Fracking-Wasser löst starke Erdbeben aus

Wissenschaftler der Columbia University haben nachgewiesen, dass Begleitmaßnahmen der umstrittenen Gasfördermethode Fracking zu Erdbeben führen. Das von ihnen untersuchte Beben der Stärke 5,7 nach Richterskala im US-Bundesstaat Oklahoma vom November 2011 sei das größte gewesen, das jemals auf Grund von Restwasser-Deponierung hervorgerufen wurde.

Eine aktuelle Studie im Wissenschaftsmagazin Geology untersucht das Auftreten von Erdbeben in geologisch unauffälligen Gebieten. In der Studie wird dasVerpressen von Fracking-Wasser in sehr tiefen Gesteinslagen mit den Erdbeben in Verbindung gebracht. Im Mittelpunkt der Forschungen stand ein Ende 2011 aufgetretenes Beben in Oklahoma. Es machte 14 Häuser unbewohnbar und riss einen Highway auf. Zwei Menschen wurden verletzt. Auch heute noch kommt es immer wieder zu kleineren Erdstößen in dem sonst bebensicheren Gebiet. Das Beben vom November 2011 war das stärkste, das jemals in Oklahoma aufgezeichnet wurde.

Der aktuelle Erdgas-Boom in der US-Energieindustrie bringt viele Probleme mit sich.  Eines davon ist die Entsorgung der riesigen Mengen von Wasser, diemit Chemikalien versetzt sind. Das Wasser stammt vom sogenannten Fracking (mehr hier).

Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in gashaltige Erdschichten tief unter der Erde gepumpt, wodurch feine Risse im porösen Gestein entstehen. Danach wird das Wasser wieder an die Oberfläche gepumpt. Die chemischen Stoffe bleiben zurück und verhindern, dass sich die Risse wieder verschließen.Denn durch die Rissesoll schließlich das Gas entweichen und an die Erdoberfläche gepumpt werden.

Das wieder nach oben geholte Restwasser ist jedoch ebenfalls mit den Chemikalien versetzt. Es wird zu alten, Bohrplätzen gebracht und dort einfach erneut im Boden versenkt. Das Gemisch wird in die leergepumpten ehemaligen Gasreservoirs in mehreren Kilometern Tiefe eingelagert. So wurde es auch im Gebiet des Oklahoma-Bebens gemacht. Das die Erde gerade in solchen Landstrichen nicht mehr zur Ruhe kommt, ist kein Einzelfall: In den letzten Jahren wurden im Mittleren Westen der USA elf Mal so viele Erdstöße gemessen wie in drei Jahrzehnten zuvor.

Beim Fracking-Standort in Oklahoma wird auch nach dem Beben fleißig Abfallwasser versenkt. Schon seit 17 Jahren wird Wasser in aufgelassene Öl- und Gasfelder gepumpt. Demnach hat sich der für die Verpumpung benötigte Druck durch die stetige Befüllung der Reservoire in den letzten Jahren erhöht, was schließlich zum Aufbrechen einer geologischen Spannungslinie führte. Und das, obwohl die eingeführte Menge an Lagerstättenwasser relativ gering war. Gerade das macht die Sache aber zu einer Gefahr: das Risiko menschenverursachter Erdbeben auch größeren Ausmaßes durch vergleichsweise kleine Verpumpungs-Aktivitäten sei wahrscheinlich höher als bisher angenommen, heißt es in der Studie.

Manfred Joswig vom Institut für Geophysik der Universität Stuttgart kommentiert die Ergebnisse auf Nachfrage mit großer Vorsicht. „Flüssigkeits-Injektionen sind immer nur Auslöser, niemals die eigentliche Ursache für Erdbeben“, sagt er im Gespräch mit den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Die schon vorhandenen Spannungen werden durch das Verpressen des Restwassers freigesetzt. „Es gibt genug Fälle, wo die Messdaten eindeutig dafür sprechen, dass menschliches Handeln Erdbeben ausgelöst hat“, sagt der Geophysiker. Es herrsche eine hohe Unsicherheit über die tatsächlichen Risiken bei der Restwasser-Verpumpung. Jedoch werde die wissenschaftliche Meinung in Deutschland in die Überlegungen über einen zukünftigen Ausbau der Fracking-Praxis mit einbezogen. Auch aufgrund des steigenden öffentlichen Druckes erfolge ein Umdenken bei den zuständigen Behörden hinsichtlich der Erarbeitung genauer Genehmigungsregeln. Schon heute seien bestimmte Projekte in geologisch bedenklichen Gebieten von vornherein ausgeschlossen.

