Eurobonds: Südländer sparen, Deutschland trägt die Kosten

Die Einführung von Eurobonds würde den Deutschen 200 Milliarden Euro an Mehrkosten bescheren. Frankreich und Luxemburg kämen glimpflich davon, auch für Österreich und die Niederlande wären Eurobonds eine teure Angelegenheit.

Seit George Soros die Deutschen die Deutschen vor die Wahl gestellt hat, entweder aus dem Euro auszutreten oder aber endlich Eurobonds zuzustimmen, wird wieder einmal heftig gerechnet: Wer wären denn die Gewinner, wer die Verlierer bei der Einführung von Eurobonds?

Zunächst steht fest: In jedem Fall wäre George Soros unter den Siegern. Eine Aufspaltung der Eurozone bringt für ihn den großen Vorteil, dass er dann noch vielfältigere Möglichkeiten für Spekulationen hat. Nichts hassen Spekulanten so sehr wie homogene Märkte.

Das Fazit über die Verlierer fällt ebenfalls eindeutig aus: And the losers are …. ze krauts!

Bei der Einführung von Eurobonds, ein lang gehegter Wunsch von beispielsweise Griechenland und Italien, dem vor einiger Zeit noch SPD und Grüne huldigten, wäre Deutschland mit Abstand der größte Verlierer von allen.

Auch Währungskommissar Olli Rehn sagte Ende Februar, „dass alle Schritte in Richtung mehr Solidarität und gegenseitige Risikoübernahme mit mehr Verantwortung kombiniert werden müssen“.

Wie eine aktuelle Studie des Börsen-Portals Geld.de zeigt, wären die Gewinner von Eurobonds neun Länder, darunter Italien, Griechenland, Spanien, Portugal und auch Zypern. Sie würden bei zehnjährigen Laufzeiten von gemeinsam aufgelegten Eurobonds zusammen gerechnet etwa 361 Milliarden Euro an Zinsaufschlägen für ihre (noch nationalen) Staatsanleihen einsparen.

Die Verlierer: Für Deutschland würden Eurobonds mit einer Laufzeit von zehn Jahren rund 61 Prozent oder etwa 200 Milliarden Euro Mehrkosten bedeuten. Auch für Finnland, Niederlande und Österreich wäre es ein dickes Minusgeschäft. Kein Wunder, dass ein niederländischer Ex-Kommissar bereits lautstark den Austritt seines Landes fordert (hier).

Die Schnäppchenjäger: Für die frankophonen Länder wären Eurobonds ein Schnäppchen: Frankreich könnten sich mit 6 Milliarden Euro aller seiner Schulden-Sorgen entledigen, in zehn Jahren insgesamt 64 Milliarden Euro. Das kontinentaleuropäische Zypern = Luxemburg käme besonders gut dabei weg: 600 Millionen Euro auf zehn Jahre, also schlappe 60 Millionen pro Jahr, und das Finanzkasino kann weitergehen.

In der Berechnung sind jedoch nur die aktuellen Zinssätze für die einzelnen Euroländer und deren Spreads (Zinsunterschiede) zugrunde gelegt. Machten einzelne Länder nach Einführung von Eurobonds mehr Schulden, stiegen selbstverständlich auch die Zinssätze für gemeinsame Eurobonds und damit anteilig für Deutschland.

Es gibt eigentlich wenig Anhaltspunkte dafür, dass ausgerechnet durch Eurobonds die Fiskal-Disziplin in Europa Einzug halten sollte.

Wohin dies führte und in welcher Krise es mündete ist seit 2010 bekannt, als Griechenland seinen ersten „Hilfsantrag“ stellte.

Kommentare

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  2. Brigitte sagt:

    Hmmm,

    haben wir mit der Europäischen Zentralbank und dem ESM nicht schon längst eine Art Eurobond`s? Könnte es sein, dass diese beiden nicht mehr ausreichend sind für die Fülle Geld, welches verschuldete Länder benötigen und nun eine dritte Komponente eingeführt werden soll?

    Brigitte

  3. Alexander Barth sagt:

    Wer bezahlt?

    mal ehrlich, wer kann Volkswirtschaft? Wir haben längst bezahlt. Mit BMWs, Stihl Kettensägen und Kärcher Hochdruckreinigern. Dafür haben wir Schuldscheine bekommen (Euronen), die wir gegen Olivenöl, Strandurlaub und Espressomaschinen eintauschen können. Wenn wir das nicht tun, aber trotzdem weiter Autos verkaufen wollen (wozu eigentlich, wenn wir doch nix zurückhaben wollen), dann müssen wir diese Schuldscheine zerreißen. Da sich Ihre Haltbarkeit dem Ende nähert (Staatspleite), können wir auch das Mindesthaltbarkeitsdatum verschieben, indem wir nochmal Konservierungsmittel draufspritzen (Eurobonds). Das wird unseren Quandts, Stihls und Kärchers dann noch eine Weile das Geldschäffeln erlauben, bis auch das nicht mehr reicht.

    Alternativ könnten wir es auch mal etwas langsamer angehen lassen, und weniger exportieren, während wir die angesammelten Schuldscheine an die Arbeiter austeilen (Lohnerhöhungen), damit die mal wieder ordentlich Urlaub machen, und sich gesundes Olivenöl leisten können. Als netter Nebeneffekt könnten sich dann vielleicht auch ein paar Leute mehr eine Putzfrau leisten, oder eienn Besuch im Freizeitpark, wodurch die faule Hartz4 Bande endlich wieder sinnvoll eingespannt werden könnte.

    Die Chinesen werden sich natürlich erst mal freuen, werden aber bald merken, daß der Euro auch abwerten kann, wie der Yuan. Vorausgesetzt natürlich, wir fangen an, Ihn auszugeben.

    Eurobonds sind die schlechteste Lösung, lieber das Ersparte ausgeben bevor es verschwindet.

    Immer daran denken, des einen Ersparnisse sind des anderen Schulden. Geld ist nur ein Abbild von erbrachter Leistung. Schulden zurückzahlen geht also nur durch Leistungserbringung. Diese Leistung muss der Gläubiger aber auch kaufen, und nicht darauf beharren immer mehr zu Sparen. Jede Volkswirtschaft hat ein „Sparlimit“, weil sie ein Schuldenlimit hat.

    Das ganze könnte sich im Zuge der ruinösen Energiewende aber auch bald ganz von selbst erledigt haben…

    In diesem Sinne: Wider dem Ökonimischen Unverstand!!!

  4. Nestor sagt:

    Ey, Michel, weißt du noch? 26. Juni 2012, O-Ton Merkel: „Keine Euro-Bonds, solange ich lebe“

  5. Nebenerwerbsminister sagt:

    Die €urokratische Einheitspartei €DU€SUFDPSPDGRÜNE wird auf jedenfall zustimmen, da alternativlos.