Die Kluft in Europa wird größer

Ohne Deutschland würde die Wirtschaft Europas viel tiefer in der Krise stecken. Doch neue Prognosen zeigen, dass auch Deutschlands Kräfte schon bald nicht mehr reichen könnten.

Die deutsche Wirtschaft hält Europa zusammen. Vergleicht man die Entwicklung der Einkaufsmanager-Indizes der europäischen Staaten mit dem von Deutschland, wird dies deutlich (siehe Grafik). Die Auftragslage hat sich – nach einem kurzen Hoffnungsschimmer zu Beginn des Jahres – in nahezu jedem Land deutlich verschlechtert.

Nur in Deutschland hielt der Trend länger an. Das Ifo-Institut bescheinigt aber auch Deutschland für den März 2013 einen Abwärtstrend. Auch der Ausblick ist eingetrübt. Die schwache wirtschaftliche Entwicklung in der Euro-Zone könnte durch den drohenden Kapitalabfluss als Folge der Zypern-Krise noch verschärft werden (mehr hier).

Die OECD sieht in Deutschland zwar auch für das laufende Jahr den Motor der europäischen Wirtschaft. Der Abstand zwischen Deutschland und seinen europäischen Nachbarn werde jedoch immer größer und auf absehbare Zeit die Instabilität der Euro-Zone noch verstärken (hier).

Kommentare

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  1. Simplizissimus sagt:

    ….ja die Lokomotive Deutschland muß am Leben erhalten werden, deshalb sind die Zinsen so niedrig bei den Staatsanleihen zu Refinanzierung – (Reuters Nachrichten heute)

    Die sogenannten Märkte wissen schon wie sie dies zu steuern haben, damit das Kässlein immer sprudelnd fließt.

    Jedoch…Alles hat einmal ein Ende – NUR die Wurst hat Zwei !

    Sollten die 2 Billionen Staatsschulden getilgt werden mit monatl. 100 Millionen Euros so sind wir nach sage und schreibe in

    „“““1500 Jahren Schuldenfrei“““““..endlich! jedoch noch ohne die Berechnung von Zins und Zinseszins.

    Da freuen sich unsere Kinder schon heute darauf.

  2. Frank sagt:

    Wie wird eigentlich die „Rettung“ definiert?
    Ist Griechenland, Zypern oder Spanien schon gerettet?

    Was zur Zeit an „Rettung“ läuft, ist doch lediglich das gnadenlose Umverteilungsprinzip weiter am Laufen zu halten. Es werden keine finanzstrukturellen Probleme gelöst, es wird durch kurzfristige Liquidität ein wenig Zeit gewonnen, vielleicht bis zur nächsten Wahl … Was kommt danach?

    Das Bild von Merkel als eiserne Lady, die die deutschen Werte nicht nur am Hindukusch sondern auch unser gutes Geld gegen die faulen Südeuropäer verteidigt ist zwar furchtbar falsch, aber wirksam.

    RTL-Wahltrend:
    Die Deutschen fürchten einen wirtschaftlichen Abschwung, für den aber die Politiker nicht verantwortlich gemacht werden. 40% der Deutschen wollen die alternativlose Kanzlerin wählen, die FDP kommt (dank medialer Dauerberieselung auf allen Kanälen) wieder auf 5%.

    Niemand sagt, dass mit dem Drucken von immer mehr Luftgeld und gigantischen Rettungsschirmen keine Probleme gelöst werden sondern nur Zeit für Politiker und Zocker gewonnen wird. Das Prinzip bleibt: „weiter so“.

  3. Peter G. sagt:

    Deutschland kann die EU nicht retten, aber seine Bürger können vor dem Zusammenbruch noch ihre Sparguthaben abliefern und über die Bankenunion darf das Land noch so viele Schulden anhäufen, bis ihm niemand mehr Geld leiht. Dann, wenn die Geier die Unternehmen und die Infrastruktur aufgekauft haben und der Steuerbürger auf Generationen verschuldet ist, dann werden unsere solidarischen Freunde vielleicht Ruhe geben.

  4. Innok sagt:

    Es kommt noch etwas dazu:

    Wir können nicht nur nicht.
    Eine deutliche Mehrheit WILL das auch nicht mehr.

    Die Finanzdiktatur aus Brüssel / Frankfurt ist notwendig, um das an der demokratischen Mehrheit vorbei zu erzwingen.
    Das dauert nicht mehr lange. Da alle anderen Verträge gebrochen wurden, kann auch der ESM Vertrag verletzt werden.

  5. Matthes sagt:

    Erst wird Deutschland ruiniert. Und wenn es nichts mehr zu holen gibt, wird die EU aufgelöst. Sonst müsste man ja zurückzahlen! So lautet meines Wissens das Geschäftsmodell Brüssels!