Chaos: Bank of Cyprus verliert den Chef

Andreas Artemis ist mit der beschlossenen Umstrukturierung des zypriotischen Bankensektors nicht einverstanden. Er kritisiert, dass der Vorstand der Bank of Cyprus nicht vorher konsultiert wurde.

Der lange hinausgezögerte Zypern-Deal hat nun bereits erste personelle Konsequenzen. Der Chef der Bank of Cyprus, Andreas Artemis, hat Dienstagnacht beim zypriotischen Finanzminister Sarris seinen Rücktritt eingereicht, berichten lokale und griechische Medien wie capital.gr. Andreas Artemis soll mit der vereinbarten Umstrukturierung des zypriotischen Bankensektors nicht einverstanden gewesen sein. Vor allem den Verkauf der griechischen Filialen der Bank of Cyprus an die griechische Piraeus Bank kritisiert er. Diese sei dem Chef der Bank of Cyprus zufolge ohne die Konsultation des Vorstands der Bank beschlossen worden sein. Artemis wurde erst im August 2012 zum Chef ernannt, nachdem der damalige Chef zurückgetreten war.

Bank of Cyprus stark angeschlagen

Die Bank of Cyprus ist massiv von dem Deal mit Brüssel betroffen. Die Kunden der Bank mit Einlagen von über 100.000 Euro werden eine Zwangsablage von über 40 Prozent leisten müssen. Darüber hinaus muss die Bank die EZB-Notkredite, die von der zur Zerschlagung frei gegebenen Laiki Bank aufgenommen wurden, in ihre eigenen Bücher nehmen – immerhin neun Milliarden Euro. Die Bank of Cyprus droht nun selbst auszubluten und zum Risiko für die EZB zu werden.

Kommentare

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  1. Hülsensack sagt:

    Hat er nun wirklich nationalen antrieb, oder steckt etwas anderes dahinter. Wenn dort die Vorstände in solchen Abständen ausgewechselt werden, bzw. sich selbst auswechseln, muß es ja verdammt stinken.

  2. Thomas Klesenius sagt:

    Das ist das erste Mal, dass ich den Namen eines der kriminellen Spekulanten höre. Und dann beschwert er sich auch noch. Wir haben in Europa kein Unternehmensstrafrecht für Führer von Zockerbanken – wie kommt das bloß?

  3. rundertischdgf sagt:

    Das Geschäftsmodell von Luxemburg und der dortigen Banken soll dem in Zypern sehr ähnlich sein, deutet der Bundestagsabgeordnete Schäffler an.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/03/26/4858/

  4. frame sagt:

    Vielleicht bekommt er politisches Asyl in Russland.
    Für die bisher erworbenen Verdienste …

  5. Tommy Rasmussen sagt:

    GUTE NACHRICHTEN !!! :

    Das Projektmanagement von der Finanzkrise könnte vielleicht schon ab Mitte 2013 die konkrete Ausgestaltung des Projektmanagements stoppen* :

    „Was wir jetzt mit der Fiskal-Union machen, ist ein kurzfristiger Schritt für die Währung. In einem größeren Kontext brauchen wir natürlich eine politische Union. Wir können eine politische Union nur erreichen, wenn wir eine Krise haben. Es gibt eine begrenzte Übergangszeit, in der wir die Nervosität an den Märkten managen müssen. Wenn es bis Ende 2012 oder bis Mitte 2013 klar ist, dass wir alle Zutaten für neue, gestärkte und vertiefte politische Strukturen beisammen haben, dann denke ich, dass es funktionieren wird.“ 18.11.2011 – Schäuble – New York Times
    http://www.nytimes.com/2011/11/19/world/europe/for-wolfgang-schauble-seeing-opportunity-in-europes-crisis.html?pagewanted=2&_r=2&

    * „…die konkrete Ausgestaltung des Projektmanagements stoppen“ :

    26.02.2013 – Armutskonferenz: Wort „arbeitslos“ nicht mehr erlaubt – 23 „soziale Unwörter“ sollen aus dem Wortschatz gestrichen werden, weil sie politisch inkorrekt sind. Darunter das Wort „arbeitslos“ – „Es sollte erwerbslos heißen… “
    http://www.mmnews.de/index.php/politik/12218-neusprech-wort-qarbeitslosq-nicht-mehr-erlaubt

    „Es sollte erwerbslos heißen… “

    weil? :

    22.03.2013 – “Wir haben kein Armutsproblem in Deutschland, wir haben ein Lebensstandardsicherungsproblem”, sagt Bernd Raffelhüschen, Professor und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge der Universität Freiburg.
    http://uhupardo.wordpress.com/2013/03/22/es-ist-alles-ganz-anders-nur-die-reichen-haben-ein-rentenproblem/