Neue Technologien: China setzt auf Kauf von deutschen Unternehmen

Mittelständische Unternehmen und Patente aus Europa und Deutschland sind beliebt bei chinesischen Investoren. Eine Studie belegt, dass die chinesische Regierung gezielt vorgeht, um deutsche Unternehmen aufzukaufen.

Chinesische Investoren stürzen sich auf in Not geratene Mittelständler. Beispiele gibt es viele: Die Firma Putzmeister, führend im Bereich der Betonpumpen, wurde von der chinesischen Firma Sany aufgekauft. Lenovo hat den Elektronikkonzern Medion übernommen. Einer der weltweit größten Gabestaplerkonzerne, Kion, hat in der Firma Weichai Power einen neuen Investor gefunden, berichtet das FMM-Magazin.

Die chinesischen Konkurrenten suchen sich mit Unterstützung der Regierung Zugriff und Kontrolle auf Technologien aus Europa und Deutschland. Die chinesischen Direktinvestitionen in die EU sind innerhalb eines Jahres um 135 Prozent gestiegen. In Deutschland gab es einen Anstieg von 2007 bis 2010 um 87 Prozent (siehe Grafik).

In einer Studie der Technischen Universität München und der München Innovation Group wurden 50 chinesische Unternehmen analysiert. Die Forscher fanden heraus, dass deren Vorgehensweise vor allem darauf abzielt, durch Standorte in Deutschland Erfahrungen zu sammeln sowie Zoll- und Einfuhrbeschränkungen in die EU zu umgehen.

Die EU versucht sich ihrerseits dagegen zu wehren: Durch Schutzzölle sollen bestimmte Branchen, vornehmlich die Elektroindustrie und die Telekommunikation, von den chinesischen Billigproduzenten abgeschirmt werden (mehr hier). Die mit der Geldpresse subventionierten chinesischen Firmen drängen auf den europäischen Markt. Dabei nimmt die Regierung in China die Herausbildung einer gigantischen Kreditblase in Kauf.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise habe die Übernahme der deutschen Unternehmen „erleichtert“, heißt es in der Studie. Auch in den kommenden Jahren werde es zu Übernahmen kommen. Die Investitionen steigen weiter. In den meisten Fällen führe das aber eher zu einer Weiterentwicklung der bestehenden Firmen, als zu einer bloßen Übernahme. Es sei auch nicht selten, dass das deutsche Management im Unternehmen bestehen bleibe, so die Studie.

Das größte „Risiko“ bestehe allerdings in einem drohenden Wissensverlust, wenn deutsche Unternehmen durch Insolvenzen oder Fusionen den „Abfluss von wichtigen Schutzrechten“ und „geistigem Eigentum“ nicht verhindern können.

 

Kommentare

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  1. Margrit Steer sagt:

    Deutschland schafft sich ab

    Das wird leider nicht nur ein Buchtitel bleiben, sondern schreckliche Wahrheit.

    Warum unser Staat dies nicht unterbindet, verstehe ich nicht.
    Wir hatten noch solche vaterlandslosen und deutschhassenden Politiker wie derzeit

    Aber Merkel reist ja auch mit Vorliebe nach China, China ist ja auch der einstige sozialistische Freundesstaat dieses DDR-Frau

  2. cocooning sagt:

    Ob da eine „Quotenfrau“ zum Beispiel eine ehemalige Euro-Abnickpolitikerin, welche in die Wirtschaft wechselt, eine Abhilfe schaffen kann? Wie wäre es mit Männerquoten bei Lehrern, Dozenten, Arbeitsvermittlern?

  3. ratlos sagt:

    Die EU wird, nachdem sie schon lange einen entsprechenden Vorschlag dazu vorliegen hat, den Schutz für Spareinlagen über 100.000 € aufheben. Der Raubzug beginnt! – mehr dazu unter: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/155/2013-der-raubzug-gegen-unser-vermoegen-beginnt.php

  4. Sissy sagt:

    Im vergangenen Jahrhundert wurde Deutschland zwei mal komplett enteignet. Gemäss dem Versailler Vertrag wurden nach dem 1. Weltkrieg alle deutschen Patente geklaut und ebenso nach dem 2. Weltkrieg. Zudem sind deutsche Wissenschaftler nach USA oder in die Sowietunion entführt worden. Ohne deutsche Wissenschaftler wären die USA niemals auf dem Mond gelandet.
    Nach dem totalen Zusammenbruch 1945 ist es den tüchtigen deutschen Wissenschaftlern und Ingenieuren erneut gelungen durch neue Patente und neue Technologien wieder weltweit Spitzenniveau zu erlangen. Bildung und Wissen, sowie eine hervorragende Ausbildung des Nachwuchses waren die Basis für diese einmalige Leistung. Ich bezweifle stark, ob nach einem Ausverkauf deutscher Technologie Deutschland seine Technologieführerschaft behalten kann. Die Pisa-Studien, die allgemeine Absenkung des Bildungsniveaus und die Verunglimpfung von Technologie und Fortschritt durch unsere links-grüne Schulpolitik geben Anlass für derlei Bedenken.

  5. rundertischdgf sagt:

    Es ist Wahlkampf, warum nicht mal unsere „Volksvertreter“ fragen, was sie vom Ausverkauf des Technikstandorts Deutschlands halten. Stellt ihnen öffentliche Fragen, holt sie aus den Hinterzimmern heraus.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/04/17/es-ist-wahlkrampf-packt-die-politakteure-bei-den-hornern/

  6. André Schwaermer sagt:

    Wenn ich den letzten Absatz lese, kriege ich wirklich die (Struktur)Krise! Merkt denn niemand, dass es so keine Lösung geben KANN?

    http://uhupardo.wordpress.com/2013/04/17/die-reichsten-zwei-prozent-besitzen-mehr-als-die-halfte-der-weltbevolkerung/