroso zu Medwedew, „glauben Sie nicht an den Gedanken eines Niedergangs Europas.“ Die „Europäische Union ist stärker als es heutzutage gern zuzugeben wird.“

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    ZUKUNFT DES EURO ?
    In meinem Besitz befindet sich eine Reichsbanknote 500 Millionen Mark mit der Nummer
    148907 von 1923. Die Rückseite ist nicht mehr bedruckt worden ! In Österreich war 1929 der Umtausch von Kronen auf Schilling 1: 10.000, für 10.000 Kronen erhielt man einen Schilling ! Alles schon dagewesen, wird der EURO ähnlich enden?

    • Simplizissimus sagt:

      sehr schön ich hab auch noch einige Milliarden ganze Kiste voll hier.

      Ich behalt das Zeug mal, eventuell bekommts mal wieder einen WERT.

      Ich setz mich mal drauf und brüte – !!! ????

      Leider vergebens.

  2. Margrit Steer sagt:

    Die einst so schöne Idee der großen Nachkriegs- und Friedenspolitiker de Gaulle und Adenauer wurde von den jetzigen Delettanten zerstör. Es ist traurig

  3. Oderic sagt:

    Barroso “ Die „Europäische Union ist stärker als es heutzutage gern zuzugeben wird.“
    Wenn ich Medwedew wäre, würde ich diesen Satz von Barroso als Kriegsdrohung werten und ist auch bestimmt so gemeint gewesen.

  4. DanielWichtig sagt:

    Dann soll Russland doch sein Geld bei deutschen Banken anlegen. Da gibt es zwar weniger Zinsen, ist aber sicherer als in Zypern.

  5. Michael Schröder sagt:

    Der Philosoph Sloterdijk meinte 2004 in seinem Hauptwerk, dass Mangelphantasien heute etwas für den Kamin seien, zur Steigerung des eigenen Wohlbefindens, das natürlich von Levitationen (Erleichterungen) im Kristallpalast (Europa und USA) beherrscht ist.
    Philosophen mit gegenteiliger Meinung wollte er an das „Offensichtliche“ die „gelebte Realität“ oder eine berufsbedingte Misanthropie verweisen. Die Anti-Gravitation, beständiges Fliegen war das Motto!

    Die Philosophie wird sich auch wandeln müssen, die Schwere kehrt zurück!

  6. herbert lang sagt:

    Was haben die 2. und 3. klassigen Politiker welche von den einzelnen Eurostaaten nach Brüssel abgeschoben wurden bis jetzt denn schon erreicht?
    Die Unfähigkeit dieser Leute erwecken in uns nur Mistrauen und das wird immer ärger.
    Sollte diese Horde länger so weiter lügen und Misswirtschaften kann man sich vorstellen was aus der viel umjubelten EU werden wird.

  7. Hülsensack sagt:

    „weil die europäischen Regierungen nicht informiert wurden – um wirklich offen und ehrlich bei diesem Thema zu sein“,
    lese ich diese Worte der EU, komme ich in Bedenken über deren Glaubwürdigkeit, oder ist es ein Übersetzungsproblem?
    Die wurden nicht informiert, um „wirklich“ offen und ehrlich zu sein?!
    Wenn ich meinen Partner über mein machen und tun nicht informiere, will ich ihm gegenüber offen und ehrlich sein.
    Da laust mich doch der Affe aus Brüssel. So ehrlich sind die dann auch gegenüber den Bürgern, welche die ohne Legitimation an der Nase herumführen.
    Wie lange wollen die noch so weitermachen? Kein Wunder das die russischen „Demokraten“ verschnupft reagieren.

    • westfale_08 sagt:

      Euro-Juncker aus Luxemburg + Schäuble haben laut Medien Mitte letzten Jahres gesagt: “Wenn es ernst wird, muss man lügen”.

  8. schnurz sagt:

    da Russen auch nur mit Wasser kochen, gilt für sie ebenfalls die goldene Regel: „Hochmut kommt vor dem Fall“

  9. cusickwa sagt:

    Die ganze Weilt sollte ihr Kapital abziehen. Due EU ist nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben wurde. Alles, aber auch alles wurde auf Lügen aufgebaut. Ich hoffe die Spinner werden alle zur Verantwortung gezogen!