IT-Experten wollen Hacker-Attacken bekämpfen

Die wachsende Bedeutung der IT für Unternehmen und Private lässt das Betrugsrisiko steigen. Um dies zu verhindern, verstärken Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ihre Bemühungen für die Sicherheit mobiler Daten.

Die Zahl von Cyber-Angriffen in Deutschland steigt stetig. Allein Behörden in Bayern sehen sich täglich 35.000 Internetattacken ausgeliefert, so der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Der letzte Lagebericht zur IT-Sicherheit des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verdeutlicht, dass die Qualität krimineller Übergriffe neue Ausmaße angenommen hat. Neben dem Diebstahl von Daten aus dem Internet durch Hacker, wächst die Produktpiraterie bei Hardware- und Software-Produkten.

Um diesen Problemen entgegenzutreten, investieren IT-Experten und Wissenschaftler immer mehr in die Weiterentwicklung der Datensicherheit. Es wird getestet, wie Systeme auf Cyber-Angriffe reagieren. Diese Erkenntnisse werden zur Weiterentwicklung der Sicherheitsstandards verwendet. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit von Dienstleistern und öffentlichen Behörden auch in Zukunft zu sichern.

In den kommenden fünf Jahren wird viel Geld in die Weiterentwicklung der Internetsicherheit gesteckt. In Bayern werden im Rahmen des Zukunftskonzepts „Digital Bavaria“ 250 Millionen Euro für verschiedene Projekte zur Verbesserung der Datensicherheit aufgewendet.

Der finanzielle Aufwand soll mittelständische Unternehmen vor weitaus größeren Verlusten bewahren. Mittelständler mussten durch gefälschte Produkte in den letzten Jahren zunehmend Einbußen hinnehmen. Im Jahr 2011 belief sich der Umsatzverlust nach einer Studie des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) durch Plagiate auf rund acht Milliarden Euro. „Hier sind vor allem technologische Lösungen gefragt. Leider geht bisher nur ein Bruchteil der betroffenen Unternehmen das Problem an. Dabei sind Maßnahmen gegen die Produktpiraterie meist viel günstiger, als die durch sie entstehenden Kosten“, sagte Claudia Eckert, Leiterin der Fraunhofer-Einrichtung für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC.

Ein erster Schritt auf dem Weg zu einer Verbesserung der Datensicherung im Internet könnte eine Schutzfolie sein, die unerlaubte Zugriffe auf firmeninterne Daten verhindert. Sie ist fest mit der Hardware verschweißt und macht das Auslesen sensibler Daten nach selbst kleinster Beschädigung unmöglich.

Auch an der Erhöhung des Datenschutzes für mobile Endgeräte wird gearbeitet. Auf dem Nutzen privater Smartphones und Tablets auch für dienstliche Zwecke liegt ein besonderes Augenmerk. Aktuell wird an der Entwicklung einer App-Ray-Technologie gearbeitet, wodurch dem Nutzer angezeigt wird, auf welche Daten des Geräts eine neu heruntergeladene App zugreift.

Die Bedeutung des Internets und damit auch die Gefahren seines Missbrauchs steigen weiter. Experten werden sich in Zukunft mit immer neuen Herausforderungen der Internetkriminalität konfrontiert sehen und stetig an der Verbesserung der Sicherheitsstandards arbeiten. Um dies zu realisieren, ist die Wissenschaft insbesondere auf die Zuarbeit der Verbraucher angewiesen: jeder Fall von Datendiebstahl muss gemeldet werden.

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