Präsident Zyperns bekam 5,8 Millionen Dollar geschenkt

In Zypern und Griechenland herrscht Empörung über immer neue Enthüllungen über die lokalen Politiker. Sie haben Millionen von den Banken geschenkt bekommen, in Form von gelöschten Krediten. Allen voran hat sich offenbar der ehemalige Staatspräsident George Vassiliou bedient.

Zypriotische Politiker und Regierungsbeamte nahmen bei der Bank of Cyprus und der Laiki Bank Kredite auf, zahlten aber wenn überhaupt nur einen kleinen Teil des Geldes zurück. Die Banken erließen ihnen die Schulden, berichtet Keep Talking Greece. Die zypriotische Webseite 24H hat der Staatsanwaltschaft eine Liste mit den Namen der begünstigten Politiker übergeben.

Die Cyprus Mail legte am Samstag nach und konnte mit der Enthüllung aufwarten, dass der ehemalige Staatspräsident George Vassiliou über eine von ihm beherrschte Firma 5,8 Millionen Dollar geschenkt bekommen hat: Der Kredit wurde vor wenigen Wochen schlicht gelöscht.

Vassiliou war ein guter Freund der Russen – daher verwundert es nicht, dass auch die Kredite für zahlreiche russische Unternehmen plötzlich als nicht mehr werthaltig abgeschrieben wurden.

Nun soll eine parlamentarische Untersuchung durchgeführt werden, um den Grund für diese Sonderbehandlung bei der Kreditvergabe zu klären. Klar ist, dass dieselben Politiker, deren Schulden erlassen wurden, über die Besetzung von Führungspositionen in den Banken mitentschieden.

Die griechische Tageszeitung Ethnos veröffentlichte die Liste am Freitag – allerdings ohne die vollständigen Namen der Politiker. Auf der Liste befindet sich etwa ein Kredit der Bank of Cyprus an ein Hotelunternehmen, das Verbindungen zur Zypriotischen Kommunistischen Partei (AKEL) und zu Gewerkschaften hat. Der Kredit in Höhe von 2,8 Millionen Euro wurde dem Unternehmen im Mai 2012 komplett erlassen.

Ein weiterer Kredit der Laiki Bank an das Unternehmen eines berühmten Politikers in Höhe von 5,8 Millionen Dollar sollte 2014 erlassen werden. Die von Ethnos veröffentlichte Liste enthält mindestens zwei Dutzend Fälle.

Der Skandal schlägt in Zypern ein wie eine Bombe. Denn dieselben Banken, die den Politikern Gefälligkeiten in Millionenhöhe erwiesen haben, haben den Zyprioten Zwangsabgaben, Kapitalkontrollen und somit einen wirtschaftlichen Zusammenbruch des Landes gebracht.

Kommentare

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  1. Lesowki sagt:

    5,8 Millionen für einen Präsidenten von Zypern !!!

    genau für solche Gewogenheits-Aktionen wurde der ESM geschaffen.

    Institutionalisierte Korruption ohne Klageweg.

    Man muss schlussfolgern, dass die ESM-Abstimmung auch gegen Stimmen-Geld installiert wurde.

    Wer gut schmiert – fährt gut !!!

  2. sirik sagt:

    http://www.zerohedge.com/news/2013-04-01/list-released-132-names-who-pulled-cyprus-deposits-ahead-confiscation-day

    Money transfers made within 15 days, namely from 1 until March 15. On Friday, March 15, had met the Eurogroup, which officially decided to impose a tax on deposits by companies and individuals in all financial institutions in Cyprus.

    These 132 companies and individuals have withdrawn all deposits in euros, dollars and rubles, which were transferred to other banks outside Cyprus.

    The disclosure of the list, which shows that the outflow of deposits from local banks other financial institutions outside Cyprus became massively raises suspicion that some had inside information about the decisions taken by the other 16 eurozone countries in exchange for financing deficits of the economy.

    In listings, and the company is Loutsios & Sons Ltd, which carried 21 million deposit in a UK bank, while the owner of the company is alleged to have family ties with the President of the Republic, Nikos Anastasiadis.

  3. Eddi sagt:

    Ist doch in Europa überall das selbe, die Politiker sind schon lange nicht mehr für das Volk da, Deutschland macht da keine Ausnahme.

    • kraehendienst sagt:

      ABER WARUM protestiert das VOLK NICHT!!!!! Weil ALLE noch das von Monsanto zunehmend vergiftete Fressen in den Discounterläden einshoppen. Pfui!!!!

  4. Rasmus sagt:

    Beim Lesen dieser Nachricht entsteht bei mir Übelkeit. Ein Jammer, daß unser Geld zur „Rettung“ dieser Länder verwendet wird.
    Bei uns läßt man alles den Bach hinuntergehen, Straßen, Schulen, Kaiser Wilhelm Kanal usw. !

  5. Hülsensack sagt:

    Nicht neu in der Politikerkaste. Und dies sicher nicht nur in Griechenland und Zypern. Solche Geschäfte laufen in aller Welt. Nur erfährt die Öffentlichkeit nur den geringsten Teil davon, was die Volldemokraten, welche Millionen Menschen an der Nase herumführen, weil sich die Masse niemals einigen wird, sich in die Taschen schieben und schieben lassen. So läuft nun mal die Welt, sie wird regiert vom Geld.

  6. Swen sagt:

    Vielleicht kann man das Problem ja dadurch lösen, dass man auch dafür die Schuld einfach den Deutschen gibt. Ist praktisch, denn man braucht sich nicht an die eigene Nase zu fassen und die Deutschen sind ja sowieso an allem Schuld … Ist doch klar.

  7. Michael Schröder sagt:

    Diese ganze demokratische Verantwortungslosigkeit und Vorteilsnahme kann nur durch ein Prinzip der persönlichen Verantwortlichkeit abgelöst werden. Ich wäre für einen souveränen Monarchen plus Rechtsstaat. Dann wäre diese verantwortungslose Selbstbedienungsmetaltät obsolet. Die Selbstmordrate würde zunächst, charakterbedingt, in den höheren Etagen steigen.
    Gerechtigkeit ist aber ein zu hohes Gut, als das man alle laufen lassen könnte.Über den Souverän, das Volk, kann man ansonsten nur laut lachen.