Finanzministerium: Wirtschafts-Wachstum in Deutschland geht zurück

Die deutsche Wirtschaft ist im vierten Quartal des Jahres 2012 geschrumpft. Auch für 2013 sieht es nicht viel besser aus.

Konkrete Wirtschaftsdaten für das erste Quartal will das Bundesfinanzminsterium erst Mitte Mai vorlegen. In seinem Monatsbericht für April heißt es aber spekulativ: „Nach der konjunkturellen Abschwächung zum Ende des vergangenen Jahres dürfte sich die wirtschaftliche Aktivität in Deutschland im 1. Quartal 2013 wieder stabilisiert haben.“ Einen Beweis für diese grundlegende Hauptaussage wird jedoch nicht geliefert.

Auch über die Entwicklung des Konsumverhaltens  wird keine auf konkreten Fakten fundierte Aussage getroffen. Die Konsumtätigkeit sei zwar „robust“, trotzdem „sei vor dem Hintergrund des aktuellen Indikatorenbildes nicht davon auszugehen, dass sich die private Konsumaktivität zu Jahresbeginn deutlich belebt hat.“ Ein Widerspruch in sich. Das Konsumklima gilt jedoch als treibende Kraft für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland.

Auch das Geschäftsklima ist alles andere als stabil. Laut einer Umfrage der KfW-Gruppe wird jede zweite Gründungsplanung wegen finanzieller Hürden oder fehlender Perspektive abgebrochen (mehr hier). Auch in Deutschland steigt die Angst vor einer Zwangsabgabe wie nach Vorbild Zyperns.

Die deutsche Wirtschaft ist, wie von Wirtschaftsminister Rösler bereits irrtümlich bekanntgegeben, im vierten Quartal 2012 um „0,6 Prozent“ geschrumpft.  Für das gesamte Jahr 2013 soll es aber ein Wachstum von 0,4 Prozent geben. Eine optimistische Prognose, auch anhand der Grafik des Finanzministeriums, in der alle Indikatoren einen Abwärtstrend abbilden (siehe Grafik). Man könnte also genau so gut urteilen, dass sich „die wirtschaftliche Aktivität in Deutschland“ im ersten Quartal nicht erholt haben dürfe.

Kommentare

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  1. Jürgen Zietlow sagt:

    Ich frage mich, warum nicht auch die elektronischen Massenmedien á la SPON oder Focus nicht so intensiv und kritisch berichten, wie beispielsweise dieses Onlinemagazin. Kritische und hinterfragende Berichterstattung ist der Urschleim jeder aktiven und funktionierenden Demokratie, die ich noch aus den 80er Jahren kenne. Seinerzeit hat sich die 68er-Generation für sich das Recht auf politische Subkultur auch mit Gewalt erstritten. Die gleichen Leute, können heute nicht gut genug finden, dass dieses heutige mediale System der offenen Meinungsmache, besonders der systemtreuen Medien derart aggressiv weg sieht.

    Es beunruhigt mich und ich klage diese Medien an, ihren journalistischen Auftrag grob fahrlässig und mit Vorsatz nicht zu erfüllen, vielleicht lediglich erfüllt von dem guten Gefühl, Teil eines Establishments zu sein, auf das Wort des jeweils nächsten Alphatieres zu vertrauen, so seine eigene Existenz so lange als möglich aufrecht zu erhalten und dabei die große eigene Verantwortung zu vergessen. Verfolgt man die Spur der jeweils noch bissigeren Alphatiere entlang der Machtkette, gelangt man in Vorstandsetagen und findet sich irgendwann innerhalb einer relativ kleinen Gruppe von globalisierten Super-Alphatieren wieder, die wohl unbestritten weit mehr Macht besitzen, als jedem Demokraten lieb sein muss.

  2. popper sagt:

    „Das Konsumklima gilt jedoch als treibende Kraft für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland.“ (????!!) Sonst gehts euch noch gut -Ja? Wir haben so gut wie keinen Konsum in Deutschland.

    2013 sanken die nominalen Einzelhandelsumsätze bei den unbereinigten Originaldaten um -1,0% zum Vorjahresmonat und die unbereinigten realen Umsätze sanken um -2,2% zum Vorjahresmonat. Der Februar 2013 hatte allerdings mit 24 Verkaufstagen einen Verkaufstag weniger als der Februar 2012. Berücksichtigt man die Saison- und Kalendereffekte (Census X-12-ARIMA Verfahren) stiegen im Vergleich zum Vormonat die Einzelhandelsumsätze nominal um +0,5% und real um +0,4% zum Vormonat! Weiter dokumentieren die Daten für Deutschland eine langanhaltende Konsumschwäche der privaten Haushalte, denn immer noch liegen die saisonbereinigten und realen Einzelhandelsumsätze um -0,6% unter dem Niveau von 2000 und um -0,8% unter dem Jahr 1994 (s.http://www.querschuesse.de/deutschland-reale-einzelhandelsumsatze-mit-22/)

    Das ist Fakt. Auc, wen Frau Merkel der Welt in Davos das Märchen aufbinden wollte, das Wachstum in Deutschland werde vom Binnenmarkt getragen.