Dank Steuergeldern: Bürger erfährt, wie man ökologisch wäscht

Mit mindestens 2,3 Millionen Euro fördert das Umweltministerium ein Projekt zur Erstellung von Öko-Ratings. Als Grundlage dienen bereits bestehende Produkt-Tests. Der Steuerzahler erhält eine Webseite, die ihn zur Reduzierung der Treibhausgase motivieren soll.

Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt „EcoTopTen 2.0“ des Öko-Instituts. Das Ziel des Projektes besteht darin, die Deutschen „mithilfe gezielten Aktionen zu motivieren, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren“, heißt es auf der Webseite des Öko-Instituts. Zudem sollen Angebot und Nachfrage nach energie-effizienten Produkten erhöht werden.

Seit 2012 hat das Umweltministerium bereits 1,3 Millionen Euro zur Finanzierung des Projekts beigetragen. Bis Ende 2014 soll eine weitere Million Euro fließen, so der Bund der Steuerzahler. Hinzu kommen Fördergelder der EU.

Im Rahmen des Projekts wurde die Informationskampagne EcoTopTen ins Leben gerufen. Diese präsentiert auf ihrer Webseite Öko-Ratings für nachhaltigen Konsum. Für die Erstellung der Ratings werden auf der Grundlage von Produktsiegeln und Qualitäts-Tests alltägliche Produkte wie Kaffeemaschinen, Fernseher oder Autos bewertet.

Mit anderen Worten, die alten bereits bestehenden Tests werden lediglich neu aufbereitet. Zudem werden Ratschläge zu umweltbewusstem Verhalten gegeben. Zum Thema „Waschen und Trocken“ erfährt man:

„Waschen und Trocknen von Wäsche trägt mit rund zwei Prozent zu den gesamten Umweltauswirkungen privater Haushalte bei. Dabei spielt die Herstellung der Geräte eine verhältnismäßig geringe Rolle. Der Hauptteil der Umweltauswirkungen entsteht während der Nutzung, und zwar vor allem durch den Energie- und Waschmittelverbrauch.“

Das Öko-Institut erarbeitet nach eigenen Angaben Grundlagen und Strategien zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung. Es ist eng mit der Politik verbunden, für die es etwa Gutachten erstellt und Beratungstätigkeiten übernimmt. Einen erkennbaren Nutzen für den Steuerzahler bringt die Beratung allerdings meist nicht.

Im Falle EcoTopTen wird der Steuerzahler gezwungen, ein Projekt zu finanzieren, das es in ähnlicher Form bereits gibt, etwa bei der teilweise staatlich finanzierten Stiftung Warentest. Die Beamten im Umweltministerium werden selbst reichlich von Steuergeldern bezahlt. Und sie geben das Geld der Deutschen offenbar auch gern an Institute weiter, die zum Netzwerk der Öko-Begeistern  dazu gehören.

Mit Öko ist in diesem Fall vermutlich die beste Ökonomie für die staatlich geförderten Stellen gemeint.

Kommentare

Dieser Artikel hat 4 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Hülsensack sagt:

    Aha, jetzt weisse ich Bescheid!

  2. poncho sagt:

    Dafür gibt es dann ja eine Schulpflicht, die Eltern zwingt, Kinder zur Missbildung in lehrerlose Räume zu stopfen…

    > http://www.fehlstunden-sh.de/

    • poncho sagt:

      Falls jemand das missversteht, es geht um die Schieflage der Bildungsfinanzierung angesichts von Zockerrettungen. Banken sind ein eigentlich verbotenes Schneeballsystem, aber unser vermeintlicher „Staat“ erlaubt den Bankparasiten ja alles. Nur der Bürge wird von allen Seiten gef…t!

  3. manfred becker sagt:

    Regelmässig wird den Verbrauchern die Verantwortung für eine umwelt- und sozialverträgliche Wirtschaftsweise auferlegt. Dieser Ansatz kann nur in einem transparenten Markt funktionieren, den die Lobby-Politiker bisher regelmässig verhindern. Wenn nun endlich leicht verständliche, einheitliche labels für ökologisch sinnvolle Produkte vergeben werden, ist das ein grosser und längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung.