Immobilien: Ende des Booms erwartet

Der Immobilien-Boom in Deutschland geht zu Ende. Die ersten großen Anleger steigen aus - unter anderem Blackstone. Sie sagen: Der Zenit ist überschritten.

In den vergangenen zwei Jahren erfreute sich der deutsche Immobilienmarkt immer größerer Beliebtheit bei Investoren. Doch dieser Boom könnte bereits in diesem Jahr beendet werden. Investoren wie die Blackstone Group LP, Goldman Sachs und andere Private-Equity-Unternehmen planen 2013 Vermögenswerte des deutschen Immobilienmarktes in Höhe von mindestens fünf Milliarden zu verkaufen. „Wir nutzen den derzeitigen Markt, um unser Portfolio zu bereinigen und uns neu zu positionieren“, so Olaf Claessen von Round Hill Capital LLC zu Bloomberg. Das Unternehmen hält deutsches Wohneigentum im Wert von etwa 2,5 Milliarden Euro. Es sei ein günstiger Zeitpunkt, um noch mit Gewinn zu verkaufen.

Niedrige Zinsen begünstigten Immobilienkauf

Nachdem die deutsche Regierung lange mit der Öffnung des Immobilienmarktes zögerte und die Finanzkrise bis 2009 Gewinne aufzufressen schien, stiegen die Preise für deutsches Wohneigentum in den vergangenen vier Jahren. Der FTSE / EPRA Nareit Index für deutsche Immobilien gewann in den vergangenen zwölf Monaten 24 Prozent. Die niedrigen Erträge aus dem Kauf von deutschen Staatsanleihen machten den Immobilienmarkt deutlich attraktiver. Nicht nur der Wert der Immobilien stieg, sondern in den meisten Fällen auch die Mieterträge. Seit dem Tief im Jahr 2009 waren die Preise um 17 Prozent gestiegen und die Mieten um neun Prozent.

Kauf fauler Kredite attraktiver als deutsche Immobilien

Viele Firmen, die in deutsche Immobilien investiert haben, gehen davon aus, dass die maximalen Gewinne nun erreicht sind. Notleidende Kredite, die von Banken verkauft werden, gewinnen zunehmend an Interesse der Investoren. Und so fielen die Werte für Wohnungen im Januar zum ersten Mal seit Dezember 2009, wie die neuesten Daten des Online-Hypotheken-Brokers Europace zeigen. Die Investoren „sehen sehr deutlich, dass man im Moment Top-Preise bekommen kann und sich das Fenster der Nachfrage nach deutschen Immobilien irgendwann schließen wird“, erklärt Andre Adami vom Marktforschungsunternehmen BulwienGesa. Zuletzt versuchte der Immobiliendienstleister CBRE noch ein wenig die Preise für deutsche Immobilien auszureizen.

Die Abteilung der Deutschen Bank, die in Immobilien und Infrastruktur investiert, soll ungenannten Quellen Bloombergs zufolge in diesem Jahr den Verkauf von etwa 23.000 deutschen Immobilien planen. Und Blackstone beispielsweise will bis zu 8.000 Immobilien abstoßen.

Kommentare

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  1. tilly sagt:

    so wird vllt die landflucht gestoppt

  2. thiltie sagt:

    so wird vllt die landflucht gestoppt

  3. Hübertus Galter sagt:

    Bei uns in der Wohnanlage habe ich ( Hamburg ) meine Wohnung für 45000 Euro in 2004 gekauft. Die 65qm Wohnung war so billig weil eine Wärmedämmung für 15000 Euro geplant war. Gut, das habe ich akzeptiert. Weil der neue Heimat Bau auch eine Sanierung brauchte.

    Das ganze Haus wurde mit einer Wärme Dämmung Luxussaniert, mein Anteil minus Förderung und Absetzung bei Finanzamt = 9450 Euro. Bin aber noch gut weg gekommen.
    Die Wärmedämmung spart zwar keine Heizkosten da da nur Fake, also hätten die 5000 Euro für eine normale Sanierung gereicht. Aber im Rahmen de Luxussanierung lässt sich bei den Vermietern, Banken, Marklern und Finanzamt viel Geld machen.

    Letztes Jahr, 3 Baugleiche 65qm Wohnungen für je 260000 Euro wurden verkauft, zu 100% Finanziert natürlich. Die Mieten bei Neuvermietungen stiegen von 7 Euro auf 13 Euro pro Quadratmeter. Von ca. 455 Euro auf ca. 845 Euro. Und diese 845 Euro sind noch billig bei mir in der Gegend. Die meisten Wohnungen hier liegen bei über 1000 Euro.

    Der Boom findet nur in 20 bis 30 Gegenden in Deutschland statt, auf den Dörfern hat es diesen Boom nie gegeben.

    Mir tun die Leute auch nicht Leid, die so dämlich sind so viel für eine ETW zu bezahlen. Meine ETW hat einen Marktwert von 85000 Euro. Und das nur wenn im besten Zustand und weil die Gegend hier gut ausgebaut ist. Ansonsten ist Hamburg auch, bis auf die Touristen Viertel eine versüfte Stadt, mit einer Öffentlichen Ordnung und Sicherheitslage wie Tunesien. Nur das alles besser Totgeschwiegen wird.

    Die Mieten werden mit Sicherheit nicht sinken, wenn die Überteuerten Immobilien nur um 5% nachlassen, gehen die Banken auf ihre Kunden los.
    Goldman Sachs macht derzeit mit Immobilienverkäufen bzw. deren Beteiligungen Gewinn und es wird auch massiv abgestoßen. So mal der Unterhalt und Sanierung von Wohngebäuden sich kaum noch lohnt, in einer normalen Marktlage.

  4. Anonym sagt:

    So löst man das Platzen einer Immobilienblase aus. Wie in Spanien seinerzeit. Immer wieder die selben, die für den Niedergang verantwortlich sind. Wenn ich nur Goldman Sachs lese, wird mir schlecht.

  5. Thomas sagt:

    Ein Ende des Immobilienbooms und den damit einhergehenden steigenden Mieten würde mich überraschen. Die EZB spritzt doch ständig frisches Geld in den Kreislauf, wie jetzt gerade mal wieder 10 Milliarden an die Banken Zyperrns. Das Geld fließt schließlich in Form von Zinszahlungen direkt zurück an die Milliadäre Investoren, und die wollen ihr frisches Geld gewinnbringend anlegen. Gewinnbringend ist dies nur möglich, solange immer frisches Geld nachgepumpt wird. Spanische, italienische und französiche Banken stehen bereits Schlange. Dabei konkurrieren Immobilien mit anderen Assets, wie z.B. Edelmetallen und Aktien oder den perversen Wetten.

    Wenn die Meldung wahr ist, dann bedeutet das, dass wahrscheinlich gerade letztere, also die Hedgefonds, derzeit bessere Renditen versprechen. Irgendwann jedoch, wenn Deutschland der letzte Staat pleite ist, fällt die Blase in sich zusammen und das Geld ergießt sich in die Realwirtschaft. Und dann gnade uns Gott, denn dann wird aus der Asset-Inflation eine Hyperinflation. Da hilft auch kein Bank-Run mehr.

  6. HorstNRW sagt:

    Pokern gehört zum Geschäft.