Neuer Export-Schlager: Schwimmende Windkraftanlagen

Die Europäische Kommission fördert ein internationales Entwicklungsprojekt schwimmender Windturbinen mit 19 Millionen Euro. Eine hohere Stromproduktion und geringere Kosten sollen die Energiewende beschleunigen.

Ab einer bestimmten Wassertiefe sind die bisher im Einsatz befindlichen Offshore Windkraftanlagen zu teuer. Die Installation auf dem Meeresgrund ist dann zu aufwendig. Aber je weiter weg von der Küste, desto stärker, gleichmäßiger und besser vorhersagbar weht der Wind. Wissenschaftler und Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Norwegen und Belgien wollen daher die technische und finanzielle Entwicklung schwimmender Windenergieanlagen für Wassertiefen von über 40 Metern vorantreiben.

Das Projekt trägt den Namen Floatgen. Wissenschaftler des Lehrstuhls für Windenergie (SWE) der Universität Stuttgart forschen an den schwimmenden Windenergieanlagen, die künftig vor der Nord- und Ostseeküste Strom produzieren sollen. Aber auch in steil abfallenden Meeresgründen, wie etwa im Mittelmeer vor Spanien oder auch in Japan könnten die neuen Windturbinen zum Einsatz kommen. Die Europäische Kommission fördert Floatgen mit 19 Millionen Euro.

Die Windenergie ist ein grundlegendes Element der Energiewende hin zu regenerativen Energieformen. Die schwimmende Plattform der neuen Windanlagen kann bis zu 100 Meter unterhalb der Wasseroberfläche reichen. Es gibt keine Stahl- oder Betonfundamente im Boden. Lediglich ein Vertäuungssystem soll das Wegschwimmen der Windinsel verhindern. Dadurch können die Windkraftanlagen auch außerhalb der Sichtweise von der Küste aufgebaut werden. Je größer die Entfernung, desto größer auch die Stromproduktion durch den stärkeren Wind.

Schon in zwei Jahren sollen Prototypen in südeuropäischen Gewässern installiert werden. Die Forscher erhoffen sich außer einer Kostenersparnis noch eine bessere Umweltverträglichkeit im Vergleich zu den fest installierten Systemen. Außerdem werden Wartungsarbeiten vereinfacht, da die Strominseln einfach in den sicheren Hafen geschleppt werden können und nicht auf hoher See bei starkem Seegang repariert werden müssen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 7 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. jagdblut.de sagt:

    Grafiken zur freien Verwendung, gegen den Ökofaschismus gibt es hier: http://jagdblut.de/links/oekofaschismus/

  2. OutdoorM65 sagt:

    Da wird eine Problemlösung präsentiert, für die nur noch das Problem fehlt. Ich dachte immer, die Windindustrie scheitert an fehlenden Leitungen und fehlenden Verbrauchern am Ort der Erzeugung. Dies wiederum destabilisiert das Stromnetz, was zusätzliche herkömmliche Kapazitäten zur Stabilisierung erfordert…..

    Aber sicher wird die Bundesmutti ein paar Milliarden locker machen, um sich auch diese Fehlentwicklung durch das Prinzip Versuch und Irrtum aufzeigen lassen.

  3. Hans von Atzigen sagt:

    Für Interessierte.
    Unter.
    http://www.agilewindpower.com
    Eine interessante Neuheit mit möglicherweise interessanten Möglichkeiten.

  4. Frank sagt:

    Klingt im Prinzip nicht schlecht, allerdings sind das alles wieder nur Projekte, die von den großen Energiekonzernen umgesetzt werden können.
    Wie sieht es eigentlich mit einer dezentralen Energieversorgung aus?

    • Polit- und Bank Gangster - ab in den Knast ! sagt:

      Dezentrale Energieversorgung, nein danke, da sollen doch die Groß-
      konzerne abkassieren, wo kämen wir hin, wenn jeder Verbraucher
      zuhause seinen eigenen Strom machte und dabei auch noch sparen
      würde!.

  5. Delta120 sagt:

    Während sich die Grünen langsam von den Gedanken der Windkraftanlagen auf hoher See verabschieden, weil dort die Kosten explodieren, läuft die EU der Entwicklung wie immer hinterher.

    Nutzungstechnisch am besten stehen Windkraftanlagen an der Küstenlinie an Land.
    Dort kann der Strompreis sogar mit den aus Kohlekraftwerken mithalten.

    • Eulenspiegel sagt:

      Und da ist noch viel Potential.

      Ich war in Dänemark an der Ostküste, also deren „B-Lage“ für Windkraft.

      Ständiger Wind und die schiefwachsenden Bäume signalisieren aber eine trotzdem gute Lage – und kaum Windräder in dieser Agrarsteppe. Die könnten noch wenn endlich Leitungen gebaut werden viel exportieren.