EU-Rehn: Die Erholung kommt 2014

Die Wirtschaft der Euro-Zone wird 2013 noch stärker schrumpfen als angenommen, so die EU-Kommission. Vor allem im Süden Europas geht es rapide bergab. Staats-Schulden und Arbeitslosigkeit steigen weiter.

Die EU-Kommission muss ihre Prognose für die Wirtschaft der Euro-Zone erneut nach unten korrigieren. Diese befindet sich seit dem vergangenen Jahr in einer verheerenden Rezession.

Die Wirtschafts-Leistung der 17 Euro-Staaten falle 2013 um 0,4 Prozent schwächer aus als im Vorjahr, so die EU-Kommission. Nicht nur in den Mittelmeer-Ländern, sondern auch in Frankreich und in den Niederlanden werde die Wirtschaft schrumpfen (siehe Tabelle unten). Den stärksten Rückgang verzeichnen Zypern (-8,7 Prozent), Griechenland (-4,2 Prozent) und Portugal (-2,3 Prozent).

Auch die Schulden der Euro-Staaten werden nach Angaben der Kommission weiter steigen. Denn alle Euro-Staaten machen 2013 neue Schulden.

Spaniens Defizit werde im laufenden Jahr 6,5 Prozent und 2014 sogar 7,0 Prozent betragen. Doch auch Griechenland, Irland, Frankreich, Zypern, die Niederlande, Portugal und andere Länder erhöhen ihren Schuldenstand um mehr als 3 Prozent des BIP und werden somit das Defizit-Ziel der EU verfehlen.

Für das kommende Jahr erwartet die Kommission aber wieder ein Wirtschafts-Wachstum von 1,2 Prozent. Die Begründung: „Der Gegenwind beim privaten Verbrauch und den Investitionen soll langsam abflauen, so dass im nächsten Jahr mit einer von der Binnennachfrage getragenen leichten Erholung zu rechnen ist.“

EU-Währungs-Kommissar Olli Rehn sagte:

Angesichts der sich hinziehenden Rezession müssen wir nun alles daransetzen, die hohe Arbeitslosigkeit in Europa zu überwinden. Der Policy-Mix der EU ist auf nachhaltiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen fokussiert. Die öffentlichen Finanzen werden weiter konsolidiert, doch die Gangart wird langsamer. Gleichzeitig müssen die Strukturreformen verstärkt werden, um Wachstum in Europa zu generieren.

Wenn die EU tatsächlich „nachhaltiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen“ erreichen will, dann hat sie dieses Ziel offenbar bisher nicht erreicht. Im Gegenteil: Es geht weiter bergab, wie die Kommission erneut bestätigt.

Bereits im Februar musste die Kommission ihre Prognose für die Euro-Zone nach unten korrigieren (hier). Insofern ist die Erwartung von einem Wachstum in Höhe von 1,2 Prozent für 2014 reines Wunschdenken. Die Prognosen für Länder wie Griechenland und Spanien haben gezeigt, wie optimistisch Brüssels Sicht der Dinge ist. Nicht umsonst ist EU-Rats-Präsident von Rompuy ein Verfechter des Positiven Denkens.

Kommentare

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  1. wolfbier sagt:

    Falsche Prognose:
    Olli Rehn geht leider nicht und der Aufschwung kommt dank unserer Politnieten auch nicht.
    Also:
    Olli Rehn bleibt und der Abschwung kommt.

  2. hugin sagt:

    MÄRCHENSTUNDE VOM SCHLARAFFENLAND
    Alle Politiker täuschen Euphorie und Optimissmus vor und versprechen Gutes für die Zukunft. Allein die Vorhersage des Wachstums auf Zehntel-Prozent ist bereits unseriös.
    Auch müssen die Wachstumslügen ständig nach unten korrigiert werden.
    Wie lange sollen wir uns noch zum Narren halten, anlügen und über Steuern ausplündern lassen ? AfD wählen ist die letzte Hoffnung !

  3. energy007 sagt:

    Also, die 2 im progostizierten Jahr stimmt. Da bin ich ganz sicher.

  4. Delta120 sagt:

    Natürlich kommt es auf die Sichtweise der Zahlen an.

    Hier wird mit den Zahlen für das oberste 10. percentiel gerechnet.

    Der Rest ist doch für Brüssel genetischer Abfall.

  5. Euro-Gegner sagt:

    Nur noch verzweifelte Durchhalteparolen, die
    durch keine Daten belegt werden können.

    Auch Barroso hatte im Januar die Euro-Krise
    ‚offiziell für beendet erklärt‘.

  6. Sozialismus sagt:

    In jeder Diktatur versprechen die Politiker ein besseres Leben 🙂
    Gibt den Menschen Brot und Spiele, dass sie in jubelnden Beifalls untergehen.

    Es wird keine Erholung geben, 2014 wird für die Steuerzahler die Hölle. Das System hat fertig- reine Mathematik.

  7. syssifus sagt:

    Die Erholung kommt mit ziemlicher Sicherheit nicht.Jede Ankündigung wie: „..das Tal ist durchschritten,ab jetzt kann es nur noch besser werden….“,sind eine Farce.Nächstes Jahr kommen erst einmal die rumänischen und bulgarischen „Fachkräfte“ ungebremst in alle EU-Staaten.Besonders für den deutschen Normalbürger,wird das eine kleine Katastrophe werden.Der gehobene Wohnort derer,die das ermöglichen,wird nicht betroffen sein.Ich hoffe die Einheitsbreipartei ,besser die „Bunten“ genannt, werden davon eingeholt.Das wär auch ein guter Punkt im Wahlprogramm der AfD,die Zuwanderung wie in anderen Staaten zu regeln,z.B.: USA,Australien,Neuseeland…usw.