Abschied aus Deutschland: VW schafft neue Jobs in China

Der VW-Konzern will die Zahl seiner Beschäftigten deutlich erhöhen. Allerdings finden die Neueinstellungen „weniger in Europa, sondern stärker in China“ statt, sagt Betriebsratschef Osterloh.

VW will seine Beschäftigtenzahl bis 2018 von derzeit rund 550.000 auf gut 600.000 erhöhen. Doch Deutschland wird vom personellen Ausbau bei VW nicht profitieren. „Angesichts der Absatzkrise in Europa müssen wir bei den Einstellungen genau darauf achten, wo wir uns personell verstärken“, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh dem Handelsblatt.

Konkret heißt das: „Volkswagen wächst und stellt deshalb weiter in der Produktion ein, aber weniger in Europa, sondern stärker in China“, so Osterloh. VW will den japanischen Konkurrenten Toyota in den kommenden Jahren als Weltmarktführer ablösen.

Zuletzt musste VW in China eine teure Rückrufaktion durchführen, wofür allerdings vor allem politisches Kalkül der chinesischen Regierung verantwortlich gemacht wird (mehr hier).

Kommentare

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  1. Hans Meier sagt:

    Nicht nur VW verlagert die Produktion in die Nachfrage-Regionen, wo zudem die Produktionskosten auf längere Sicht günstiger als in Deutschland bleiben, das gilt auch für weitere Hersteller, die ihre Produktionen verlagern.
    In den Wirtschaftsräumen Asiens und Amerikas stehen Wachstumsmärkte an, die sich völlig von den Perspektiven der deutschen Standorte abheben.
    Die Produktionskosten als Arbeits- und Energiekosten sind in Deutschland auf lange Sicht als Struktur-Problem vorhanden.
    Allein die aberwitzige Verteuerung der Stromkosten, die zur Energie intensiven Herstellung sämtlicher Bestandteile von Fahrzeugen einen Kickout der deutschen Industrie bewirken, gleichzeitig eine ungeheure Kaufkraftvernichtung bei den Stromverbrauchern und damit zu einem Konsumverzicht zwingen, zeigen klare Konturen.
    Wenn die Standortfaktoren in Deutschland politischem Öko-Utopismus geopfert werden, zeigen sich die wirtschaftlich negativen Perspektiven prompt, ob man sie als solche erkennt oder weiter den Ast am Stamm absägt auf dem der Wohlstand sitzt, unterscheidet menschliche Eigenschaften.

  2. General-Investigation sagt:

    Dann möchte ich doch darum bitten, das Volkswagen dann seine Minuszahlen nicht nach Deutschland mitbringt, um sich Verluste durch den Steuerzahler ersetzen zu lassen – so wie VW das mit allen Werken und deren zahlen macht.

  3. Fragen über Fragen sagt:

    Wen wundert’s? Wer den Weltmarkt beherrscht, hat zuerst die Gewinne und die Kosten im Kopf. Alles andere ist zweitrangig. Einerseits nachvollziehbar, andererseits unverständlich. Denn wo sollen sich die Deutschen in Zukunft noch ihre Brötchen verdienen?