Trotz Energie-Überschuss: Strompreise sinken nicht

Der Energieüberschuss hat sich trotz Atomausstieg vervierfacht. Der Export von Strom war 2012 höher als der Import. Die großen Konzerne wie RWE, E.ON und Vattenfall können die Exportpreise niedrig halten, denn die Kosten für die Energiewende werden von den Verbrauchern getragen.

Der ambitionierte Start Deutschlands zur Umstellung auf erneuerbaren Energien wird ausschließlich vom Steuerzahler getragen. Die Hoffnung, dass eine höhere Stromproduktion irgendwann zu günstigeren Preisen führt, ist bis jetzt reine Spekulation. Die Preise steigen scheinbar unaufhörlich (mehr hier).

Zwischen 2011 und 2012 hat sich die Stromproduktion in Deutschland nämlich vervierfacht, berichtet der Telegraph. Innerhalb dieses Zeitraums wurden Subventionen in Höhe von 14 Milliarden Euro für den Energiewandel aufgebracht (hier). Diese Steuergelder werden durch eine höhere Abgabe auf die Strompreise aufgebracht. Unternehmen sollen weitgehend von diesem Aufschlag befreit sein, um die Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden. Obwohl es auch hier Ausnahmen zu geben scheint.

Die Belastung fällt also zum überwiegenden Teil auf die Haushalte. Unklar ist indes, wie viel die Stromkonzerne wie RWE, E.ON und Vattenfall noch unbemerkt auf diese Erhöhung draufschlagen (hier). Denn obwohl die Regierung die acht ältesten Atomkraftwerke nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima abgeschaltet hat, hat die Energieproduktion entgegen aller Erwartungen keinen Dämpfer hinnehmen müssen.

Im Gegenteil: Der Export von Strom aus Deutschland übersteigt den Import. Über die Grenzen hinweg sind die Preise also stabil und konkurrenzfähig. Die größten Abnehmer deutschen Stroms sind die Niederlande, Österreich und die Schweiz. Der größte Import von Energie kam aus Frankreich. Auf günstige Atomenergie kann Deutschland also immer noch nicht verzichten, auch wenn der öffentliche Trend in eine andere Richtung geht.

Bis 2022 soll der Atomausstieg komplett abgeschlossen sein. Bis 2050 sollen 80 Prozent des Bedarfs aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg, denn bislang sind es gerade mal 25 Prozent. Deutschland bezieht noch fast die Hälfte seines gesamten Strombedarfes aus Kohlekraftwerken (46%).

Kommentare

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  1. Rob sagt:

    Deutschlands Politiker sind an Dummheit nicht mehr zu toppen. Die Energiewende wird als größte Umweltverschmutzung in die Geschichte eingehen.Das Lügenhaus wird Deutschland in den wirtschaftlichen Abgrund stürzen. Als Wissenschaftler in Deutschland werden nur moch Politikwissenschaften und Sozialwissenschaften akzeptiert und hoch bezahlt. Die Natur- und Ingenieurwissenschaften werden mit Füßen getreten. Das Ergebnis Deutschland eines Tages ohne Strom.
    Der Rest Europa währe ja blöd den subventionierten Strom aus Deutschland nicht zu kaufen.
    Das beste Beispiel und Beweis dafür sind der Berliner Flughafen und auch Stuttgart 21.
    Vor 20 Jahren währe so was nicht möglich gewesen. Man schämt sich langsam ein deutscher Ingenieur zu sein. Aber die Erbsenzähler werden hoch bezahlt.

  2. Hans Meier sagt:

    In diesem Zusammenhang wiederhole ich, das die sogenannte Leipziger Strom-Preis-Börse ein Nonsens-Instrument ist. Dort erhalten die regenerativen Strom-Einspeiser zu jeder Zeit einen garantierten Festpreis und ihr angelieferter Strom muss kurzfristig, meist weit unter dem vergüteten Garantiepreis aus dem Netz, damit es nicht „durchschmort“. Dieser Strom wird also sogar mit Aufgeld für die Abnahmen vergeben.
    Eine Börse, also ein Markt wo die Nachfrage auf ein Angebot trifft, liegt gar nicht vor, es handelt sich um eine vorsätzliche Täuschung mit der bewusst über die wahren Verhältnisse betrogen wird.
    Das führt dazu, dass dann die sinkenden Abgabe-Preise, die zuvor bei der Annahme mit EEG-Vorrang viel teuer bezahlt wurden, von völlig Blöden oder Arglistigen als Argument genutzt werden, um von steigender Wirtschaftlichkeit der regenerativen Stromerzeugung zu schwadronieren, wie u.a. eine unsägliche Frau Kemfert et al unwidersprochen behaupten.
    Ich sehe darin den Tatbestand der arglistigen Täuschung erfüllt.
    Wer Höchstpreise unbegrenzt zahlt und weit unter diesen weiterverkauft, verursacht vorsätzlich Verluste. Werden diese per Umlage sozialisiert, handelt es sich um einen politisch gedeckten Betrug an den Stromkunden, zum Vorteil regenerativer Stromerzeuger.

