DIHK warnt: Unternehmen sollen Bonität der Hausbank prüfen

Der DIHK rät allen deutschen Unternehmen zur Vorsicht bei der Auswahl der Hausbank. Man solle die Bankverbindungen regelmäßig prüfen und außerdem überprüfen, ob die Bonität der Bank noch in Ordnung ist. Die deutschen Unternehmen fürchten Zwangs-Zugriffe über das Wochenende im Fall einer Banken-Pleite.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält eine Beteiligung der Eigentümer und Gläubiger bei Bankeninsolvenzen wie in Zypern grundsätzlich für richtig. Allerdings habe die Politik mit der „Übernacht-Enteignung“ von Sparern und Unternehmen für Verunsicherung gesorgt.

Thomas Renner, Pressesprecher des DIHK, sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. „Ein solches Vorgehen kann als Einzelfall in einem kleinen Staat mit einem überdimensionierten Bankensektor betrachtet werden.“

Das stimmt natürlich nur insoweit, als die etwas holprige Durchführung der Zwangs-Beteiligung in Zypern ein Einzelfall war. Die EU hat bereits eine Richtlinie in Vorbereitung, wie der Zugriff so erfolgen kann, dass die Zwangsabgabe Konten am Montag bereits vom Konto abgebucht ist. Das betrifft kleinen und mittelständische Unternehmen in besonderer Weise, weil sie ihre Liquidität auf Konten vorhalten müssen, um den Geschäftsbetrieb sicherzustellen.

In Zypern wird der Zwangs-Zugriff zu einer massiven Pleitewelle führen. Schon jetzt wird erwartet, dass die Wirtschaft im Jahr Null nach dem Brüsseler Zugriff um 8 Prozent schrumpfen dürfte.

Renner sagt, dass deutsche Unternehmen sich „kaum“ Sorgen machen müssten. Denn zum einen sei die wirtschaftliche Lage in Deutschland „ordentlich“. Und zum anderen sei der deutsche Bankensektor mit den drei Säulen aus Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken breit aufgestellt.

Trotz dieser Versicherungen räumt Renner ein, dass Vorsicht geboten ist: „Dennoch sollte es zum Tagesgeschäft der Unternehmen gehören, ihre Finanzgeschäfte und Bankverbindungen regelmäßig zu überprüfen.“ Ein Unternehmen solle nicht alle Geschäfte bei einer Bank bündeln. Zudem sollt jedes Unternehmen „regelmäßig schauen, ob die Bonität und Geschäftslage seiner Bank in Ordnung ist“, so der DIHK-Sprecher.

Das ist natürlich auch nur bedingt möglich: Die wirklich gefährlichen Geschäfte sind jene Derivaten-Geschäfte, die zwar emittiert sind, aber für die es noch keine Käufer gibt. Aber schon die nackten Zahlen der OTC-Geschäfte sorgen nicht gerade für ein Gefühl der Sicherheit, wie etwa bei der Deutschen Bank.

Der Zugriff auf die Konten im Fall einer Banken-Rettung wird derzeit bei der EU in Gesetzeform gegossen. Bundesbank-Chef Weidmann, Angela Merkel, Mario Draghi, der Euro-Gruppenführer Dijsselbloem, der UniCredit-Bank Austria-HVB Chef haben unisono bestätigt, dass an der Zwangsbeteiligung der Sparer und Bankkunden im Falle einer Banken-Pleite kein Weg vorbeiführt.

Kommentare

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  1. Gast sagt:

    Der Bevölkerung ist eine weitere Bankenrettung durch den Staat nur noch bei erheblichen Verwerfungen ( Bankrun ) zuzumuten.

    In D. halte ich eine Bankenrettungsnotwendigkeit auf Grund der wirtschaftlich relativ guten Lage aktuell eher für unwahrscheinlich.

  2. Demokrat sagt:

    Das ist schlicht und einfach ENTEIGNUNG!!!!

  3. RicoCoracao sagt:

    Was ist das für eine EU, wenn jetzt schon die IHK hier die Firmen warnt, dass es zu Wochenend-Enteignung des Firmenvermögens kommen kann? Was ist hier los? Raus aus der EU.. nur noch raus.. sagt bitte allen den Chefs bescheid.. pro Euro UND pro EU wird abgewählt.. von rechts wie links

    • krähendienst sagt:

      Das ist vorallem eine Elenede ArmutsUnion, die aus 80 Prozent Armut besteht und nun müssen sich die Reichen ernsthafte Sorgen um Enteignung ihrer Liquidität machen. Im Prinzip ist das bei Lage der Dinge wie vorherrschend nur richtig. Was soll ein angehäufter Reichtum einer Frau Klatten, der jährlich 620 Mio EURO Dividende abwirft, die wirklich niemand zum gerade so einmal überleben braucht: sollen sie GENAU DAS EINZIEHEN!! Was soll der anhäufte Reichtum von anderen Firmen, die seit 2004 keine Steuern für das Allgemeinwohl mehr auf ihre überflüssigen Vermögen zahlen in Deutschland – dank Schröder!!?? GENAU DA soll das fehlende Geld eingezogen werden. Und dann: wie in der Schweiz offenbar bevorstehend 12fach für den Manager gemessen am niedersten Einkommen des Unternehmens. Back-to-the-roods. Das massenhaft nur gedruckte, nicht mit Gold hinterlegte, damit wertlose EURO-Geld braucht NIEMAND. HILFT NIEMAND. Hilft nur, solange es ALLE akzeptieren.