Bundesbank: Auch Frauen gehen hohe Risiken ein

Die These, die Finanzwelt wäre sicherer, wenn mehr Frauen Top-Positionen innehätten, hält die Bundesbank für falsch. Der akademische Hintergrund und das Alter der Akteure seien plausiblere Indikatoren für Risikobereitschaft.

Die Forschung über die Bedeutung der Geschlechter für risikoreiche Finanzentscheidungen wird von der Deutschen Bundesbank vorangetrieben. In einer Studie will die Bundesbank die These wiederlegt haben, dass weibliche Top-Manager weniger risikobereit sind als ihre männlichen Kollegen. Die Bereitschaft, in risikoreiche Vermögenswerte zu investieren könne sogar durch neue weibliche Aufsichtsräte erhöht werden.

Die Studie besagt, dass Frauen, die in eine höhere Position befördert werden, sich einem großen Druck ausgesetzt sehen, Risiken einzugehen, um ihre männlichen Konkurrenten auszustechen, berichtet die FT. Gerade weil Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert sind, steigt der Druck zur Risikobereitschaft. Der Ausbruch der Finanzkrise hätte also auch stattgefunden, wenn Frauen bei den Banken in der Überzahl wären.

Insgesamt sind für die Risikobereitschaft aber Faktoren wie der soziale Hintergrund die akademische Ausbildung von größerer Bedeutung als das Geschlecht. Auch das Alter spielt eine bedeutendere Rolle. Gemäß der Studie falle die Risikobereitschaft mit dem Alter der männlichen Manager. Bei den Frauen sinke die Risikobereitschaft ab einem Alter von 30 Jahren. Ansonsten zocken Frauen genau so wie die Männer.

Bezeichnend ist, dass bei der Risikoeinschätzung die realwirtschaftlichen Fundamentaldaten immer mehr in den Hintergrund geraten. Vor allem jüngere Investoren treffen ihre Finanzentscheidungen eher nach makroökonomischen und kurzfristigen Risikotrends auf den Finanzmärkten.

Entscheidend für den Erfolg der Manager ist die akademische Herkunft der Finanzmarktakteure: Mathematiker und Physiker werden in der Regel für die Entwicklung der toxischen Finanzprodukte verantwortlich gemacht. Sie verstehen aber auch die Konzepte der Wahrscheinlichkeit und der Unberechenbarkeit instabiler Systeme am besten. Sozialwissenschaftler und Verhaltensforscher verstehen die Trends des irrationalen Verhaltens und der Herdenbewegungen auf den Finanzmärkten am besten.

Wirtschaftswissenschaftler, die sich strikt an rationales Verhalten orientieren und die Instabilität der Finanzmärkte ignorierten, gehören meist zu den Verlieren der Finanzkrise. Historiker scheuen eher das Risiko, können aber die Finanzmarktkrise der letzten Jahre in den richtigen Kontext einordnen.

Kommentare

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  1. Wertewandel sagt:

    Frauen genauso dumm wie Männer!

    Das forsche Ergebnis dieser Studie: Auch mit einer Frauen-Überzahl im Top-Management der Finanzindustrie hätte die Finanzkrise nicht verhindert werden können.

    Aber mal ehrlich, wen wundert dieses Ergebnis?

    Warum sollten sich Frauen in der Zockerkultur der Finanzindustrie denn auch anders verhalten als Männer? Und schließlich haben sie sich ja auch für ihren Traumberuf bewußt entschieden: Die Zockerkultur der Finanzindustrie lockt berufstechnisch all diejenigen selektiv an, die ein hoch ausgeprägtes Zocker-Gen haben – ob Männlein oder Weiblein.

    Wenn sich gleich zu gleich unter den gleichen Schirm gesellt, kann man letztlich natürlich keinen Unterschied mehr zwischen Frauen und Männern feststellen.

    • Hans von Atzigen sagt:

      Ja ja ausser den ,,Reproduktionstechnisch,, zwingend notwendigen Unterschieden zwischen den Geschlechtern, gibt es da herzlich wenig an Unterschiedlichkeiten. Eine Biologische Gesetzmässigkeit, nur marginale bis auf eine minimale Grauzone reduzierte Unterschiedlichkeiten ermöglichen eine erfolgreiche Reproduktion. Ein feinst austariertes System zwischen Arterhaltung und nur sehr langfristig wirkender Artenentwicklung Veränderung und Anpassung. Schlicht das Wunder des Lebens in seiner Vielfalt in dem wir leben.