  3. Dietmar Fürste sagt:

    Setzt man die 14 Mrd. Euro planwirtschaftlicher Subventionen für die so genannte „Erneuerbare“ (sollte besser heißen: Regenerative) Energiebereitstellung ins Verhältnis zu den etwa 1 Mrd. Euro Exporterlös daraus, erkennt man die Lächerlichkeit solcher „Erfolgsmeldung“.

    Völliger Humbug ist die Aussage, dass man die „Stromproduktion“ innerhalb eines Jahres vervierfacht habe. Gemeint ist wahrscheinlich die theoretisch maximal mögliche Bereitstellung von Elektroenergie des Sektors: Windkraft-, PV- und Biomasse-Generatoren, wenn man sie vollständig hätte abnehmen können.

    Es wird ja wohlweislich verschwiegen, welche Probleme man damit hat, das Verbundnetz schon bei der teilweisen und, (gesetzlich vorgeschrieben!) bevorzugten Einspeisung aus den ‚alternativen‘ Quellen noch stabil zu halten: Denn dieses Aufkommen ist ebensowenig vorhersehbar oder planbar, wie Wind und Sonne. Ein Verbundnetz ist wie ein Trichter: Man muss oben immer genau so viel zugießen, wie unten abfließen kann.

    Ein erzwungenes, unstetiges Einspeisen muss deshalb immer mit viel Aufwand und hohen Kosten ständig ausgeregelt werden. Z.B., indem man andere Erzeuger abschaltet, oder Elektroenergie billigst (manchmal sogar bezuschusst) ans Ausland abgibt, falls dort Bedarf besteht. Der Wechselstrom in diesem Netz kann nämlich nicht zwischengespeichert werden. Daran ändert auch der geplante Netzausbau nichts.

    Inzwischen konnten durch unsere Stromexporte z.B. in den Niederlanden die Preise für (die billige deutsche) Elektroenergie sinken, während sie gleichzeitig für uns durch das EEG stiegen. Was für ein grandioser „grüner“ Erfolg!

    Wer mehr Fakten kennenlernen möchte, sollte sich bei Fachleuten informieren, z.B. hier:

    http://www.eike-klima-energie.eu und http://www.naeb.info

    • papperlapap sagt:

      Das sind aber keine Fachleute sondern Lobbys der Atomindustrie. Und die hat es ja gerade nötig sich über Subventionen zu beschweren. Schließlich dulden die ja keinen Subventionierten neben sich.

      • alacran sagt:

        Der übliche Nonsenskommentar von Grünlingen die von den elektrotechnischen Grundlagen gaanz viel Ahnung haben, nur kein Wissen.
        Prof. Appel, der schon mal auf EIKE zitiert wird, ist kein Atomlobbyist sondern Fachmann für Hochspannungstechnik, aber wie bei der bescheuerten Euroeinführung (oder war sie erzwungen?) hört auch bei der sogenannten „Energiewende“ keiner auf wirkliche Experten, sondern steckt den Kopf ins Wolkenkuckucksheim und träumt von Pumpspeichern! Abgesehen von den Energieverlusten, brauchte man 6 Bodensseen bei einer Woche Winstille!
        Die Kommentare von H. Meier und D.Fürste bringen die Hauptprobleme auf den Punkt!
        Großkonzerne? Die ursprünglichen teils kommunalen Klein- und Regionalversorger schlossen sich ja gerade wegen der enormen Investitionskostenrisiken und der Versorgungssicherheit zusammen (Vereinigte Elekrizitäts Werke) und sind überwiegend in kommunalem Besitz!

