Billigstrom-Anbieter Flexstrom ist pleite

Der Billigstrom-Anbieter Flexstrom ist pleite. Teuer bezahlen werden nun jene, die dem windigen Geschäftsmodell aufgesessen sind: Die Kunden von Flextrom mussten nämlich mit Vorkasse zahlen. Ihre Einzahlungen können sie nun vergessen.

Der Billigstrom-Anbieter Flexstrom hat am Freitag Insolvenz angemeldet. Betroffen sind 500.000 Kunden von Flexstrom und den Tochtergesellschaften OptimalGrün und Löwenzahn Energie. Das Geschäft werde von einem Investor übernommen, zitiert der DLF aus einem Schreiben des Unternehmens.

Als Ursache für die Insolvenz gibt das Unternehmen einerseits die „schlechte Zahlungsmoral zahlreicher Stromkunden“ und andererseits „weiterhin bestehende Oligopolstrukturen im deutschen Versorgungsmarkt“ an. Die Kunden stünden bei Flexstrom mit 100 Millionen Euro in der Kreide.

Die Zahlungsmoral habe sich nach der „fehlerhaften und schädigenden Berichterstattung“ über das Unternehmen verschlechtert, schreibt Flexstrom. Es war behauptet worden, das Unternehmen stecke in finanziellen Schwierigkeiten.

Holger Krawinkel, Energieexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, sieht das ganz anders: „Das sind alles Ausreden, letztlich war das Geschäftsmodell einfach nicht tragfähig“, zitiert ihn der DLF. Die Insolvenz sei der Auftakt für weitere Marktbereinigungen. „Das ist völlig normal in einem Wettbewerbsmarkt“, sagt Krawinkel.

Flexstroms Geschäftsmodell beruhte darauf, dass die Kunden ihren Strom per Vorkasse bezahlen. Die Kunden zahlten im Voraus und bekamen dafür im Gegenzug sehr günstige Preise. Dies ließ den Anbieter für viele Kunden attraktiv erscheinen.

Im Grunde hat Flexstrom eine Art Schneeball-System praktiziert: Auch dieses funktioniert nur, wenn es immer weiter wächst.

Am Ende zahlen dann die Anleger – oder, wie bei Flexstrom, die Kunden, die dem windigen Geschäftsmodell aufgesessen sind.

Denn das vorgeschossene Geld dürfte nun weg sein, sagt Bernd Roschinzik, Jurist bei der Verbraucherzentrale Berlin. Wer noch Geld erwarte, der solle per Einschreiben und unter Fristsetzung die Zahlung fordern. „Es ist allerdings zu erwarten, dass keine Zahlung erfolgt“, zitiert der DLF den Verbraucherschützer. Die Statistik zeige, dass in 95 Prozent solcher Fälle, das Geld verloren sei.

Kommentare

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  1. Gesalde sagt:

    Ich bin „leider“ FlexStrom Kunde und werde so um die 300,00 Euro verlieren.
    Diese Saubande!

    Habe heute direkt meine Einzugsermächtigung widerrufen und kann leider erst zum 01.08.13 kündigen. Da ich noch jede Menge an Überschuß von kwh habe.

    Wasche ich nun täglich auch wenn es nur 1 Kleidungsstück ist und wenns noch mal Kalt werden sollte dann heize ich mit meinem Backofen.

    Ein Flex-Kunde der verärgert ist!

    Gesalde

  2. Nordi sagt:

    Wer wohl schlechter Zahler ist. Bei mir wird per Lastschrift jeden Monat (seit Mitte 2011) von der Verbrecherbude abgebucht. Nach einem Jahr (2011 – 2012) hatte ich 770 € Guthaben bei der Bude im Mai 2012 !! Immer wieder wurde ich vertröstet mit den Worten in den E-Mails von Flexstrom “In den nächsten 6 Wochen wird Ihnen das Guthaben auf Ihr Konto überwiesen” wenn ich nachgehakt habe. Das ging von September 2012 bis Ende Januar 2013 in diversen E-Mails und Briefen von denen immer so weiter. Im Januar 13 habe ich dann in einem erneuten Brief (Einschreiben) der Bude damit gedroht per Gericht mir einen Titel gegen diese Verbrecher zu erwirken. Alle anfallenden Kosten werden auf Flexstrom abgewälzt. Da haben se dann das Guthaben nach 9 Monaten überwiesen ! Geschäftsführer Vorstand etc. müssten mit Ihrem Privatvermögen haften. Vielleicht würde dann bei einigen anderen Energiebuden die ähnliche Geschäftspraktiken praktizieren mal ein Licht aufgehen !

  3. Schwarzkäppchen sagt:

    Tja, vielleicht hätte FLEXStrom aber auch mal über seine Geschäftspraktiken nachdenken sollen.

    * Kaum bzw. sehr schlechter Kundenservice.
    * Standardisierte Briefe mit schlechten Textbausteinen.
    * Windige AGB, die jeden Anwalt erfreuen.
    * Versteckte Preiserhöhungen via Werbepost.
    Am Ende ist Flexstrom sogar teurer als andere Anbieter gewesen.

    Da nutzte es offensichtlich auch nichts, sich bei Vergleichsportalen ganz vorn listen zu lassen.