Gesetzliche Grundlagen für den Ausbau und die Kontrolle von unkonventionellen Erdgas-Förderprojekten gibt es in Deutschland jedenfalls bisher nicht.

Kommentare

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  1. maus sagt:

    Die Studie sollte mal Herr Oettinger lesen ! Trotz Widerstand wollte er Fracking in Deutschland vorantreiben ! Lesen bildet ja bekanntlich ! Das Fracking gefährlich ist weiß man nicht erst seit gestern ! Es ist einfach Irrsinn Chemikalien in den Boden zu treiben ,allein dieser Standpunkt reicht schon aus sich dagegen zu stellen ! Fracking in Deutschland würde eine Verseuchung des Grundwassers verursachen ! Wo die Gier herrscht setzt der Verstand aus !
    Fracking sollte allgemein Verboten werden ! Solche Ideen gehören in die Mülltonne !

  2. Bruno Waldvogel sagt:

    Wer nicht hören will, muss fühlen! Ich habe auf diesem Blog schon vor langer Zeit gewarnt, dass Fracking Erdbeben auslöst. Und als Basler habe ich darauf hingewiesen, dass wir unser Experiment Deep Heat Mining nach kräftigen Rüttlern nullkommaplötzlich stoppen mussten. Wieder gegen alle Warnungen. Jetzt halt ein paar Millionen Schweizerfranken Schäden später. Fracking muss und soll Mikrobeben auslösen – das gehört zum Konzept. Denn die Hohlräume müssen ja einbrechen, damit der benötigte Druck ensteht. Wenn aber Hohlräume im Gestein einbrechen, hat das unvorhersehbare Veränderungen im Gesteinsgefüge zur Folge. Ich habe ebenfalls auf die Sache im südbadischen Staufen hingewiesen, wo jetzt eine Stadt zerrissen wird, weil das Fracking auf eine Gipskeuper-Schicht stiess, die jetzt aufgeschwemmt wird und den alten Kern der Stadt Zentimeter um Zentimeter anhebt. Die Häuser bekommen Rissen und werden zuletzt unbewohnbar. Nachdem doch alle Fakten bekannt sind, sollte man doch dieses Experiment nur weit entfernt von irgendwelchen bewohnten Gebieten durchführen. Aber jetzt muss auf Biegen und Brechen wieder was Innovatives ran. Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andre an!

  3. Heinrich Triebstein sagt:

    Öl aus der Tiefsee, Öl unter dem Eis der Arktis, Teersande in Kanada, schwer zugängliches Erdgas – die zukunftsblinde Energiewirtschaft geht noch jeden Irrweg, um Mensch und Mitwelt zu schädigen. Seit 2005 ist der Nachweis geführt, dass die Vollversorgung Europas und seiner Nachbarn mit Strom aus erneuerbaren Energien möglich ist. Wind (66%), nahrungsmittelneutrale Biomasse (17%), Wasser (15%) und Sonne (2%) ergeben den Mix, der an die Stelle von Kohle, Öl, Gas und Uran treten kann. Wind- und sonnenreiche Länder in Nordafrika und dem Nahen Osten betreiben eine gemeinsame HGÜ-Leitung (Hochspannungsgleichstromübertragung) und könnten heute schon 20 Prozent ihres Stroms nach Europa exportieren. Und was macht Politik? Sie lässt die Konzerne gewähren. Obwohl es Stimmen unter den überzeugten Dezentralisten gibt, die sagen, man dürfe die Konzerne mit ihren personellen und finanziellen Ressourcen nicht aus der Verantwortung für den 100-%-Umstieg auf die Erneuerbaren entlassen. Helmar Nahr (1931-1991), Mathematiker und Naturwissenschaftler: „Wenn man mit Sonnenstrahlen Bomben bauen könnte, gäbe es schon längst wirtschaftlich arbeitende Sonnenkraftwerke.“