  4. ledavi sagt:

    Großkonzerne sind die Feinde der Bürger. Ob Energie, Lebensmittel, Pharma oder Krankenversorgung: Keiner Ethik oder Moral verpflichtet, brutalstmöglichen Lobbyismus betreibend und mit einer beispiellosen Ausbeutungs- und Selbstbedienungsmentalität agierend, zerstören diese Parasiten rücksichtslos ganze Völker und das Ökosystem. Diese Großkonzerne gehören weltweit zerschlagen und den Verantwortlichen wegen Schädigung der Gesellschaft der Prozess gemacht.

    • Thomas Klesenius sagt:

      Sie haben völlig recht. Aber das war schon seit langem so, es hat nur keiner bemerkt. Und wenn jemand Aktien hat, ist er gegen jede Verschärfung des Aktienrechts. Im Aktiengesetz findet der Grundsatz: „Eigentum verpflichtet“ des Grundgesetzes nämlich keinen Niederschlag. Es heißt im Aktiengesetz etwa: „Eigentum verpflichtet zu garnichts“. Es werden natürlich die Dividenden gern genommen. Für die Gewässer- Luft- Bodenverschmutzung oder soziale Verwerfungen wie der Rettung Bank-Aktiengesellschaften ist der Aktionär nicht verantwortlich, da wird der Sparer herengezogen.

      Wacht endlich auf, das Aktiengesetz muß nicht nur wegen der Boni geändert werden, die je höher diese sind, desto mehr Risiko von den Entscheidern wird genommen, sondern auch wegen der Trennung von Verantwortung und Rendite. Die Rendite ist für den Aktionär, der Hunger ist für den Steuerzahler.

    • Anke sagt:

      Sie haben Ihr Handy sicherlich nicht bei einem Konzern gekauft, sondern bei einem örtlichen Tüftler, der noch eigens in die Innere Mongolei reist, um Seltene Erden zu beschaffen. Das Handy hat zwar 5.000 Euro gekostet, aber das war es Ihnen wert. Und natürlich kaufen Sie auch nicht im Supermarkt ein, Ihre Kleidung stammt nicht aus Vietnam und Ihr Computer ist noch vom Kombinat Robotron.

  5. Dalien Forester sagt:

    Warten Sie nicht auf Gummienten:
    http://youtu.be/a_AKBpr9GAc

  6. Hans Meier sagt:

    In diesem Zusammenhang wiederhole ich, das die sogenannte Leipziger Strom-Preis-Börse ein Nonsens-Instrument ist. Dort erhalten die regenerativen Strom-Einspeiser zu jeder Zeit einen garantierten Festpreis und ihr angelieferter Strom muss kurzfristig, meist weit unter dem vergüteten Garantiepreis aus dem Netz, damit es nicht „durchschmort“. Dieser Strom wird also sogar mit Aufgeld für die Abnahmen vergeben.
    Eine Börse, also ein Markt wo die Nachfrage auf ein Angebot trifft, liegt gar nicht vor, es handelt sich um eine vorsätzliche Täuschung mit der bewusst über die wahren Verhältnisse betrogen wird.
    Das führt dazu, dass dann die sinkenden Abgabe-Preise, die zuvor bei der Annahme mit EEG-Vorrang viel teuer bezahlt wurden, von völlig Blöden oder Arglistigen als Argument genutzt werden, um von steigender Wirtschaftlichkeit der regenerativen Stromerzeugung zu schwadronieren, wie u.a. eine unsägliche Frau Kemfert et al unwidersprochen behaupten.
    Ich sehe darin den Tatbestand der arglistigen Täuschung erfüllt.
    Wer Höchstpreise unbegrenzt zahlt und weit unter diesen weiterverkauft, verursacht vorsätzlich Verluste. Werden diese per Umlage sozialisiert, handelt es sich um einen politisch gedeckten Betrug an den Stromkunden, zum Vorteil regenerativer Stromerzeuger.

    • Dietmar Fürste sagt:

      Danke für diese Klarstellung, lieber Hans Meier!
      Also auch hier die legalisierte Kriminalität. Wie im Finanzsektor die staatliche Bilanzfälschung bei den Bad Banks.
      Das läßt allerdings hoffen. Wie schon andere Systeme sozialistischer Planwirtschaft, erledigt sich auch dieses in absehbarer Zeit selbst.