Trotz Bailout: Zypern steht kurz vor der Pleite

Der Rechnungshof Zyperns spricht von offenen Forderungen in Höhe von 80 Millionen Euro, die bis Ende April gezahlt werden müssten. Wird das Bailout-Programm von Zypern und den Euroländern nicht schnell genug abgesegnet, ist kein Geld mehr da.

Zwar haben sich die zypriotische Regierung und die Troika auf das Bailout-Programm für Zypern geeinigt, doch noch immer steht das Land kurz vor der Pleite. Bis zum 29. April müssten 80 Millionen Euro gefunden werden, um fällige Rechnungen zu begleichen, teilte die Leiterin des zypriotischen Rechnungshofes, Rea Georgiou, dem neuen Finanzminister des Landes am Montag mit. Kann Zypern diese Gelder nicht auftreiben, droht die Pleite.

Ratifizierung des Bailouts muss schnell gehen

Das Problem besteht nicht nur im Umfang der fälligen Rechnungen, sondern auch in der wenigen Zeit, die zur Bezahlung bleibt. Obwohl das Bailout-Programm steht, müssen sowohl das Parlament Zyperns als auch die Euroländer das Bailout zunächst noch ratifizieren. So lang dies nicht der Fall ist, kann die erste Hilfstranche an das Land nicht fließen. Mit dem Treffen der Eurogruppe in dieser Woche beginnt der Ratifizierungs-Prozess. Aber das Ja der Eurogruppe reicht nicht. In Deutschland beispielsweise muss der Bundestag trotzdem selbst noch einmal darüber abstimmen.

„Zypern verlässt den Euro nicht“

Nach dem Gespräch mit der Leiterin des Rechnungshofes wies Finanzminster Harris Geogiades noch einmal darauf hin, dass ein Verlassen der Eurozone nicht zur Debatte stehe. „Wir sind dazu verdammt, alles zu versuchen, um erfolgreich zu sein“, zitiert die Famagusta Gazette den Finanzminister. Man wisse, dass es schmerzhaft sei. „Wir zahlen den Preis für einen Kurs, der die Wirtschaft Zyperns an den Rand der Zerstörung gebracht hat“, so Georgiades. Leider sei jetzt die Zeit, „da wir die Zeche für die Fehler der Vergangenheit zahlen.“ Aber Zypern sei entschlossen, nach vorne zu schauen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln und „natürlich in der europäischen Familie zu bleiben“, ergänzte er.

Kommentare

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  1. Matthes sagt:

    Muss man diese lancierten Nachrichten übernehme?. Das ist doch nur der Versuch „nachzukarteln“. Bevor man selbst etwas unternimmt. Brüssel ist da erpressbar geworden. Jeder Staat will sein Besitztum sichern und Probleme auf Kosten der Steuerzahler der anderen EU-Länder bereinigen lassen! Sollte man endlich einstellen. Zumindest im Interesse derer, die da immer zahlen müssen!

  2. Brasil sagt:

    Das berichtet heute finanzen. net:
    Der uebrige Mainstream huellt sichg darueber in Schweigen, wo doch sonst jede Agenturmeldung abgedruckt wird!

    DEUTLICH MEHR GELD
    Zypern braucht 23 Milliarden Euro

    Wie die Regierung der Inselrepublik ankündigte benötigt Zypern für seine Rettung viel mehr Geld als ursprünglich angenommen.
    Zypern benötige 23 Milliarden Euro, bestätigte der zyprische Regierungssprecher Christos Stylianides am Donnerstag. Bislang war die Regierung in Nikosia von 17,5 Milliarden Euro ausgegangen.
    „Es ergibt sich, dass wir 23 Milliarden (Euro) brauchen“, sagte der Regierungssprecher in Nikosia und bestätigte damit bereits am Mittwoch bekanntgewordene Zahlen aus einem Bericht der EU-Kommission und Europäischen Zentralbank (EZB) zum Hilfsprogramm für Zypern.
    Verantwortlich dafür sei die „Tatenlosigkeit“ der vorigen Regierung unter dem linken Präsidenten Dimitris Christofias. Die vorige Regierung habe „verantwortungslos“ gehandelt, sagte Stylianides. Die 17,5 Milliarden Euro sei die Summe, die Zypern im vergangenen November gebraucht habe, hieß es. Inzwischen sei der Geldbedarf zur Rettung des maroden Bankensektors gestiegen./tt/DP/hbr

    NIKOSIA (dpa-AFX)

  3. Matthes sagt:

    Wenn schon – denn schon.
    Da kann doch der deutsche Steuerzahler auch noch für die paar Milliarden geradestehen, die der zyprische Fiskus ind Ausland verschoben hat! Oder verschieben hat lassen!