Gasmotoren sind die Zukunft der Landwirtschaft

Im Vergleich zu anderen Antriebsarten sind Gasmotoren wirtschaftlicher und umweltfreundlicher. An der Universität Rostock werden sie für die Landwirtschaft optimiert.

An der Universität Rostock ist erstmals ein für die Landwirtschaft bestimmter Gasmotor erfolgreich in Betrieb genommen worden. „Erdgas und Flüssiggas werden gegenüber Erdöl an Bedeutung gewinnen“, sagt Horst Harndorf, Inhaber des dortigen Lehrstuhls für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren. Denn der Erdgasantrieb sei wirtschaftlich und umweltfreundlich.

An einen gasbetriebenen Motor werden andere Anforderungen gestellt als an einen Dieselmotor. Beispielsweise sind die thermischen Belastungen der Bauteile, die den Brennraum umgeben, im Gasbetrieb deutlich höher als im Betrieb mit flüssigem Kraftstoff. Deshalb müssen verschiedene Motorkomponenten an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden.

Die Wissenschaftler streben eine Reduktion der Emissionswerte an. Denn auch für den landwirtschaftlichen Bereich müssen immer strengere Vorschriften eingehalten werden, wie bei Pkw- und Lkw-Motoren.

Noch sind nicht alle Probleme gelöst. Beispielsweise wie der Kraftstoff mit hinreichender Energiedichte gespeichert werden kann. Zudem haben Maschinen mit Gasmotoren trotz eines größeren Tankvolumens eine geringere Reichweite.

Schwierigkeiten bereiten auch die schwankenden Eigenschaften des eingesetzten Gases. Im Falle des regenerativ erzeugten Biogases ist deshalb eine aufwändige Veredelung zu Biomethan erforderlich. Ein großer Vorteil ist die Möglichkeit der Einspeisung des Biomethans in das bestehende Erdgasnetz, wodurch eine große Marktdurchdringung des regenerativ erzeugten Energieträgers erreicht werden kann.

„In der Landwirtschaft ist die Motivation groß, Kraftstoff aus Biomasse zu gewinnen und einzusetzen“, sagt Harndorf. Immerhin biete die motorische Verbrennung von Erdgas beziehungsweise Biomethan ein erhebliches Potenzial zur Reduktion von Treibhausgasen.

Das Verhältnis von Kohlenstoff- zu Wasserstoffatomen ist bei Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas und Biomethan, eins zu vier. Daher kann durch den Einsatz von Methan eine Einsparung der CO2-Emission von rund 25 Prozent gegenüber Diesel und Benzin erzielt werden. „Wir sind mit Zukunftsthemen unterwegs und möchten unsere Kernkompetenzen kontinuierlich ausweiten“, so Harndorf.

Kommentare

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Nutzungsoptimierung müsste die Zielvorgabe sein. Die jeweiligen Energieformen müssten da eingesetzt werden wo sie die bestmöglichen Ergebnisse bringen. Beispiel.
    Gasförmige Stoffe erfordern Voluminöse Speicherkörper .Diese eignen sich somit nur sehr bedingt für mobile Anwendungen. Sinnvoller ist somit ein Einsatz auf stationären Anlagen kombiniert mit Kraft-Wärmekoppelung. Das gleiche gilt für die Anwendung von Elektrizität. Es ist Unsinnig Energieformen in Mobilen Anlagen einzusetzen wenn dies Voluminöse oder schwere Energiespeicher erfordert. Batterien oder grosse Tankanlagen resp. aufwendige Umwandlungen für einen entsprechenden Einsatz.
    Die Missachtung der Grundregel Nutzungsoptimierung treibt den auch seltsame Blüten, wie. Kohle und Erdöl in Strom umwandeln und damit schwere Batterien durch die Gegend karren. Sinnvoll könnte es auch sein Wendenergie in Wasserstoff umzuwandeln und diesen dann gespeichert in entsprechenden Tankanlagen bei Windflaute zu nutzen. Dies wiederum auf immobilen Anlagen. Und der Möglichst direkten Nutzung in Stationären Anlagen ,Verbrennung für die Kraft-Wärmekoppelung.

  2. 11 sagt:

    Ist ein alter Hut .In China oder in Ländern wo Treibstoffe den Leuten zu teuer sind werden Biogase schon lange benutzt um Generatoren ,Heizungen und sogar Fahrzeuge anzutreiben.
    Teilweise gibts da oft selbstgebastelte Anlagen.Jeder könnte aus Biomüll Biogas herstellen.
    Wir hätten schon längst vom Erdöl unaghängig werden können wenn Staat und Wirtschaft nichts dagegen gehabt hätten. Stattdessen wird Schuldkult betrieben
    und mit der Co2-Lüge und Treibstoffsteuer der Bürger abgezockt.
    Problem mit Fahrzeugen ist noch die Speicherfähigkeit der Gase .Lässt sich noch nicht so gut komprimieren.Trotzdem man kann auch mit Benzin weiterfahren wenn ein Gastank leer ist.
    Die Co2 Emmisionen sind in dem Fall unwichtig.Wichtig ist aber eine Unabhängigkeit von
    Erdöl!

  3. Hans Meier sagt:

    Die Co2 Reduzierung ist ein modischer Hype, der zwar zur Generierung von Subventionen in eine unwirtschaftliche Richtung und unwirtschaftliche Technologieforschung führt.
    Was sich im internationalen Wettbewerb nicht ohne politische „Öko-Stützräder“ aufrecht selbst vermarkten kann, weil es durch reale, statt spekulativer „Öko-Argumente“ nicht überzeugen kann, ist sinnlose Verschwendung von Steuergeldern.
    Neben der geringen Energiedichte von Gas und der damit geringen Drehmomente von Gasmotoren, die auch noch sehr hoch thermisch belastet werden, ist das reale Tankvolumen ein weiteres Problem, das sich als wirtschaftliches Hindernis darstellt.
    Man kann zwar Benzinmotore verhältnismäßig einfach auf Gasbetrieb umrüsten, um Treibstoffkosten zu sparen, büßt aber Leistung ein und riskiert Motorschäden durch Überhitzung. Für leistungsstarke Landmaschinen bleiben Gasantriebe in jeder Hinsicht problematisch.

  4. fischbach sagt:

    Und woher soll das Gas kommen ?

    … durch umweltzerstörendes, wasservergiftendes Fracking !

    Man muß doch dem Volk erklären, warum man seine Welt zerstört.
    Nicht aus Profitgier, sondern damit man sparen kann / Ironie aus