Sparkassen-Verband: Senkung des Leitzins wäre fatal

Eine Senkung des Leitzinses belastet Unternehmen und Steuerzahler, so der Sparkassen-Chef Fahrenschon. Banken nutzen das billige Geld der EZB nur, um Staatsanleihen zu kaufen. Das schaffe neue Probleme: Die Abhängigkeit zwischen Staaten und Banken nimmt weiter zu.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband warnt vor einer möglichen Senkung des Leitzinses. Die EZB greift immer stärker in die Politik ein und unterstützt schwache Staaten und Banken. Der Steuerzahler und die Unternehmen zahlen dafür.

Mit 0,75 Prozent ist der Leitzins seit Monaten auf einem historischen Tiefstand. Und schon jetzt sieht es so aus, als werde eine weitere Senkung noch in dieser Woche von der EZB beschlossen (hier). Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, warnt nun EZB-Chef Draghi vor einem solchen Schritt. „Noch mehr und noch billigeres Geld vermindert den Anreiz zum Sparen“, sagte Fahrenschon am Montag in Berlin.

Die niedrigen Zinsen gingen zu Lasten der Sparer und Unternehmer. Die Sparer beispielsweise können so kaum mehr die Inflation ausgleichen. Und die Unternehmen profitieren nicht von dem billigen Geld der EZB. Statt mehr Kredite an Unternehmen auszugeben, investieren die Banken lieber in Anleihen aus den Peripherie-Ländern. Hier sind die Renditen höher als der Leitzins der EZB, so lässt sich gutes Geld verdienen. Das erhöhe aber die bereits starke gegenseitige Abhängigkeit zwischen schwachen Staaten und schwachen Banken, sagte Fahrenschon. „Wenn die EZB zu Lasten der Gläubiger und zu Gunsten der Schuldner Partei ergreift, wird der Geldwertstabilität zu wenig Gewicht beigemessen“. Diese EZB-Politik löse die Probleme nicht, sondern schaffe neue. „Wenn man in die falsche Richtung fährt, nutzt es nichts, das Tempo zu erhöhen“, so Fahrenschon.

Mario Draghis Geldpolitik der vergangenen Monate hat wenn überhaupt nur zu kurzfristigen Erholungen am Finanzmarkt geführt. Erholungen, die mit der wirtschaftlichen Lage in der EU nicht zu erklären sind. Noch reichen Ankündigungen von neuen EZB-Maßnahmen zur vorübergehenden Beruhigung. Doch die Investoren lernen auch. Sie sind nicht an wirklich nachhaltigen Entscheidungen interessiert. Sie warten auf Signale und versuchen, diese in Geld umzuwandeln.

So hat die EZB – ohne wirkliche Erfolge – die ihr zugedachten Befugnisse schon längst überschritten. Nicht mehr nur die reine Geldpolitik steht im Vordergrund. Es geht um Macht. Als Mitglied der unbeliebten Troika greift die EZB schon direkt in politische Prozesse ein. Und die geplante Bankenunion wird den Einfluss der EZB in Europa noch vergrößern.

Kommentare

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  1. Ich sagt:

    Da es keine Weltkriege mehr gibt, verkaufen die Waffenhändler jetzt Geld, damit sie die Regierungen von sich abhängig machen können, um frei von den legalistischen Zwangsjacken der Regierungen beliebig wirtschaften zu können.

    Siehe hier: http://www.freesoulblog.net/jNC/jNCtv.html

  2. Ilona sagt:

    Wann begreift der deutsche Bürger denn endlich, dass er bereits in einer existierenden EU Diktatur lebt und sich in allen Bereichen den Herren Draghi und Co unterzuordnen hat???

    Und bitteschön genügend Steuern und Vermögen abgeben, damit schlussendlich alle Europäer gleich arm sind.

  3. Leopold sagt:

    Fatal? Nur für Deutschland. Das interessiert Brüssel aber nicht. Die Schuldenstaaten und die Finanzwirtschaft profitieren!

  4. krähendienst sagt:

    Die Sparkassen sind nur die Ausführenden. Dirigieren tun das die amerikanischen Rothschilds, Warburgs, David Rockefeller und deren erste Gehilfen wie Blackrock, JPMorgan. Rockefeller sagte in den Neuzigerjahren auf seinen Krücken mit 97 Jahren, dass es einer richtig große Krise bedürfe, damit alle Individuen, besonders die an den Schaltzentralen der Macht einwilligen in die neue Weltordnung! Monsanto kam unter Bush in zentrale Macht am Landwirtschaftsmarkt. Nun soll der Saatgutmarkt reguliert, seine Vielfalt abgeschafft werden. Die Universität Leipzig fand bei Büromitarbeitern ein lebensgefährliches Gift im Urin und konnte sich aufgrund der Tätigkeit der Leute dessen Herkunft nicht erklären: genveränderte Lebensmittel! Die Privatisierung machte auch vor den Grundbuchämtern nicht Halt. In den Jahren 1990-92 wurden diese in D privatisiert: das BWL-Lehrbuch-artige Eintragen AUF den Käufer ist juristisch inkorrekt, es gehört alles dem neuen privaten Eigentümer des Grundbuchamtes. Und niemand merkt es, die Deutschen besonders rennen auf Immobilien als ob diese einen militärischen Krieg überdauern könnten. Wir stecken mitten im Enteignungskrieg! Danach kommt die Aushungerung.

    • Hülsensack sagt:

      Und KEINER hat dann wieder etwas davon „gewußt“, außer die demütigen deutschen Schuldigen, welche dann dran sind.

    • egon sagt:

      sehr richtig und wenn ich hier für die Sicherung von Immobilien und anderer Vermögenswerte „werbe“ diese über die Car-Genossenschaft in Sicherheit zu bringen, werde ich zensiert oder verlacht, weil sich Niemand, auch die Redaktion nicht, mal mit dieser Möglichkeit, ganz legal bereits versteuertes Vermögen in Liechtenstein zu sichern, aueinandersetzt.

      Wie sagte Henry Ford sinngemäß?

      Würde der deutsche Michel kapieren, welche Möglichkeiten die Car-Genossenschaft für die Sicherheit seiner Vermögen bedeutet, das derzeit herrschende korrupte BRD-System wäre noch vor morgen früh zusammengebrochen.