Österreich: Pleitebanken machen Finanzministerin Fekter zu schaffen

Die Angebote für den Verkauf der Bank sind dem Finanzministerium nicht hoch genug. Jetzt geht es um Schadensbegrenzung. Wenn Kommunalkredit und Hypo Alpe Adria nicht bis Jahresende verkauft werden können, müssen die Steuerzahler womöglich für weitere Milliarden auskommen, die den Pleitebanken fehlen.

Die Kommunalkredit Bank darf keine neuen Geschäfte mehr abschließen. Das hat die Finanzmarktbeteiligungs AG bekannt gegeben, die für die Verwaltung der staatlichen Hilfe für die Österreichischen Banken verantwortlich ist. Versuche, die Bank bis Mitte des Jahres „wert bewahrend“ zu verkaufen, sind einem Bericht von Bloomberg zufolge gescheitert.

In einer Stellungnahme der Kommunalkredit heißt es: „Der Privatisierungsprozess brachte einige, ernsthaft interessierte Käufer hervor, aber die abgegebenen Angebote waren extrem komplex, ökonomisch kaum attraktiv und beinhalten Bedingungen“, die für Österreich belasten wirken würden. Für 250 Millionen Euro sollte die Bank privatisiert werden. Der Buchwert der Bank liegt jedoch einem Bericht von Reuters zufolge etwa 50 Millionen Euro darunter.

Der EU wurde seitens der österreichischen Regierung mitgeteilt, dass die neuen Geschäfte eingestellt und die bestehenden Kredite reduziert würden. Außerdem sollen Gespräche mit der Kartellbehörde der EU aufgenommen werden, um „die nächsten vernünftigen Schritte“ zu besprechen. Möglich sei auch noch die Alternative, einen Sachverwalter einzustellen, um die Bank zu verkaufen.

Kommunalkredit verwaltet knapp 16 Milliarden Euro an Vermögenswerten und konnte im vergangenen Jahr einen leichten Gewinn erwirtschaften, nachdem die Bank 2008 im Zuge der Finanzkrise verstaatlicht werden musste. Bislang hat die Bank dem österreichischen Steuerzahler etwa 2,6 Milliarden Euro gekostet. Weitere 6,4 Milliarden sind in Gefahr, da der Staat mit Garantien in dieser Höhe für die Bank haftet (mehr hier). Durch den Verkauf versucht das Finanzministerium, den Steuerzahler für dieses Risiko aus der Verantwortung heraus zu nehmen.

Bislang jedoch ohne Erfolg. Bei ihrer Verstaatlichung wurde eine Bad Bank für die Kommunalkredit gegründet, damit die toxischen Papiere und Kredite aus der Bilanz der Bank heraus gerechnet werden konnten (hier). Finanzministerin Maria Fekter gerät durch den gescheiterten Verkauf der Kommunalkredit nun zunehmend unter Druck.

Eine ähnliche zeichnet sich nämlich für die ebenfalls bankrotte und verstaatlichte Hypo Alpe Adria ab. Die Regierung muss die Hypo unter dem Druck aus Brüssel bis zum Ende des Jahres privatisieren. Die Bankenlobby hat indes angekündigt, dass sie mit der Gründung einer zweiten Bad Bank für die Hypo nicht einverstanden ist.

Ein schneller Verkauf der beiden staatlichen Pleite-Institute ist daher unwahrscheinlich. Der Steuerzahler bleibt bislang auf dem Risiko sitzen. Für die Hypo Alpe Adria mussten bislang zwei Milliarden Euro aufgebracht werden (mehr hier). Weitere Verluste sind nicht auszuschließen.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    ARME ÖSTERREICHER
    Milliarden müssen die Steuerzahler für heimische Banken, EU-Beiträge, Rettungsschirme und Anderes bezahlen. Würden diese Betäge in die Wirtschaft fließen, dann wäre ein gigantischer Wirtschafts-Aufschwung die Folge. So wird als neue Belastung eine Erhöhung der MWST gefordert. Jeder Prozent Erhöhung, verursacht im gleichen Verhältnis die Minderung der Einkommen und Renten ! Steuererhöhung ist die primitivste Art der Budgetsanierung.
    Außerdem eine Bankrott-Erklärung der unfähigen Politiker!

  2. honolulu500 sagt:

    Die Frau sieht leicht überfordert aus; das Bild erinnert an eine Wäscheküche, wo sie ermattet von den Bügelarbeiten auf dem Weg in die täglich routinierte Arbeitspause ist und noch schnell mit dem Chef über eine mögliche Gehalteserhöhung plaudert.

    • Orion sagt:

      „das Bild erinnert an eine Wäscheküche“

      Wäre dem doch so, denn dann würden all die Hochstudierten erkennen, was wirkliche Arbeit bedeutet. All diese Obergscheiten, die denken sie wären etwas besseres, haben jeden Bezug zum normalen Volk verloren.
      Wie kann es sein, dass echte Arbeit schlechter bezahlt wird (Elektriker, Bauarbeiter, Putzfrauen, Installateure etc.) als ein Sesselpfurzer?
      Was wären all diese Sesselpfurzer, wenn es keine Putzfrauen, Installateure etc. gäbe? Sie würden alle bis zum Kopf in ihrer eigenen Sch… stecken.

      Die wahren Feinde sitzen in den Regierungen, die nichts anderes tun, als das Volk zu versklaven. Alles nur für einen Judaslohn. Alle Regierungen wissen über dieses Betrugsgeldsystem bescheid. Und wenn diese Volkszertreter auch denken, sie würden davonkommen in diesem Leben, sollten wissen, dass sie ihr Karma, welches sie in diesem Leben geschaffen haben, an ihnen haftet und ihnen alles was sie anderen Menschen angetan haben, wieder zu ihnen zurückkommen wird.
      Ich möchte nicht in deren Haut stecken!!!

  3. Mizzi macht Schotter sagt:

    Die Finanzministerin Fekter hat damals den Österreichern bei der Rettung Griechenlands enorme Gewinne versprochen.

    Wo sind die eigentlich geblieben?

    Bald werden sie da sein. Bald, bald, bald, …….

    Wenn man sich diese sehr kompetente Frau am Bild mal genauer anschaut, dann wird man auch nicht daran zweifeln, dass sie die Bank sogar mit einem großen Gewinn verkaufen kann.

    Dann kommen noch viel mehr Gewinne auf Österreich zu!

    Wann?

    Bald, bald, bald, ….

    Bleibt nur die Frage: Wohin dann mit dem ganzen Geld?

    In einer ihrer Schotterhalden wird sich ein Platzerl finden.