  4. Heinrich Triebstein sagt:

    Öl aus der Tiefsee, Öl unter dem Eis der Arktis, Teersande in Kanada, schwer zugängliches Erdgas – die zukunftsblinde Energiewirtschaft geht noch jeden Irrweg, um Mensch und Mitwelt zu schädigen. Seit 2005 ist der Nachweis geführt, dass die Vollversorgung Europas und seiner Nachbarn mit Strom aus erneuerbaren Energien möglich ist. Wind (66%), nahrungsmittelneutrale Biomasse (17%), Wasser (15%) und Sonne (2%) ergeben den Mix, der an die Stelle von Kohle, Öl, Gas und Uran treten kann. Wind- und sonnenreiche Länder in Nordafrika und dem Nahen Osten betreiben eine gemeinsame HGÜ-Leitung (Hochspannungsgleichstromübertragung) und könnten heute schon 20 Prozent ihres Stroms nach Europa exportieren. Und was macht Politik? Sie lässt die Konzerne gewähren. Obwohl es Stimmen unter den überzeugten Dezentralisten gibt, die sagen, man dürfe die Konzerne mit ihren personellen und finanziellen Ressourcen nicht aus der Verantwortung für den 100-%-Umstieg auf die Erneuerbaren entlassen. Helmar Nahr (1931-1991), Mathematiker und Naturwissenschaftler: „Wenn man mit Sonnenstrahlen Bomben bauen könnte, gäbee es schon längst wirtschaftlich arbeitende Sonnenkraftwerke.“

  5. Buerger67 sagt:

    Wir brauchen das Fracking nicht, sondern machen unsere eigene Energiewende mit innovativen umweltfreundlichen Energietechnologien, wie z.B. der E-Cat-Technologie:

    http://www.e-cat-deutschland.de/home.html

    Zur Wirtschaftlichkeit der E-Cat-Technologie:

    „..Strombetriebene E-Cats haben ca. 70% geringere Betriebskosten gegenüber Ölheizungen, bzw. ca. 50% geringere Betriebskosten gegenüber Gasheizungen…
    Der E-Cat amortisiert sich bereits nach wenigen Jahren.
    Die Wärme des E-Cats kann auch zur Erzeugung elektrischer Energie verwendet werden. Dabei verkürzt sich die Amortisationszeit der Anlage erheblich…. Obwohl sich in Labortests gezeigt hat, dass das Verfahren an sich nur wenig externe Zusatzleistung benötigt und zeitweise sogar völlig autonom funktionieren kann, wird aus betrieblichen Sicherheitsgründen beim strombetriebenen E-Cat ein COP* von 6 eingestellt. Dies bedeutet, dass für jedes thermisch erzeugte Kilowatt 1/6 elektrische Energie zugeführt werden muss. *COP = Coefficient of Performance = Wirkungsgrad..“

    Da es ein chemischer Prozess ist („..Der im E-Cat ablaufende Prozess ist eine niedrigenergetische elementare Reaktion zwischen Nickel- und Wasserstoffatomen, bei der die entstehende thermische Energie über Wärmetauscher abgegeben wird….Nickelpulver und Wasserstoff sind die wesentlichsten Ausgangsmaterialien, zusätzlich werden noch Katalysatoren verwendet. Zu Beginn wird Wärmeenergie zugeführt, bis der Prozess startet und selbstständig läuft. Um eine stabile Steuerung des Prozesses zu gewährleisten, wird in regelmäßigen Abständen eine gewisse Zeit nachgeheizt. Bei diesem Prozess entsteht Kupfer und nutzbare Wärmeenergie wird freigesetzt..) gibt es dabei keinerlei schädliche Abgase oder Gifstoffe.

    Wozu also ein Fracking, mit dem unser Grundwasser verseucht werden kann?