    Schlechte Zahlungsmoral? Sicher, vor allem, weil sich zunehmend die Kunden gegen die Abzocke gewehrt hatten. Aber auch das kann man wohl kaum dem Kunden anlasten. Die meisten werden redlich gezahlt haben.
    Die Preise der Strombörse sprechen irgendwie auch anderes. Oligopolstrukturen? Nun, wer als Anbieter kundenfreundlich auftritt, transparent agiert – muss doch sicher die Großen kaum fürchten… 😉

  4. J.J.Rousseau sagt:

    Strom ist Allgemeingut und gehört nicht in die Hände Konzerne. Dort geht es nur um Zocken und rausziehen was man kann. Am Schluss bleiben Schulden. Abgewirtschaftete Infrastruktur und Konkurs und Verluste für die Öffentlichkeit.

  5. Kim sagt:

    Bei dem vorstehenden Videostream „Flexstrom in der kritik“ kein Wunder der Insolvenz. Da macht jeder Konzern kurz danach schlapp!!! Bei so einem Bericht zahlt ein ganzes Heer seine Beiträge nicht mehr.
    Wenn über alle Konzerne berichtet wird, bei denen es zu Aussenständen gekommen ist, weil man sich über die höhe des Betrages nicht einig ist. Und jeder gleich bei einem Zeitungsfuzzy anruft um die Gegenseite unter Druck zu setzen. Na dann Prost Mahlzeit gutes deutsches Land.
    Wenn euch der Strom zu billig ist kauft teuren besseren Strom woanders und beschwert euch nicht!!!
    Aber günstigen Strom bezahlen und am Jahresende billigen haben wollen, indem man den Kundenbonus haben will obwohl man mit Ablauf des Jahres kündigt und sich nun noch öffentlich darüber beschwert, das man den Boni nicht bekommt, ist weit unter der Gürtellinie.

    • Schwarzkäppchen sagt:

      @Kim:
      Ist Ihnen die gängige Praxis von Flexstrom bekannt? Mit Preiserhöhungen (die in den AGB gar nicht vorgesehen sind), einseitige und heimliche Tarifänderungen (die man dann auf der Jahresendabrechnung plötzlich sieht)…

      Mit falschen Versprechen Kunden anlocken und dann plötzlich von nichts mehr wissen? Obwohl Kunde es schwarz auf weiß hat?

      Die AGB geben Preiserhöhungen nicht her – also wird mit unlauteren MItteln ein höherer Preis durchzusetzen versucht. Das Recht steht dabei dummerweise viel zu oft auf der Seite des Kunden. Warum nur?

      Ein NEUKUNDENbonus ist – wie der Name sagt – ein Bonus, damit man wechselt. Dies dann plötzlich davon abhängig zu machen, dass man völlig überteuerten Strom (und das eben noch völlig an den eigenen AGB vorbei) bezieht, kann ja wohl auch nicht so kundenfreundlich sein. Viele verzichten genau deswegen schon auf den Bonus, der mittlerweile entsprechend angepasst wurde… und eben nur ausgezahlt wird, wenn man bleibt.

      Wenn in den AGB vermerkt ist, dass Tarifänderungen nicht einseitig möglich sind und nur mit ZUSTIMMUNG des Kunden, dann ist das so. Dann kann auch ein Flexstrom-Unternehmen dies nicht einseitig tun, wie oft genug geschehen. Teilweise sogar TROTZ bezahlter Preisbindung.

      Kundenfreundlichkeit ist auch so ein Punkt – bei Flexstrom suchte man sie vergebens.

      Flexstrom hat sich da wohl mit seinem Konzept ein gewaltiges Eigentor geliefert. Und darf nun nicht jammern….

  6. sari Emrah sagt:

    so wie ich ihnen treu war möchte ich das sie mir genau so treu bleiben und schnellst möglich mein voraus bezahlte geld wieder auf mein konnto schicken antwort bitte

    • Kim sagt:

      Auffällig ist, das mehrheitlich die Kunden Guthaben bzw. Gutschriften bei Flex haben.
      Diagnose: Man muss der Strom bei Flex billig sein!!! Bei den vielen Guthaben!!

      Ich habe in meiner lebenslänglichen Belieferung von Energie nie ein Guthaben gehabt. Ich habe früher meine Abschläge bezahlt und mit der Jahresrechnung wurde das verrechnet.
      Bei Flex & Löwe habe ich Pakete gekauft. Bezahlt und erhalten. Basta, asta la vista, Baby?
      Wo kommt denn bei euch das Guthaben her??!
      Ich kenne nur Pakete und nochmal Pakete, Pakete, Pakete usw..
      Wie kommt man zu einem Guthaben von 770,- Euro?

      Naturbedingt ist die Energieversorgung ein lebensbegleitender Vertrag. Keineswegs ein Tagesgeschäft. Einen Kundenbonus bekomme ich bei Beibehaltung des Vertrages.
      Das sagt einem der klare Menschenverstand.
      Bei frühstmöglicher Kündigung des Vertrages, kann man nicht im gleichen Moment einen Kundenbonus verlangen.
      Ich habe schon Personen umarmt, die merkwürdig im Kopf rasselten!

      Allein die Preisgestaltung bei Flex im 1, Jahr lies den Kundenbonus nur für das 2. Jahr erkennen.
      Schüttel, schüttel — rassel, rassel!!!

      BONIS gibt es nur für Bänker, selbst für den dümmsten Bänker sind 500.000,.Euro drinne. Selbst wenn`de die ganze Bank ruiniert hast!
      Aber für ein Stück Kabel unter Spannung gibt es nichts, bzw. nur einen heftigen Schlag.