Österreich: Post profitiert vom Internet

Noch nie waren in Österreich so viele Pakete unterwegs wie heute. Davon profitiert die Post und erhöht ihre Dividende. Sie kann es verkraften, dass die E-Mail dem herkömmlichen Brief Konkurrenz macht

Die Zahl der Paketlieferungen bei der Österreichischen Post AG ist auf ein Rekordhoch angestiegen. Im Jahr 2012 lieferte die Post 65 Millionen Pakete aus, deutlich mehr als die 59 Millionen Pakete ein Jahr zuvor.

„Es gibt zwei Megatrends, die unser Geschäft beeinflussen“, zitiert Bloomberg Georg Poelzl, den Chef der Post. Zum einen würden herkömmliche Briefe immer mehr durch elektronische Mails ersetzt. Zum anderen gebe es einen Boom bei den Paketlieferungen. Denn das Online-Shopping und der internationale Handel nähmen massiv zu, so Poelzl.

Die Zunahme des Online-Shoppings ist ein globales Phänomen. Amazon, der weltweit größte Onlinehändler, verzeichnete 2012 einen Umsatzanstieg um 27 Prozent auf 47,6 Milliarden Euro.

Bei der Post konnte der Boom mit den Paketen den Rückgang im Briefgeschäft im vergangenen Jahr mehr als ausgleichen, so das Unternehmen. Der Gesamtumsatz des Unternehmens stieg um 0,7 Prozent auf 2,37 Milliarden Euro.

Da die Österreicher immer weniger Briefe verschicken, machte das Briefgeschäft im vergangenen Jahr nur noch etwa 3,6 Prozent aller Sendungen aus. In diesem Jahr erwartet die Post allerdings keinen weiteren Rückgang. Der Grund: „Das Superwahljahr ist gut für die Post“, zitiert Der Standard den Postchef.

Aufgrund der guten Geschäftszahlen schlägt das Management eine Erhöhung der Dividende von 1,70 Euro auf 1,80 Euro pro Aktie vor, sagte das Unternehmen. Damit würden 121 Millionen Euro ausgeschüttet, davon 64 Millionen Euro an den Bundeshaushalt. Denn die börsennotierte Post AG gehört noch immer mehrheitlich dem österreichischen Staat.

Das Unternehmen erweiterte 2012 seine Auslandsgeschäfte in Rumänien, Polen und Bulgarien. Allerdings wird die Post ihre Investitionen in Ungarn vorerst auf Eis legen, denn die lokalen Behörden betrieben „Protektionismus“, sagte Poelzl. Die Post strebt mittelfristig einen Umsatzgewinn zwischen einem und zwei Prozent pro Jahr an.

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